Fußball-Zweitligist kann als siebter deutscher Verein den Durchmarsch schaffen

Das Darmstädter Märchen: Südhessen können in die Bundesliga aufsteigen

Erfolgscoach: Darmstadts Dirk Schuster. Foto: dpa

Kassel. Es ist noch nicht lange her, da musste der SV Darmstadt 98 um den Klassenerhalt in der Regionalliga zittern. Jetzt spielen die Südhessen um den Aufstieg in die Bundesliga.

Am 29. Mai 1982 bestritt der SV Darmstadt 98 zum letzten Mal ein Spiel in der 1. Fußball-Bundesliga. Einziger Torschütze der Lilien bei der 1:6-Niederlage in Mönchengladbach war der spätere Kasseler Angreifer Peter Cestonaro. Nun, 33 Jahre später, stehen die Mannen vom Böllenfalltor dicht vor der Rückkehr in die Beletage des deutschen Fußballs.

Nach dem 1:0-Erfolg in Karlsruhe kann unter Umständen schon ein Sieg am Sonntag in Fürth zur Qualifikation für die höchste Liga reichen. Sollten die Südhessen dieses Ziel in die Tat umsetzen, hätten sie Historisches geleistet. Die wundersame Wandlung eines Vereins, der vor gar nicht langer Zeit um den Klassenerhalt in der Regionalliga zittern musste.

DIE AUSGANGSLAGE 

Vor fünf Jahren drohte Darmstadt der Abstieg in die Hessenliga. Begünstigt durch den freiwilligen Rückzug der Teams aus Reutlingen und Bamberg, blieben die Lilien als Viertletzter in der vierthöchsten Klasse. Eine Saison später qualifizierte sich der Renommierverein unter der Regie des neuen Trainers Kosta Runjaic als Meister für die 3. Liga – vor den Stuttgarter Kickers und den Löwen des KSV Hessen Kassel.

DIE ZEIT IN DER 3. LIGA 

Tabellenende und Trainerwechsel – die Stimmung bei den Lilien war so mies, als hätte jemand das Darmstädter Heinerfest abgesagt. Erst als Dirk Schuster das Traineramt 2012 übernahm, ging es leicht bergauf. Dennoch stand das Team im Mai 2013 sportlich als Absteiger fest. Nur weil Offenbach keine Lizenz erhielt, durften die 98er in der Liga bleiben.

DER RASANTE AUFSTIEG 

In der Serie 2013/14 mischte Darmstadt dank vieler Treffer von Stürmer Dominik Stroh-Engel kräftig an der Tabellenspitze mit. Das Duell um den zweiten Rang hatten die Lilien gegen den finanzstarken Klub RB Leipzig verloren. Dessen Etat war mit 15 Millionen Euro gut sechsmal so hoch wie der des südhessischen Vertreters ( 2,3 Mio. Euro). So löste die Schuster-Elf das Ticket für die 2. Liga erst nach zwei mitreißenden Partien in der Relegation gegen Bielefeld: Das entscheidende Tor fiel in der Nachspielzeit der Verlängerung.

DIE ZEIT IN DER 2. LIGA 

Als Zweitplatzierter kann Darmstadt den nächsten Aufstieg aus eigener Kraft perfekt machen. Die Lilien wären allerdings nicht der erste Verein, dem ein solcher Durchmarsch gelingt. Vor ihnen schafften das bereits 1860 München (1994), Fortuna Düsseldorf (1995), Arminia Bielefeld (1996), 1. FC Nürnberg (1998), SSV Ulm (1999) und die TSG 1899 Hoffenheim (2008). Während der ambitionierte 1. FC Kaiserslautern in dieser Serie mit einem Etat von elf Millionen Euro kalkuliert, liegen die 98er bei fünf Millionen Euro. Dieser dürfte sich im Falle einer Erstliga-Qualifikation mindestens verdoppeln. Womit die Situation nicht mehr mit der vor dem ersten Erstliga-Aufstieg der Darmstädter 1978 zu vergleichen ist. Da hatten sie keine Profis und wurden als Feierabendfußballer vom Böllenfalltor bekannt.

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