Test der DFB-Elf

Freundschaftsspiel: Nationalelf spielt 2:1 gegen Peru

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Auf dem Weg zum 1:1: Nationalspieler Julian Brandt überlupft Perus Torhüter Pedro Gallese (links) und besorgt damit den verdienten Ausgleich.

Naja, so richtig überzeugend war der 2:1 (1:1)-Sieg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen die Auswahl Perus nicht gerade. Unser Schnellcheck.

Zweiter Auftritt der deutschen Fußball-Nationalmannschaft nach dem WM-Debakel – und nur 45 Minuten sorgt das Team von Bundestrainer Joachim Löw für Unterhaltung. Im Testspiel gegen Peru springt ein 2:1 (1:1) heraus. Der weitere erhoffte Schritt aus der Krise war dieser Auftritt aber nicht. Unser Schnellcheck:

Hat Joachim Löw, wie gekündigt, personelle Änderungen vorgenommen?

Hat er. Im Vergleich zum wie anFrankreich-Spiel standen fünf neue Akteure in der Startelf. Der Bundestrainer beorderte Marc-André ter Stegen ins Tor. Außerdem liefen in Sinsheim Niklas Süle, Julian Brandt, Ilkay Gündogan und Nico Schulz von Beginn an auf. Letztgenannter hatte als Hoffenheimer ein Heimspiel und feierte sein Debüt im Nationaltrikot.

Und warum ist Leroy Sané nicht dabei gewesen?

Aus einem Grund, den jeder Trainer als Entschuldigung gelten lässt: Er ist Papa geworden. Freundin Candice Brook hat das gemeinsame Töchterchen Rio Stella zur Welt gebracht. Wir gratulieren!

Jetzt aber zum Spiel: Knüpfte die Nationalelf an die gute Leistung vom Donnerstag an?

Nun ist es seit der Weltmeisterschaft ja so, dass es nicht mehr viel braucht, um den deutschen Fan milde zu stimmen. Wenn die Einstellung und das Engagement passen, sind wir in diesen Tagen bereits zufrieden. Und beim Auftritt in der Rhein-Neckar-Arena gab es zunächst wirklich nicht viel zu meckern. Die DFB-Elf spielte mit Tempo, kam zu mehreren Möglichkeiten und ging giftig in die Zweikämpfe.

Wie lief denn sonst die Begegnung in Sinsheim?

Sehr unterhaltsam – bis zur Pause. Weil auch die Gäste ordentlich mitspielten. Knapp 25 500 Zuschauer sahen, dass Löws Elf zwar das Geschehen bestimmte, aber wieder beste Chancen ausließ. Hier und da taten sich zudem größere Lücken in der Abwehr auf.

Löw, der zum 167. Mal auf der Bank saß und damit den Rekord von Sepp Herberger einstellte, setzte aufs Pressing. Aus solch einer Situation fiel der erste deutsche Treffer. Brandt vollendete ein Zuspiel von Toni Kroos genial mit einem Chip-Ball zum 1:1 (25. Minute). Kurz zuvor aber, da war sie wieder, die Anfälligkeit in der Defensive. Ein langer Diagonalball genügte, um die deutsche Deckung in Verlegenheit zu bringen, und Luis Advincula erzielte die überraschende Führung für Peru (22.). Aber die deutsche Elf schüttelte den Rückschlag ruckzuck ab.

Ging es denn nach der Pause munter weiter?

Nun ja, ein deutscher Konter, den Timo Werner nicht nutzte (55.), ein peruanischer, den Jefferson Farfan vergab. Das war’s. Nur eine Hälfte machte an diesem Abend Spaß. Das Spiel fiel nach dem Wechsel deutlich ab, das deutsche Team verlor den Faden, trat nicht mehr so zielstrebig auf. Okay, Löw wechselte munter durch. Aber schön war das alles nicht mehr. Daran änderte auch der 2:1-Siegtreffer von Schulz nichts (84.).

Wer war der Mann des Abends?

Den Titel hat sich Julian Brandt verdient, weil er mit seinem zweiten Länderspiel-Treffer das erste Tor für Deutschland nach der WM erzielte. Und natürlich Nico Schulz. Im ersten Länderspiel im eigenen Wohnzimmer ein Tor erzielen – kann man mal so machen.

Geht das Ergebnis eigentlich in Ordnung?

Sagen wir es so: Der Siegtreffer fiel dann doch etwas überraschend.

Wie war die Live-Übertragung im Fernsehen?

RTL war diesmal dran. Heißt: Am Mikro saß nicht der ewige Bela Rethy, sondern Marco Hagemann. Aussetzer? Fehlanzeige. Ein solider Auftritt. Und Experte Jens Lehmann gab den Propheten. Kündigte vor dem Anpfiff an: „Die deutsche Nationalmannschaft ist immer ein bisschen dazu da zu unterhalten.“ Da hatte er fast recht.

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