Favorit auf den Titel?

Scheitern verboten: Wilmots in Belgien unter Beobachtung

+
Marc Wilmots gehört mit seinen Belgiern zum erweiterten Favoritenkreis bei der EM 2016.

Bordeaux - Marc Wilmots hat eine Mannschaft voller Hochbegabter. Die Erwartungen in Belgien sind entsprechend hoch. Torwart-Ikone Jean-Marie Pfaff fordert den Einzug ins Halbfinale.

Update vom 30. Juni 2016: Dank einer Galaleistung von Eden Hazard und auch eher schwachen Gegnern sind die Belgier in die nächste Runde eingezogen, wo ein Überraschungsteam wartet. Wir haben für Sie zusammengefasst, wie Sie das Viertelfinale Wales gegen Belgien live im TV und Live-Stream verfolgen können.

Update vom 25. Juni 2016: Für die roten Teufel geht das Abenteuer EM 2016 weiter. Im zweiten und dritten Gruppenspiel konnten die Belgier jeweils einen Sieg einfahren. Am Sonntag steht nun das erste Spiel in der K.O.-Runde an. Wie Sie das Achtelfinale Ungarn - Belgien live im TV und im Live-Stream ansehen können, finden Sie hier.

Update vom 17. Juni 2016: Das erste Spiel der EM 2016 ging für die Belgier gewaltig in die Hose. Die roten Teufel verloren mit 0:2 gegen Italien. Nun ist der Druck vor dem zweiten Gruppenspiel gewaltig. Wie Sie das EM-Gruppenspiel zwischen Belgien und Irland live im Free-TV und im Live-Stream verfolgen können, lesen Sie hier.

Update vom 12. Juni: Das Spiel gehört zu den Highlights in der Gruppenphase: Titelfavorit Belgien trifft auf die nie zu unterschätzenden Italiener. Wir haben für Sie zusammengefasst, wo und wie Sie das EM-Spiel Belgien gegen Italien live im TV und Live-Stream sehen können.

Meldung

Marc Wilmots sucht die Nähe zu seinen Stars. Immer wieder tätschelt Belgiens Nationaltrainer seinem Spielmacher Kevin De Bruyne liebevoll die Schulter, immer wieder redet er auf dem Trainingsgelände Haillan vor den Toren von Bordeaux intensiv auf seinen Kapitän Eden Hazard ein. Wilmots braucht seine Stars bei der EM - der Ex-Schalker ist in Frankreich zum Siegen verdammt. 

"Mit dieser Mannschaft musst du unter die ersten Vier kommen. Wenn wir das nicht schaffen, dann muss man sich einen anderen Job suchen", sagte Belgiens Torwart-Ikone Jean-Marie Pfaff dem SID. Nicht nur für den ehemaligen Bayern-Keeper sind die Red Devils ein ganz heißer Kandidat auf den Titel: "In Belgien träumt man schon davon, dass man Europameister ist." 

Wilmots spürt die Last der Erwartungen, der 47-Jährige und seine Ansammlung an Hochbegabten um De Bruyne, Hazard, Romelu Lukaku und Torwart Thibaut Courtois müssen nun liefern. 

Eine große Show sei aber zunächst nicht zu erwarten, sagte Wilmots: "Champagner-Fußball interessiert mich nicht." Für ihn, der in Deutschland früher liebevoll Kampfschwein genannt wurde, zählt in Frankreich nur das Ergebnis und zunächst der Auftakt gegen Italien am Montag in Lyon (21.00 Uhr/ARD): "Wichtig ist, dass wir das Spiel gegen Italien gewinnen und es in die nächste Runde schaffen." 

Wilmots gefällt der Rummel um sein Team ganz und gar nicht, die hohen Ansprüche sind ihm suspekt. "Ich bin kein Träumer. Es gibt viele Leute, die einen Hype um Belgien erschaffen", sagte er: "Ich sehe, wo wir vor drei Jahren waren und das, was wir seitdem erreicht haben." Die letzten Tests vor der EM waren nicht überzeugend, jeder müsse nach einer langen Saison nun "frisch in der Birne sein", sagte Wilmots. 

Die WM in Brasilien mit dem Erreichen des Viertelfinales (0:1 gegen Argentinien) gilt in Belgien als erfolgreiche Reifeprüfung, jetzt - mit zwei Jahren mehr Erfahrung - soll der ganz große Coup folgen. Und die Spieler sind etwas zuversichtlicher als ihr Trainer, jedenfalls handelten sie die absolute Rekordprämie für den Titelgewinn aus: 704.000 Euro pro Mann. "Die Leute erwarten, dass Belgien und ich liefern", sagte Hazard, der den verletzten Innenverteidiger Vincent Kompany in Frankreich als Kapitän ersetzt: "Wir werden alles geben." 

Wilmots hat seine erste Elf für das Turnier bereits im Kopf, doch seiner Mannschaft will er die Aufstellung noch nicht verraten. "Die Spieler sind noch nicht bereit dafür", sagte er. Zudem feilt Wilmots noch an der Feinabstimmung auf dem Rasen: "Ich suche ein System, in dem sich jeder auf dem Platz wohlfühlt und mit vielen Freiheiten für bestimmte Spieler." 

Dazu zählen ganz sicher De Bruyne und Hazard. Wilmots ist in Frankreich mehr denn je auf die Fantasie seiner Stars angewiesen.

Sein Hund heißt Rudi! Diese Spieler könnten bei der EM voll durchstarten

EM besondere Spieler
UNGARN - Gabor Kiraly (40, Tor, Szombathelyi Haladas) - Mitunter doppelt so alt wie seine Mitspieler. Könnte Lothar Matthäus als ältesten Spieler der EM-Geschichte ablösen. Wird wieder seine tief hängende Jogginghose schlabbern lassen, die schon manchen Beinschuss verhindert hat. "Ich trage sie immer eine Nummer zu groß", sagt er: "Ich bin kein Supermodel. Mein Job ist es, Bälle zu halten." Das kann er auch mit 40 noch. © dpa
EM besondere Spieler
ENGLAND - Jamie Vardy (29, Sturm, Leicester City) - Die Geschichte eines wundersamen, blitzschnellen Aufstiegs von der 8. Liga zu den Three Lions. Musste einst mit Fußfessel spielen, fesselt jetzt seine Fans. Als Torschützenkönig eine Hauptfigur des Märchens von Leicester City, eines Sammelbeckens für Talente und Gescheiterte, die aus dem Nichts Meister wurden. Kaum jemand außerhalb Englands hat Vardy spielen sehen. Das ändert sich jetzt. Es wird Zeit. © dpa
EM besondere Spieler
WALES - Joe Allen (26, Mittelfeld, FC Liverpool) - Andrea Pirlo fehlt. Als Passgenie, als italienische Stil-Ikone, die morgens nur einmal schnell mit den Fingern durchs Haar schüttelt und schon perfekt aussieht. Immerhin: Es gibt Joe Allen! "The Welsh Pirlo" nennen sie den Mann. "Großartiger Bart, großartiger Haarschnitt, großartiger Typ", sagt sein Kapitän Ashley Williams. Damit ist alles gesagt. Der echte Pirlo fehlt trotzdem. © AFP
EM besondere Spieler
SPANIEN - Nolito (29, Sturm, Celta Vigo) - Ein Phänomen. Manuel Agudo Durán, so der echte Name, bringt den "Rock'n'Roll zwischen die Violinen", sagt der frühere Nationalspieler Kiko Narváez. Wuchs bei seinen Großeltern auf, weil seine Mutter im Gefängnis saß. Bietet neben den "falschen Neunern" und Pass-Maschinen den Instinkt, Straßenfußball, Kampf. Ist 29 und spielt in der Provinz bei Celta Vigo. Spätstarter gegen alle Widerstände. Vier Tore in neun Länderspielen. © AFP
EM besondere Spieler
BELGIEN - Radja Nainggolan (28, Mittelfeld, AS Rom) - Blondierter Irokesen-Schnitt, Gesicht eines Kriegers, und: Tattoos, Tattoos, Tattoos. Eine riesige Rose vorne und Flügel mit Herz hinten auf dem Hals (für die verstorbene Mama), eine Schlange über den gesamten Bauch, Sinnsprüche, Verschnörkeltes, Geheimnisvolles, Namen, überall. Sieht auch mit nacktem Oberkörper aus, als trage er ein buntes T-Shirt. Spielt übrigens in Italien bei AS Rom. Und: Sein Hund heißt Rudi. © AFP
EM besondere Spieler
PORTUGAL - Renato Sanches (18, Mittelfeld, Benfica Lissabon, bald Bayern München) -Rastalocken, beeindruckend muskulöser Körper, jetzt schon ein Fels. Eines der größten Talente Europas. Bayern München zahlt für den 18-Jährigen mindestens 35 Millionen Euro. Trank auf der Meisterfeier von Benfica Lissabon eine Dose Bier vor laufenden Kameras aus, ohne abzusetzen. Feierte dann mit Hut, aber ohne Hose weiter. © AFP
EM besondere Spieler
RUSSLAND - Roman Neustädter (28, Abwehr, Schalke 04) - Heißt Roman Petrowitsch Neustädter. Geboren in Dnjepropetrowsk (heute Ukraine). Bis 2016 deutscher Staatsbürger, wurde am 30. Mai offiziell Russe, um bei der EM spielen zu können. Musste daraufhin unverhofft seinen deutschen Pass abgeben. Spricht fließend russisch. Schrieb vor kurzem bei Instagram: "Falls du ein Rassist oder homophob bist, verpiss dich von meinem Account!" Spielt jetzt dennoch für das Land Wladimir Putins. Sagt dazu: "Das ändert nichts an meiner privaten Meinung." © dpa
EM besondere Spieler
ALBANIEN - Taulant Xhaka (28, Mittelfeld, FC Basel) - Das Duell mit der Schweiz wird ohnehin ein Spiel von Albanien gegen Albanien II, doch Xhaka verleiht ihm noch eine besondere Note. Taulant, 25, geboren in Basel, spielt gegen seinen Bruder Granit, 23, geboren in Basel. Taulant spielt für Albanien, Granit Xhaka, der von Borussia Mönchengladbach zum FC Arsenal wechselt, entschied sich für die Schweiz. Er spielt am 11. Juni gegen seinen Bruder - und das Heimatland seiner Eltern. © AFP
EM besondere Spieler
NORDIRLAND - Will Grigg (24, Sturm, Wigan Athletic) - Es gibt kein Entkommen. "Der Song ist überall", sagt Grigg, wenn er von "seinem" Lied spricht. Seit Sean Kennedy, Fan von Wigan Athletic, den Hit "Freed from desire" der italienischen Sängerin Gala auf ihn umgeschrieben hat, gibt es kein Halten mehr. In den britischen Download-Charts stand "Will Grigg's on fire" sogar auf Platz sechs - vor Adele, Justin Bieber oder Coldplay. © AFP
EM besondere Spieler
UKRAINE - Andrej Jarmolenko (26, Mittelfeld, Dynamo Kiew) - Verlor Anfang Mai vollkommen die Nerven. Mit einem üblen Tritt gegen Taras Stepanenko, Schachtjor Donezk, löste er eine Massenschlägerei auf dem Platz aus. Die Atmosphäre zwischen den Klubs ist nun vergiftet - aber zusammen stellen die Rivalen nicht weniger als 11 EM-Spieler. Darunter, im Mittelfeld, selbstverständlich: Jarmolenko und Stepanenko. © 
EM besondere Spieler
ISLAND - Kolbeinn Sigthorsson (26, Sturm, FC Nantes) -  Siegtor durch Sigthorsson! Ein Fest für Journalisten, Twitterer, Wortspielfreunde in Deutschland. Erzielte tatsächlich schon anständige 19 Tore in 38 Länderspielen. Spielt in Frankreich beim FC Nantes, auch deshalb interessant. Von Ausgleichsson, Führungsthorsson oder Eigenthorsson ist bisher nichts bekannt. © 

sid

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.