Jürgen Klopp gewinnt das deutsche Trainer-Duell

Champions-League: So verlief der Auftakt am Tag der Deutschen

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Der glückliche Siegtreffer: Christian Pulisic sorgt für das Tor zum 1:0. Vorn liegt Brügges Torwart Karlo Letica. 

Der erste Spieltag der Champions League hatte es in sich. Schalke kehrte auf die große Bühne zurück, Dortmund wurde der Favoritenrolle gerecht. Den größten Triumph feierte aber ein anderer Deutscher.

Wie war der Start in die Gruppenphase aus deutscher Sicht?

Nicht überzeugend, aber am Ende dann doch ganz in Ordnung. Dortmund duselte sich zu einem 1:0-Sieg in Brügge. Schalke holte im eigenen Stadion gegen Porto zumindest einen Punkt.

Hat Schalke denn auf europäischer Bühne ein anderes Gesicht gezeigt als in der Bundesliga?

Also schön ist anders. Nur langsam fanden die Königsblauen in die Partie. Ein Kopfball von Naldo (20.), ein Schuss von Suat Serdar (27.) – mehr sprang nicht heraus. „Den Schalkern fehlen die klaren Lösungen im Spiel nach vorn“, analysierte Experte Per Mertesacker bei Dazn.

In der 64. Minute wurden Erinnerungen wach – an das letzte Jahr, als Schalke auch nicht immer schön, aber effektiv war. Konter über Serdar, Weston McKennie bedient Breel Embolo – 1:0.

Warum gab es aber keinen Sieg für Schalke?

Weil die Portugiesen zumindest einen Elfmeter verwandelten. Den ersten Strafstoß bekamen sie in der 13. Minute – nach Handspiel von Naldo. Da scheiterte Alex Telles am reaktionsschnellen Ralf Fährmann. Aber später, als Salif Sané gefoult hatte, ließ Otavio (75.) der Nummer eins der Gastgeber keine Chance.

Was hat Brügge mit Las Vegas zu tun?

Von der Architektur, der Sprache und den Einwohnern nicht viel. Aber BVB-Trainer Lucien Favre entdeckte in Belgien dennoch die Lust am Zocken. In der Startelf standen Mario Götze und Julian Weigl, die zuletzt keine Rolle gespielt haben. Später brachte er Shinji Kagawa, der ebenfalls noch nicht zum Zug kam in dieser Spielzeit.

Hat sich Favre damit in seinem zweiten Champions-League-Spiel verzockt?

Voll ins Schwarze getroffen hat er jedenfalls nicht. Bereits nach neun Sekunden setzte Reus Brügges Torwart Karlo Letica unter Druck, Marius Wolf traf nach dessen Rettungsaktion aus 30 Metern das leere Tor aber nicht. Wären anschließend Mütter in der Redaktion gewesen, der Satz „Junge, nimm die Hand vor den Mund beim Gähnen“ wäre wohl des Öfteren zu hören gewesen. Wenn es mal spannend vor dem Tor wurde, dann nur, weil die Belgier im Angriff waren.

Aber wer zockt, der braucht auch mal Glück. Und Favres Glück hatte an diesem Abend einen Namen: Christian Pulisic. Der Schweizer wechselte den US-Amerikaner in der 69. Minute ein. Und Pulisic sorgte für den glücklichen Siegtreffer des BVB. Er wurde angeschossen, und von ihm prallte der Ball ins Tor (85.). Das war ein ganz krummes Ding. Weil Pulisic gestern 20 Jahre alt wurde, hat er es sich als kleines Geschenk aber verdient.

Wie war die Live-Übertragung?

Kompliziert. Seit dieser Saison gibt es ja keine deutsche Konferenz mehr. Die Folge: Der eine Kollege sah sich bei Sky die Dortmunder Partie, der andere den Livestream bei Dazn an. Was nicht so einfach für die Ohren ist, wenn beide auf ihrem Ton bestehen. Zum Glück gibt es Kopfhörer.

Apropos Dortmund. Trafen nicht auch zwei ehemalige deutsche BVB-Trainer direkt aufeinander?

Ja, der FC Liverpool mit Jürgen Klopp empfing Paris Saint-Germain, bei dem Thomas Tuchel an der Seitenlinie steht. Zehnmal trafen die beiden Trainer in der Bundesliga aufeinander. Und Tuchel wird das wohl nicht so gern hören, aber gewonnen hat er nie.

Und das bleibt auch so. Liverpool lag nach Treffern von Daniel Sturridge (30.) und James Milner (36.) bereits 2:0 in Führung. Thomas Meunier (45.+1) und Kylian Mbappé (83.) glichen aus. Doch in der Nachspielzeit sorgte Roberto Firmino doch noch für den Sieg von Klopps Truppe.

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