Freude auf dem Rathausmarkt

Nach Tor und Sieg gegen die Ukraine: Waldhessen bejubelt Shkodran Mustafi

+

Bebra. Für die Fußballer in seiner alten Heimat war das gestrige Tor des deutschen Nationalspielers in Diensten des FC Valencia etwas ganz Besonderes.

Was für ein Start in die Fußball-Europameisterschaft aus heimischer Sicht: Der Bebraner Shkodran Mustafi köpft das 1:0 für Deutschland gegen die Ukraine und ist am 2:0-Endstand entscheidend beteiligt.

Jubel brandete beim Public Viewing auf dem Rathausmarkt auf, als Mustafi am Sonntagabend in der 19. Spielminute zum 1:0 traf. Mehr als 200 Fans fieberten in Bebra mit dem DFB-Team mit und sahen anschließend, wie Jérôme Boateng mit einer artistischen Einlage den Ball von der Linie kratzte und Bastian Schweinsteiger schließlich zum 2:0-Endstand traf. Der Veranstalter des Public Viewings, die Stadtentwicklungsgesellschaft Bebra, rechnet damit, dass im Laufe des Turniers noch mehr Menschen zu den Spielen der deutschen Mannschaft auf den Rathausmarkt kommen werden.

Public Viewing auf dem Rathausmarkt Bebra

Wie Mustafis Leistung in der waldhessischen Fußball-Szene angekommen ist? Wir haben uns umgehört.

Einer, der die Leistung von Shkodran Mustafi gut beurteilen kann, weil er dessen Weg als Profi intensiv verfolgt, spielt bei der FSG Bebra in der Kreisoberliga, heißt Lulzim Mustafi und ist Shkodrans Cousin.

„Zu Anfang hat er ein paar Schwierigkeiten gehabt, aber in der zweiten Halbzeit hat er geglänzt“, sagt Lulzim Mustafi. Es sei ja auch eine kleine Umstellung gewesen, denn Shkodran Mustafi spiele in seinem Verein FC Valencia in der Innenverteidigung auf der rechten Seite, in der Nationalelf am Sonntag aber auf der linken. „Ich habe ihm gleich geschrieben und ihn zu seinem ersten Länderspieltor und zu seiner Leistung beglückwünscht“, berichtet Lulzim Mustafi.

„Die erste Halbzeit habe ich mit der Familie, also mit seinem Bruder und den Cousins, am Bebraer Rathaus gesehen - für die späte Uhrzeit war da ganz schön was los“, erzählt er. In der Halbzeit ging es schnell zum Essen nach Hause - das sei wegen des Fastenmonats Ramadan nicht früher möglich gewesen, erklärt Lulzim Mustafi. Die zweite Hälfte schauten dann alle zusammen zu Hause.

Andy Becker, Kapitän der SG Wildeck, hat den ersten deutschen EM-Auftritt auf der Süßer Kirmes auf einer Leinwand verfolgt. „Mustafi hat seine Sache gut gemacht, er hatte starke Szenen, aber auch ein paar schwächere“, stellt er fest. „Er war bestimmt ein bisschen nervös, denn in der Vorbereitung hatte er ja keine Rolle gespielt - und dann steht er plötzlich in der Startelf.“ Auf jeden Fall hätten ihn in Süß alle gefeiert.

Insgesamt war Andy Becker von Joachim Löws Jungs aber ein bisschen enttäuscht: „In der Abwehr war es teilweise katastrophal. Höwedes habe auf seiner Seite große Schwierigkeiten gehabt. „Da würde ich mir Gedanken machen über eine Umstellung. Ich gehe aber davon aus, dass die Mannschaft in jedem Spiel des Turniers etwas zulegen kann“, sagt Andy Becker.

In seiner Jugend hat Steffen Kanngießer mit Mustafi zusammengespielt. Der Rotenburger, in der vergangenen Saison für die SG Niederaula/Hattenbach am Ball, hat das Spiel und Mustafis Tor bei Freunden gesehen. „Vor der EM sah es ja nicht so aus, dass er viele Einsätze bekommen würde, aber in den Tagen vorher hat man dann rausgehört, dass er spielen würde“, sagt Kanngießer. Ihm bescherte das erste Länderspieltor seines ehemaligen Mitspielers „einfach ein „gutes Gefühl“.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.