DFB-Team testet gegen Dänemark

Für Bundestrainer Löw beginnt nun das Puzzeln

Ein Puzzle.
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Es gibt noch Fragezeichen: (von unten, von links) Mats Hummels, Antonio Rüdiger, Joshua Kimmich, Leroy Sané und Serge Gnabry.

Mit Deutschland gegen Dänemark geht sie also los, diese letzte Phase vor der Fußball-Europameisterschaft für die Nationalmannschaft um Trainer Joachim Löw.

Heute wird dieses Duell in Innsbruck das erste von zwei Testspielen vor der EM sein (21 Uhr/RTL), die für die deutsche Mannschaft mit der Partie gegen Frankreich am 15. Juni beginnt. Bis gestern mussten die endgültigen Kader gemeldet werden – Löw nahm keine Änderungen mehr vor. Was bedeutet: Auch die fraglichen Toni Kroos (Corona) – der schon ein Geheimtraining absolviert haben soll – und Leon Goretzka (Muskelfaserriss) sind dabei.

Löw wird sich darüber freuen. Doch mit dem ersten Test beginnt auch sein großes Puzzle. Wer wird zum Auftakt gegen den Weltmeister in der Startelf stehen? Wir puzzeln mit – Teil für Teil.

Die Randstücke

Wer mit einem Puzzle beginnt, der beschäftigt sich meist erst mit den Randstücken. Mit der Kontur. Den einfachen Teilen. Für Löw ist das beispielsweise die Torhüterfrage: Manuel Neuer wird spielen. Durch Marc-André ter Stegens Ausfall muss er einzig klären, wer die Nummer zwei ist: Kevin Trapp oder Bernd Leno.

Zu den Randstücken gehören auch die Innenverteidiger. Neuerdings. Vor wenigen Monaten war überhaupt nicht abzusehen, dass die einstige Großbaustelle im DFB-Kader kurz vor der EM kein Sorgenkind sein wird. Champions-League-Sieger Antonio Rüdiger ist gesetzt. Ebenso wird es wohl Mats Hummels sein, ansonsten würde seine Rückholaktion wenig Sinn ergeben. Vom Profil her ergänzen sich beide gut: Rüdiger, der schnelle, athletische Verteidiger. Hummels, der Organisator mit gutem Stellungsspiel und starker Spieleröffnung. Einziges Problem: Beide haben kaum Zeit, sich aneinander zu gewöhnen.

Davor ist Joshua Kimmich die Konstante im Mittelfeld. Die Fähigkeiten des 26-Jährigen als zweikampfstarker Sechser werden benötigt – ganz egal, wer nun an seiner Seite agieren wird.

Zwei Reihen weiter vorn dürften Serge Gnabry und Leroy Sané gesetzt sein – das bayerische Flügelduo. Weil Gnabry bei den Münchnern zuletzt häufiger ausfiel und Sané oft nur von der Bank kam, wird es Löws Aufgabe sein, den beiden das nötige Selbstvertrauen zu vermitteln. Bestenfalls in einem Testspiel wie heute. Anders als vor drei Jahren vor der WM in Russland muss das deutsche Team dieses Mal bei Turnierstart in Form sein.

Himmel, Meer, Wiesen

Wer gern puzzelt, kennt das: Schwierig wird es bei großen, einfarbigen Flächen. Himmel, Meer und Wiesen beispielsweise. Für Löw wird es nicht einfach, die Außenverteidiger-Teile zu finden. Zur Auswahl stehen Christian Günter, Robin Gosens, Lukas Klostermann, Marcel Halstenberg und Emre Can. Oder aber Matthias Ginter und Niklas Süle, wenn es der Bundestrainer wie 2014 mit einer Viererkette versuchen möchte, die nur aus Innenverteidigern besteht.

In der Zentrale passen drei von vier Teilen zusammen. Nur in welcher Kombination? Kimmich ist gesetzt. Dazu kommen zwei weitere Spieler. Die Wahl zwischen Ilkay Gündogan, Leon Goretzka und Toni Kroos zu treffen, ist eine, bei der immer ein Weltklasse-Fußballer auf der Bank wird sitzen müssen. Vielleicht erleichtert der Fitnesszustand die Entscheidung.

Bleibt das entscheidende Zwischenstück neben Gnabry und Sané. Wird es der ebenfalls reaktivierte Thomas Müller? Oder bekommt der sogar einen Platz hinter der offensiven Dreierreihe? Oder setzt Löw – wie auch Thomas Tuchel bei Chelsea – doch auf Kai Havertz in der Spitze? Für den Champions-League-Titel hat das immerhin gereicht. Aber wenn ein Königsklassen-Puzzle 500 Teile hat, dann ist das einer EM mindestens 1000 Teile schwer. Selbst wenn es nur 26 Spieler im Kader gibt. (Maximilian Bülau)

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