Fußball-Australien liegt in Asien

Fragen und Antworten rund um den heutigen Testspielgegner der deutschen Elf

Känguru-Nation trifft auf Sauerkraut-Land, amtierender Asien-Champion auf aktuellen Weltmeister: Heute Abend spielt Australiens Nationalmannschaft gegen Jogis Jungs.

Los geht’s mit dem ersten Länderspiel des Jahres um 20.30 Uhr im Fritz-Walter-Stadion von Kaiserslautern (ZDF überträgt live). Vor dem Anpfiff klären wir die wichtigsten Fragen rund um den Fußball-Kontinent Down Under:

Welche Rolle spielt der Fußball-Sport in Australien? 

Fußball ist nicht die erste Sportart, die man mit Australien in Verbindung bringt. Die Sportfans begeistern sich im Sommer für Cricket und im Winter für Rugby und „Footy“, einen Mix aus Fußball und American Football. Fußball steckt hingegen fast noch in den Kinderschuhen. Erst 1966 wurde die Ozeanische Fußball-Konföderation OFC, ein Pendant zur europäischen Uefa, gegründet. Doch erst 40 Jahre später – mit dem Wechsel Australiens in die asiatische Konföderation AFC – gelang der Durchbruch. Drei WM-Teilnahmen und der Gewinn des Asien-Cups bescheren Australien einen anhaltenden Fan-Boom.

Wie kommt es, dass Australien der asiatischen Fußball- Konföderation angehört? 

Seit der Abnabelung von Mutternation Großbritannien sucht Australien Anschluss an die asiatischen Nachbarn – politisch und wirtschaftlich, seit 2006 auch sportlich. Grund für den Wechsel in die AFC war, dass Ozeanien nur ein halber Startplatz bei Fußball-Weltmeisterschaften zusteht. Die Teilnahme entscheidet sich letztlich in zwei Playoff-Spielen gegen die Nationalelf einer anderen Konföderation. In Asien hingegen kann sich Australien nicht nur direkt für Weltmeisterschaften qualifizieren, sondern sich auch mit gleichwertigen Gegnern beim Asien-Cup messen.

Die Advents-WM in Katar stellt Europas Fußballwelt vor diverse Spielplan-Probleme. Wie kompliziert wäre eine Teilnahme für Australien? 

In Down Under findet die reguläre Fußball-Saison von August bis Februar statt. Damit fällt die WM mitten in die Spielzeit der A-Liga, der höchsten australischen Klasse, und der zweithöchsten Liga NPL mit ihren 56 Vereinen in fünf Divisionen. Ein zusätzliches organisatorisches Problem: Die NPL besteht nicht auf nationaler Ebene, sondern wird über die Verbände der australischen Bundesstaaten koordiniert.

Was ist der bislang größte Erfolg der australischen Nationalmannschaft? 

Ganz klar: der Gewinn der Asien-Meisterschaft am 31. Januar dieses Jahres. Das beste WM-Ergebnis war 2006 der Einzug ins Achtelfinale gegen Italien. Bei den Weltmeisterschaften 1974, 2010 und 2014 flog Australien jeweils in der Vorrunde raus.

Australien liegt aktuell in der Fifa-Weltrangliste auf Rang 65, noch hinter Nationen wie Panama und Ruanda. Geht da noch mehr?

Sich mit viel Sturmkraft in der Welt nach vorn schießen, so lautet der Plan von Nationaltrainer Ange Postecoglou. Dafür kann der ungarische Offensivfußball-Liebhaber auch auf Bundesliga-Legionäre wie Mathew Leckie vom Zweitliga-Spitzenreiter FC Ingolstadt und Leverkusens Robbie Kruse bauen. Sein Starspieler Tim Cahill fehlt jedoch wegen einer Achillessehnen-Verletzung gegen Deutschland. Auch Torwart Mitchell Langerak (BVB) sitzt auf der Bank.

Spielen auch deutsche Profi-Fußballer in Down Under? 

Ein klares Ja. Der bekannteste Spieler ist Thomas Broich. Beim 1. FC Nürnberg aufs Abstellgleis geraten, wechselte er 2010 zum Erstligisten Brisbane Roar. Dort wurde er dreimal Meister. Als erster ausländischer Spieler wurde er wiederholt zum australischen Spieler des Jahres gewählt. Auch den Union-Berlin-Kicker Jérôme Polenz zog es 2012 nach Australien, genauer zu den Western Sydney Wanderers. Seit diesem Jahr unterstützt er Broich in Brisbane.

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