Fußballfan aus England

Der 11-jährige Joe Bryant baut Bundesliga-Stadien mit Lego nach

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Der Herr der Steine: Joe Bryant ist elf Jahre alt und wohnt südlich von London. Sein Ziel ist es, alle 18 Bundesliga-Stadien nachzubauen. Aktuell hat er das Bremer Weserstadion fertiggestellt.

Joe Bryant aus dem englischen Crawley hat eine Mission: Er will alle 18 Stadien der Fußball-Bundesliga mit Legosteinen nachbauen.

Es wird der Tag kommen, an dem ein Kind aus England das Weserstadion zerstört. Mit einem beherzten Griff wird es das Dach abreißen, die Flutlichtmasten wie Gänseblümchen abknicken und durch die Tribünen brechen, als würde Godzilla aus der Weser steigen und sich seinen Weg Richtung Osterdeich bahnen. Dieses Monster wird Joe Bryant sein, 11 Jahre alt, Sechstklässler aus Crawley südlich von London, und der darf das. Denn er hat das Weserstadion gebaut. In seinem Zimmer. Aus Lego. Und Tausende Fußballfans interessiert das.

Nun hat Joe sein neuestes Modell der Welt präsentiert. In einem Zeitraffer-Video dokumentiert er den Bau, wie eine leere genoppte grüne Spielfläche das Zentrum eines kleines Kunstwerks wird, wie er Tribünen hochzieht, das Dach aufsetzt, die Fassade anheftet und zum Schluss die Flutlichter aufsteckt. In den sozialen Medien bekommt Joe begeisterte Reaktionen. „We love it“, schreibt sogar Werder Bremen.

„Ich mag den Look des Weserstadions sehr"

Joe ist ein Junge auf einer Mission. So steht es in seinem Twitter-Profil (@AwayDayJoe_). Auf einer ziemlich langwierigen Mission. Er will alle 18 Bundesliga-Stadien aus Lego bauen. Sieben hatte er schon: Gladbach, Köln, Schalke, Leverkusen, Nürnberg, Mainz, Augsburg. Bremen ist jetzt die Nummer acht. Seine Follower in den sozialen Medien (ungefähr 3000 auf Youtube und 2000 auf Twitter) hatten sich die Allianz-Arena, den Signal-Iduna-Park und das Weserstadion gewünscht. Joe entschied sich für die Arena an der Weser.

„Ich mag den Look des Weserstadions sehr, und die Fans von Werder Bremen sind sehr cool“, erklärt Joe Bryant. Besonders die Flutlichtmasten haben es dem Schüler angetan. „Die liebe ich!“ Überhaupt gefallen ihm die deutschen Stadien viel besser als die in der Premier League. „Viele englische Stadien sehen gleich aus, aber die in der Bundesliga sind alle unterschiedlich und toll.“ Und die Fans nicht zu vergessen! „Die Atmosphäre in deutschen Spielen sind so viel besser“, sagt Joe.

Eigentlich ist Joe ein ganz normaler Junge aus England. Er besucht die sechste Klasse, mag Sport und Mathe, und will natürlich Fußball-Profi werden. Wenn das nicht klappt, könnte er sich vorstellen, echte Fußballstadien zu entwerfen. Oder Achterbahnen. Mal sehen. Mit Stadien hat er am meisten Erfahrung.

Beste Erfahrung in Mainz gemacht

Fußballstadien aus Lego baut er, seit er „ungefähr fünf“ ist, sagt Joe. „Ich mochte Fußballstadien, also habe ich angefangen, Tribünen zu bauen und meine eigenen Stadien zu entwerfen.“ So ging es los. Irgendwann stellte seine Familie Fotos und Videos der gebauten Arenen ins Internet, die Resonanz war überwältigend. Medien wurden auf Joe aufmerksam, Klubs luden ihn mit seinen Lego-Bauten nach Deutschland ein. Er war zum Beispiel auf Schalke, in Nürnberg und Köln.

„Es ist fantastisch, wenn die Fans sehen können, was ich gebaut habe. Viele wollen Fotos machen“, freut sich Joe. Die beste Erfahrung hat er in Mainz gemacht. Seine Miniatur wurde auf den Rasen der Opel-Arena gestellt, als Joe vom Fernsehsender Sky und dem Stadionsprecher interviewt wurde und seine Arbeit vorstellen konnte. „Meine Freunde in der Schule waren ziemlich neidisch“, so Joe.

Jetzt steht es also. Aber es ist kein Bauwerk für die Ewigkeit. Irgendwann wird Joe sein Weserstadion vermutlich wieder auseinandernehmen müssen. Weil er die Steine für die nächsten Projekte braucht. Und weil sein Kinderzimmer allmählich zu klein wird. Also muss Joe wohl oder übel irgendwann die Spielzeug-Bagger anrollen lassen – oder halt Godzilla spielen.

Von Maik Hanke

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