Schnellcheck zur Fußball-WM

Kroatien steht erstmals im WM-Finale: Mandzukic trifft England spät

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Die Entscheidung: Ex-Bundesligaspieler Mario Mandzukic sorgte in der 109. Minute für die Entscheidung und schoss die kroatische Nationalmannschaft mit seinem 2:1 gegen England erstmals in ein WM-Finale.

Kassel. Historischer Erfolg für die Kroaten: Nach dem 2:1-Sieg in der Verlängerung des Halbfinals gegen England stehen sie zum ersten Mal in einem WM-Endspiel. Dort treffen sie am Sonntag (17 Uhr/ZDF) auf Frankreich. Der Schnellcheck.

War denn das zweite Halbfinale spektakulärer als das erste?

Es ging auf jeden Fall spektakulär los. Erster Schuss. Erstes Tor. Englands Kieran Trippier schnibbelte einen Freistoß aus 19 Metern ins Eck. Und das bereits nach fünf Minuten. Das erste Halbfinale hatte mehr Eleganz und individuelle Klasse, aber gestern war es unterhaltsamer. Warum? Es gab mehr Torraumszenen. Und das war wichtig für den Spaßfaktor.

Und wie war der Spielverlauf?

Nach dem Knaller-Auftakt blieb England dran. Wieder war es ein Standard. Was auch sonst? Aber Harry Maguire köpfte knapp vorbei (14.). Und die Kroaten? Fernschüsse von Ivan Perisic und Ante Rebic. Aber gefährlich war das nicht. Die Kroaten waren behäbig – vor allem im Vergleich mit dem leichtfüßigen Gegner.

Und das Team von der Insel hatte noch eine große Doppelchance. Harry Kane scheiterte erst an Torhüter Danijel Subasic – dann am Pfosten (30.). Die Balkan-Kicker wirkten in der Abwehr häufig wie ein Hühnerhaufen. Als hätte es Trainer Gareth Southgate geahnt, ließ er seine Spieler vor dem Halbfinale auch mal mit Gummihühnern trainieren. Aber im Ernst. Die Halbzeitführung war verdient.

Und nach der Pause? Da verflachte die Partie. Bis zur Perisic-Show: Erst blockt Walker den Schuss von ihm (65.). Nur drei Minuten später ist Perisic bei einer Flanke mit seinem Fuß eher am Ball als Walker mit dem Kopf. 1:1. In der 70. Minute schießt Perisic an den Pfosten. Die Kroaten waren am Drücker. Aber trafen nicht mehr. Verlängerung.

Dort hatte zunächst jeder eine dicke Chance. Für England: John Stones köpft, aber Sime Vrsaljko klärt auf der Linie (99.). Für Kroatien: Mario Mandzukic schießt aus vier Metern, Pickford hält (105.).

Und dann kam noch mal Mandzukic: Perisic gewinnt an der Strafraumkante ein Kopfballduell (109.). Plötzlich steht der Stürmer da, wo ein Stürmer stehen muss. Fünf Meter vor dem Tor. Er zieht ab. 2:1. Das Tor zum Finale. Mandzukics Tor des Lebens.

Gab es denn auch einen Aufreger?

Sagen wir es mal so: Domagoj Vida hatte schon nach dem Halbfinaleinzug der Kroaten gegen Russland für Aufregung gesorgt, als er in einem Videoclip „Ruhm der Ukraine“ rief und dafür von der Fifa verwarnt wurde. Gestern ist der kroatische Nationalspieler dann von den Fans der Gastgeber ausgepfiffen worden.

Für den Aufreger der etwas anderen Art sorgte die britische Boulevardzeitung „The Sun“, deren Internetseite nach der 1:0-Führung der Engländer nicht mehr richtig funktionierte. „Wir haben ein paar Probleme“, schrieb das Blatt – und fügte hinzu: „Wir sind nicht alle unten im Pub, ehrlich.“

Was hatte Justin Timberlake mit dem Halbfinale zu tun?

Nein, er war nicht im Stadion wie Mick Jagger am Tag zuvor beim ersten Halbfinale zwischen Frankreich und Belgien. Aber Justin Timberlake strich gestern Abend kurzerhand die Vorbands seines Konzerts in der Londoner O2-Arena, um gemeinsam mit seinen Fans das Spiel zwischen England und Kroatien live auf den Videoleinwänden zu verfolgen.

Wie war die Fernsehübertragung im ZDF?

Sie trug vor allem einen Namen: Oliver. Denn neben Moderator Oliver Welke und Experte Oliver Kahn kommentierte auch noch Oliver Schmidt das Spiel. Seine Sätze des Abends: „Da stehen sie aufgereiht, als wollten sie in einen Bus einsteigen. Bekanntlich sind die Engländer da ja immer sehr sorgfältig.“ Warum der englische Ex-Nationalspieler Danny Mills als Gast im ZDF-Studio war, erschloss sich uns aber weniger, hieß ja schließlich nicht Oliver. Und mit seinen 19 Länderspielen hatten wir ihn jetzt auch nicht so wirklich auf dem Schirm.

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