Neu bei Borussia Mönchengladbach

Nordhesse Marvin Friedrich ist wertvollster Wintertransfer der Bundesliga

Dieses Bild gehört der Vergangenheit an: Marvin Friedrich ist am Mittwoch bei seinem neuen Klub Borussia Mönchengladbach vorgestellt worden. Er kommt von Union Berlin, wo er seit 2018 zu den Leistungsträgern und Führungsspielern gehörte.
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Dieses Bild gehört der Vergangenheit an: Marvin Friedrich ist am Mittwoch bei seinem neuen Klub Borussia Mönchengladbach vorgestellt worden. Er kommt von Union Berlin, wo er seit 2018 zu den Leistungsträgern und Führungsspielern gehörte.

Der Nordhesse Marvin Friedrich ist von Union Berlin zu Borussia Mönchengladbach gewechselt. Wir haben mit seinem Bruder Steffen über den Transfer gesprochen, an dem er beteiligt war.

Am Dienstag war Marvin Friedrich innerhalb der Fußball-Bundesliga etwas überraschend von Union Berlin an den Niederrhein gewechselt, sein neuer Vertrag läuft dort bis 2026. Friedrich ist bei einem Marktwert von zehn Millionen Euro (laut transfermarkt.de) der wertvollste Wintertransfer der Liga.

Dass die innige und ebenso erfolgreiche Beziehung zwischen Friedrich und Union am Scheideweg steht, deutete sich bereits an. Der Vertrag des 26-Jährigen, der in Kassel geboren wurde und seine ersten Schritte auf dem Fußballplatz beim FSC Guxhagen und beim OSC Vellmar gemacht hat, wäre im Sommer ausgelaufen.

Sky: Ablöse von sechs Millionen Euro

Womöglich ging es auch deshalb jetzt ganz schnell. Gladbach suchte nach einem bundesliga-erfahrenen, aber noch entwicklungsfähigen Ersatz für Nationalspieler Matthias Ginter, der den Klub im Sommer verlässt. Für Union hingegen bot sich so noch die Gelegenheit, eine Ablöse einzunehmen, ehe Friedrich im Sommer kostenlos geht. TV-Sender Sky berichtet von rund sechs Millionen Euro, die die Borussia in die Hauptstadt überweist.

„Es bestand schon länger Kontakt zu einigen Vereinen, seit Anfang Januar hat das dann Fahrt aufgenommen“, sagt Steffen Friedrich, der für seinen Bruder Gespräche und Verhandlungen geführt hat. Er, früherer Spieler des KSV Hessen Kassel und KSV Baunatal sowie derweil Teammanager des KSV Hessen, arbeitet inzwischen auch in der Agentur Projekt B von Spielerberater Marc Kosicke. Gemeinsam mit Marvins bisheriger Beratungsagentur fädelte Steffen Friedrich den Wechsel ein.

Steffen Friedrich ist Teammanager des KSV Hessen, arbeitet zudem bei Projekt B, der Agentur von Spielerberater Marc Kosicke.

Für Marvin Friedrich ist der Wechsel nach Mönchengladbach auch einer hin zu einer neuen Herausforderung. Nach seinen Stationen Paderborn und Schalke war seine Karriere in Augsburg etwas ins Stocken geraten: zweite Mannschaft, viel Regionalliga Bayern, keine feste Größe im Kader des Erstligisten. 2018 – erst per Leihe, dann fest – folgte der Wechsel zum damaligen Zweitligisten Union. „Es war für ihn wie ein kleines Märchen. Beide Seiten haben extrem voneinander profitiert“, sagt Steffen Friedrich.

Beim Hauptstadtklub entwickelte sich sein Bruder sofort zum Stammspieler, erlebte Bundesliga-Aufstieg, Klassenerhalt und den Einzug in den Europapokal als Leistungsträger mit. Nicht wenige Experten hätten ihn im Sommer gern in Deutschlands Kader für die Europameisterschaft gesehen.

Nordhessens Sportler des Jahres 2020

Anfang 2021 wurde der Innenverteidiger übrigens von den Lesern der HNA zu Nordhessens Sportler des Jahres 2020 gewählt. Nicht die bedeutendste Auszeichnung in der weiten Welt des Fußballs, aber: „Ich war überrascht und habe mich riesig gefreut, dass es genug Menschen gab, die in der Heimat für mich abgestimmt haben“, sagte Friedrich damals.

Bei seinem neuen Klub kam er gestern so richtig an: die letzten Papiere unterschrieben, dazu die ersten zwei Trainingseinheiten mit den neuen Mitspielern. „Ihm ist die Situation der Borussia völlig bewusst. Er will direkt mit anpacken und weiterhelfen“, sagt Bruder Steffen Friedrich.

Wieder gegen Leverkusen, dann ausgerechnet Union

Am vergangenen Wochenende beim 2:2-Unentschieden in Leverkusen war er bei Union noch für 13 Minuten Kapitän, nachdem Christopher Trimmel ausgewechselt worden war. Kurios: Sein Debüt für den neuen Verein könnte er am Samstag feiern – wieder gegen Bayer Leverkusen. Welchen Stellenwert er bei den Eisernen genoss, zeigt auch das emotionale Video, mit dem sich Union am Dienstag von Friedrich verabschiedete. Darin sagt der 26-Jährige selbst: „Der Wechsel fällt mir sehr, sehr schwer, nach dieser wunderbaren Zeit. Ich habe jetzt entschieden, den nächsten Schritt zu gehen. Ich werde euch vermissen.“

Allzu lange ist der Verteidiger von seinen alten Kollegen aber nicht getrennt: Schon in neun Tagen, am 22. Januar, empfängt Borussia Mönchengladbach Union Berlin. Für Friedrich gibt es also ein schnelles Wiedersehen.

Von Björn Friedrichs

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