Flick, Klopp, Rangnick

Wer kann, wer will, wer hat Zeit? Kandidaten für eine mögliche Nachfolge von Bundestrainer Jogi Löw

Jogi Löw, Bundestrainer der Fußball-Nationalmannschaft, hat eine Pfeife im Mund.
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Jogi Löw darf die Fußball-Nationalmannschaft auch bei der EM 2021 führen - doch über eine Nachfolge wird bereits hitzig diskutiert.

Jogi Löw darf seinen Posten als Bundestrainer der Fußball-Nationalmannschaft trotz Spanien-Debakel behalten - seine Nachfolge wird trotzdem hitzig diskutiert.

Kassel – Der Bundestrainer darf weitermachen. Joachim Löw soll die Fußball-Nationalmannschaft trotz des 0:6-Desasters in Spanien auch bei der Europameisterschaft im kommenden Jahr führen. Ungeachtet dieser Entscheidung hat die Diskussion um die Nachfolge Löws längst begonnen. Aber wer könnte es machen? Wer will? Und wer hat Zeit? Der Kandidaten-Check.

Hansi Flick

Münchens Meistertrainer ist einer der beiden häufigst genannten Namen. Der Haken: Die Bayern werden ihn nicht gehen lassen. Warum aber Flick nicht in Doppelfunktion bis zur EM installieren? Löws ehemaliger Co-Trainer kennt die Nationalmannschaft von innen. Und er kennt aus München die Spieler, die das Gerüst der deutschen Elf bilden. Die Anzahl der Termine bis zur EM ist überschaubar, eine Doppel-Belastung wäre verkraftbar.

Fazit: Logischste Lösung.

Thomas Tuchel

Zumindest einer, der spätestens nach der EM Zeit hätte. Tuchels Vertrag bei Paris St. Germain läuft im kommenden Sommer aus. Der 47-Jährige ist in der französischen Hauptstadt umstritten – weil er zwar nationale Titel holte, die internationalen aber ausblieben. Gut vorstellbar, dass der ehemalige Coach der Mainzer und Dortmunder ein Angebot vom DFB nicht ablehnen würde. Eine einfache Persönlichkeit ist der im bayerischen Landkreis Günzburg geborene Tuchel aber nicht. Hat seine Klasse dennoch immer wieder bewiesen, vor allem auch in einer schwierigen Phase des Umbruchs beim BVB.

Fazit: Nicht die erste Wahl.

Jürgen Klopp

Neben Flick der meistgenannte Name. Seit Jahren der Wunschkandidat von Fußball-Deutschland für eine Löw-Nachfolge. Auch der DFB wäre sicher nicht abgeneigt. Klopp kann Spieler besser machen – das hat er immer wieder bewiesen. Zudem hätte der 53-Jährige wahrscheinlich schon beim Stand von 0:2 gegen Spanien an der Außenlinie getobt und motiviert. Das kann er ebenfalls gut. Gleicher Lebenslauf wie Tuchel: Mainz, Dortmund, Topklub im Ausland. Anders als bei Tuchel aber in Liverpool geschätzt und verehrt. Hat erst kürzlich seinen Vertrag bis 2024 verlängert.

Fazit: Nicht vor 2024.

Ralf Rangnick

Ein absoluter Fachmann, der bei Hoffenheim und Leipzig gezeigt hat, dass er Spieler entwickeln kann. Hat zudem gerade Zeit – und wohl auch wieder Lust auf einen Trainerjob. Wäre im vergangenen Sommer fast beim AC Mailand gelandet. Kann sich Gerüchten zufolge auch die Arbeit als Bundestrainer vorstellen. Aber: Der 62-Jährige ist ein Reformer. Bei zwei großen Turnieren in den kommenden zwei Jahren hat er dafür wenig Zeit.

Fazit: Durchaus denkbar.

Stefan Kuntz

Von der U21 zur Ersten – was in der Vereinswelt häufig klappt, ist auch bei der Nationalmannschaft denkbar. Der 58-Jährige hat allerdings kaum Trainererfahrung im höherklassigen Fußball. War nur wenige Spiele bei Karlsruhe und Mannheim in der zweiten Liga tätig. Wirkt immer ein wenig wie der nette Onkel. Sagte zuletzt, wir hätten „einen geilen Bundestrainer“ und er selbst habe „einen geilen Job“ – vor dem 0:6.

Fazit: Leichte Lösung, aber nicht sehr wahrscheinlich.

Jupp Heynckes

Triple-Trainer, Königs-Feuerwehrmann – Heynckes hat mit dem FC Bayern alles erreicht, was ein Trainer erreichen kann. Seine Erfahrung, seine Ausstrahlung, der Respekt, den er bei Spielern genießt – all das könnte er auch bei der Nationalmannschaft gewinnbringend einbringen. Heynckes wäre wohl der, dem auch ein sehr kurzfristiges Einspringen zuzutrauen ist. Fraglich allerdings, ob der 75-Jährige seinen Ruhestand unterbrechen würde.

Fazit: Charmant, aber unwahrscheinlich.

Lothar Matthäus

Einer der unermüdlichsten Löw-Kritiker. Wäre bei einer Berufung vermutlich am Ziel seiner Träume und „Dopmodiviert“. Hat als Trainer allerdings weniger Erfolge und mittlerweile auch weniger Erfahrung als im Job des TV-Experten.

Fazit: Muss ja nicht.

(Frank Ziemke und Maximilian Bülau)

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