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Marvin Friedrich ist bei Borussia Mönchengladbach schon mittendrin

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Von: Maximilian Bülau

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Marvin Friedrich (rechts) und Patrik Schick.
Abwehrspieler und Torjäger: Der Neu-Gladbacher Marvin Friedrich (rechts) im Duell mit dem Leverkusener Angreifer Patrik Schick. © Imago/Norbert Schmidt

Kurzfristig gesehen hat Marvin Friedrich Champions-League-Ambitionen gegen Abstiegskampf eingetauscht. Der 26 Jahre alte Verteidiger aus dem nordhessischen Guxhagen wechselte am Dienstag die Seiten in der Fußball-Bundesliga.

Kassel – Von Union Berlin ging es zu Borussia Mönchengladbach. Friedrichs Vertrag wäre im Sommer ausgelaufen, die Fohlen wollten nicht so lange warten, nicht pokern und überwiesen eine Summe zwischen fünf und sechs Millionen Euro in die Hauptstadt. Auch, weil in Matthias Ginter der Abwehrchef angekündigt hatte, dass er den Klub im Sommer verlassen werde.

Während Union am Samstag das tabellarische Topspiel gegen Hoffenheim 2:1 gewann und als Fünfter nach Punkten mit der TSG auf Rang vier gleichzog, bekam es Friedrich mit der Borussia im von Sky zum Topspiel gekürten Duell mit Leverkusen zu tun. Gegen Bayer hatte Friedrich vor einer Woche seine letzte Partie für die Berliner bestritten. Endergebnis: 2:2. Mit dem neuen Team verließ er nach 90 – wechselhaften – Minuten den Platz als Verlierer. Endergebnis: 1:2.

Der Nordhesse stand also direkt in der Startelf. Und war auch sonst schon mittendrin. Er verursachte einen – sehr fragwürdigen – Strafstoß (49.), den Patrik Schick allerdings vergab (50.). Gladbachs Torhüter Yann Sommer hatte die Ecke geahnt, war abgetaucht und parierte klasse. Die folgende Ecke brachte dennoch den Rückstand, weil Robert Andrich – übrigens wie Friedrich ein Ex-Unioner – am Fünfmeterraum freistand und den Fuß hinhielt (51.).

In der 74. Minute legte Bayer dann das 2:0 nach, das Schick zugeschrieben wurde. Allerdings war Friedrich wohl mit der Brust als letzter am Ball. Keine Fehler, aber durchaus unglückliche Situationen für den Neuzugang abliefen. Friedrichs Nebenmann in der Dreierabwehrkette, Nico Elvedi, sorgte noch für den Anschluss (81.). Es blieb aber beim 2:1 für Leverkusen. Weil Sommer auch noch einen zweiten Elfmeter parierte, dieses Mal von Kerem Demirbay, nachdem Louis Jordan Beyer Florian Wirtz gefoult hatte (87.).

Beyer war nach 70 Minuten für Tony Jantschke ins Spiel gekommen, den dritten Abwehrmann der Borussia. Und das war auch ein klares Zeichen von Gladbachs Trainer Adi Hütter an Ginter. Der stand erstmals in seiner Zeit am Niederrhein, obwohl er fit war, nicht in der Startelf. Der Zwölfte der Bundesliga würde den 27-Jährigen nun – nach Friedrichs Verpflichtung – wohl sehr gern noch im Winter abgeben, um eine Ablöse zu kassieren. Hütter äußerte sich vielsagend: „Grundsätzlich ist es ja so, dass wir keinen Sechser geholt haben“, gab er nach dem Spiel zu Protokoll. Heißt wohl: Ginter soll gehen. Denis Zakaria, der seinen Abschied im Sommer ebenfalls angekündigt hat, darf bis dahin bleiben.

Friedrich, der gegen Leverkusen bereits seine Qualitäten als Kämpfer und Zweikämpfer unter Beweis stellte, hat bei dem ganzen Trubel nun die Aufgabe, Gladbachs löchrige Defensive zu stabilisieren. Die Fohlen stellen bis hierhin die drittschlechteste Abwehr der Liga. Bei Union war der 26-Jährige in der Saison zuvor noch Teil der viertbesten. Ein Grund, warum die Berliner im internationalen Geschäft unterwegs waren und wieder sein könnten. Und Gladbach eher nicht. (Maximilian Bülau)

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