Satirische Würdigung des ehemaligen Fifa-Präsidenten

Sepp Blatter wird 80 und schreibt ein Buch: Anekdoten zum runden Geburtstag

Wird heute 80 Jahre alt: Sepp Blatter, bis vor Kurzem Präsident des Fußball-Weltverbandes. Foto: dpa

Kassel. Sepp Blatter feiert am Donnerstag, 10. März, seinen 80. Geburtstag – knapp zwei Wochen, nachdem er nun auch offiziell das Amt des Präsidenten beim Fußball-Weltverband Fifa verloren hat.

Blatter aber will nicht untätig bleiben. Er kündigte an, dass er in einem bald erscheinenden Buch Anekdoten aus seinen 40 Jahren bei der Fifa veröffentlichen werde.

Über ein Konto in der Schweiz und über die Umwege Kitzbühel und Katar sind uns drei Geschichten aus Blatters Buch vorab überliefert worden, die wir hier wiedergeben – freilich mit einem Augenzwinkern.

• Blatter und die Anekdote mit dem Sommermärchen: „Die Idee vom Sommermärchen entstand beim Golfen mit dem Franz. Franz, hab ich zum Beckenbauer gesagt, du kriegst die WM für 20 Millionen Schweizer Franken. Und wenn Du an Loch 18 besser bist als ich, erlasse ich dir die Hälfte. Also hat sich der Franz angestrengt und mich prompt besiegt. Die 10 Millionen hat er mir dann über diesen Louis-Dreyfous besorgt und über einen Scheich überweisen lassen. Franz war nicht ganz wohl bei der Sache, aber ich habe ihn beruhigt: Wenn das alles rauskommt, dann sagen wir einfach, die Pappnase von Niersbach hat die Zahlung für deinen Hubschrauber auf den falschen Weg geleitet. Das hat dem Franz gefallen. Für irgendwas, hat er gesagt, muss der Niersbach ja auch gut sein. Und dann haben wir erst einmal das Sommermärchen gefeiert und den Deutschen ein neues Image verpasst.“

• Blatter und die Anekdote mit Katar: „Viele fragen sich ja noch heute, wie wir die WM 2022 nach Katar geben konnten. Und ich beteuere: Korruption hat keine Rolle gespielt. Es war ganz einfach: Wir haben Blinder Blatter gespielt. Das ging so: Meine Freunde aus dem Exekutivkomitee haben mir die Augen verbunden und dann einen Globus vor die Nase gestellt. Der Franz hat den Globus gedreht, der Warner Jack hat ihn gestoppt, und ich musste dann mit dem Finger auf den WM-Ort deuten. War eine riesen Gaudi, wobei ich schon den Eindruck hatte, dass sie mir Katar untergejubelt haben. Franz hat dann nur gefragt, was es denn mit diesem Katar auf sich hat. Habe ihm versichert, da gäbe es weder Korruption noch Sklaven. Das hat er geglaubt. Der Franz.“

• Blatter und die Anekdote mit Gott: „Auf dem Höhepunkt meiner Schaffenskraft habe ich mich mit Gott getroffen. Gott war ganz aufgeregt, weil es auch nicht alle Tage vorkommt, dass er den Allmächtigen trifft. Ich habe ihn aber beruhigen können. Was in solchen Situationen immer hilft? Sich über Fußball zu unterhalten. Habe ihn auf interplanetarische Wettbewerbe angesprochen, da war er ganz begeistert. Er wollte sogleich weitere Planeten schaffen, auf denen er Fußball spielen lässt. Und dann haben wir ein bisschen rumgesponnen über ein Turnier im Jahr 2100 mit 200 Ländern von 40 verschiedenen Planeten, das sich über sechs Monate erstreckt und in Katar ausgetragen wird. Wir waren uns dann auch schnell einig, wer das Ganze organisieren soll: Ich, der Präsident des Interplanetarischen Fußballverbandes InPlaFu. Das fand Gott auch einleuchtend. Er sicherte mir sogleich das ewige Leben zu.“

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