Fußball-Kolumne "An der Seitenlinie": Zidane und das Kaugummi

Zinedine Zidane

Wenn Zinedine Zidane nicht gerade seinen Kopf in die Brust eines Gegenspielers rammt, ist er durchaus bemüht, sich zu benehmen. Das wurde kürzlich erst wieder deutlich.

Und zwar als er nach dem 2:1 im Klassiker gegen den FC Barcelona ein – nun ja – Vorbild für jeden Schüler gab. Vor der Pressekonferenz klebte der Trainer von Real Madrid seinen Kaugummi wie ein Fünftklässler unter den Tisch. Er redete dann und redete, und als er fertig war, nahm er den Kaugummi, stecke ihn wieder in den Mund und knatschte weiter.

Ein Hoch auf den Kaugummi, der gerade für Fußballer nicht zu unterschätzen ist. Schließlich gilt als bewiesen, dass sich durch das Kauen der Stress besser bewältigen lässt; das Konzentrationsvermögen und die Aufmerksamkeit sollen sich erhöhen. Unbestätigt ist, dass der Kaugummi Spielern wie Cristiano Ronaldo sogar als Gel-Ersatz dient. Den wahren Wert des Kaugummis hat selbst der Deutsche Fußball-Bund erkannt. Er verurteilte Kölns Sportdirektor Jörg Schmadtke, weil er seinen Kaugummi jüngst missbrauchte und ihn in Richtung des gegnerischen Trainers warf. 8000 Euro Strafe musste Schmadtke zahlen.

Das reicht für eine Zehnjahresration – zumindest für einen, der so sparsam damit umgeht wie Zidane. Er wird auch am Dienstag wieder kauend an der Seitenlinie stehen, wenn Real gegen Wolfsburg versucht, das 0:2 aus dem Hinspiel aufzuholen. Manch Wolfsburger soll eine Ahnung haben: Die Partie könnte sich ziehen wie Kaugummi.

Über den Autor

An der Seitenlinie ist eine Kolumne über den kleinen und großen Fußball, weil Fußball überall funktioniert. Florian Hagemann (40) ist Redakteur der HNA und macht das, was einem nicht ausreichend talentierten Fußballer bleibt, wenn er kein Schiedsrichter werden will: Er schreibt über Fußball. Immer montags erscheinen seine Beobachtungen an der Seitenlinie.

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