Samstag gegen Mainz 05

Die fünf Ängste des Hamburger SV vor dem Kellerduell

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Auch seine Tage sind gezählt: Der Hamburger Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen hat im Falle eines Abstiegs keine Zukunft mehr beim Bundesliga-Gründungsmitglied. 

Hamburger SV gegen Mainz 05, Vorletzter gegen Drittletzter - mehr Kellerduell geht am Samstag (15.30 Uhr/Sky) nicht. Es ist die brisanteste Partie des 25. Spieltags, die wegweisenden Charakter für das letzte verbliebene Gründungsmitglied der Fußball-Bundesliga haben dürfte.

Zwischen dem Relegationsrang und dem ersten direkten Abstiegsplatz beträgt der Abstand schon sieben Punkte - nicht nur deshalb heißt es beim HSV Alarmstufe Rot. Das sind die fünf Ängste, die den Klub beschäftigen:

  1. Die Angst vor den Chaoten: Nach dem 1:2 gegen Leverkusen versuchten sogenannte HSV-Anhänger den Platz zu stürmen, beim 0:1 in Bremen wurde im Gästeblock ununterbrochen mit Pyrotechnik gezündelt, so dass das Nordderby zweimal unterbrochen werden musste - kurzum: das Heimspiel gegen Mainz musste folglich zu einem Risikospiel erklärt werden. Weil ein eventueller Platzsturm nicht ausgeschlossen werden kann, wurden die Zäune zwischen der Nordtribüne und dem Spielfeld von 1,10 Meter auf 2,20 Meter erhöht. Dazu gibt’s Alkoholverbot und Wasserwerfer.
  2. Die Angst vor der Statistik: Ist präsenter denn je. In den vergangenen Jahren hat es der HSV immer irgendwie geschafft, die Liga zu halten. Nun droht die Zweitklassigkeit. Und die Fakten sprechen für einen Abstieg: Noch nie hielt ein Bundesligist die Klasse, der nach 24 Spieltagen mindestens sieben Punkte hinter dem Rettungsplatz lag. Noch nie hat der HSV so schlecht gepunktet wie in dieser Saison, und nur achtmal hat ein Team zum vergleichbaren Zeitpunkt weniger als 18-mal getroffen.
  3. Die Angst vor der Zukunft: Muss vor allem Trainer Bernd Hollerbach haben. Ende Januar hat der 48-Jährige den HSV mit einem Punkt Rückstand auf Platz 16 übernommen, jetzt sind es schon sieben Zähler. Inklusive seiner Zeit in Würzburg ist Hollerbach nun seit 22 Partien sieglos - eine unglaubliche Durststrecke. Vor allem eine Spielidee ist bislang nicht zu erkennen. Sollte er mit den Hamburgern absteigen, ist nicht nur seine Zeit bei den Hanseaten beendet, er müsste auch einen heftigen Karriereknick hinnehmen. Im Falle des Klassenerhaltes wird Hollerbach aber ebenfalls nicht bleiben dürfen.
  4. Die Angst vor Bernd Hoffmann: Muss nicht nur der Trainer haben. Denn der HSV-Präsident und Aufsichtsrats-Vize hat während seiner ersten Sitzung schonmal das Szenario im Falle eines Abstiegs bekanntgegeben. Neben dem Coach dürfen dann auch Vorstandschef Heribert Bruchhagen und Sportchef Jens Todt gehen. Für den Neuaufbau ist übrigens Hannovers Horst Heldt im Gespräch.
  5. Die Angst vor dem Abstieg: Haben vor allem die Spieler. Dass nicht mehr alle an den Klassenerhalt glauben, verdeutlichen zwei Beispiele: Christian Mathenia wechselte den Berater, um im Sommer den Klub wechseln zu können. Gotoku Sakai beendete die Vertragsgespräche und orientierte sich schon einmal anderweitig. Richtig gut hört sich das nicht mehr an.

Van der Vaart will HSV helfen

Rafael van der Vaart will dem Hamburger SV im Fall des Abstiegs bei einer schnellen Rückkehr helfen. „Es wäre mir egal, ob es die zweite Liga wäre. Es wäre eine Ehre. Ob als Spieler oder in einer anderen Funktion. Der HSV ist mein Verein, und ich verdanke diesem Club eine große Karriere“, sagte der 35-jährige Niederländer, der in 199 Spielen für den HSV 66 Tore erzielte. Seit der Saison 2016/17 spielt van der Vaart für den FC Midtjylland in Dänemark. In der aktuellen Serie wurde er in 22 Partien einmal eingewechselt und spielte nur eine Minute. 

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