Grausame Szenen

Gewalt in Argentinien: Fan wird von Tribüne gestoßen und stirbt

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Emanuel Balbo stürzt über ein Geländer und erlag am Montag seinen Verletzungen.

Cordoba - Der gewaltsame Tod eines Fans hat Argentiniens Fußball in Schockstarre versetzt.

Beim brisanten Stadtderby in Cordoba in der ersten argentinischen Liga zwischen Belgrano und Talleres wurde am Samstag der Belgrano-Fan Emanuel Balbo nach einem Handgemenge auf der Flucht über ein Geländer gestoßen und stürzte mehrere Meter tief einen Tribünenzugang hinunter. Der 22-Jährige erlag am Montag seinen schweren Kopfverletzungen.

Die Polizei hat bereits vier Hooligans verhaftet, der Hauptverdächtige, Oscar Gomez, ist noch auf der Flucht. Gomez hatte vor vier Jahren bei einem Autounfall schon den Tod von Balbos Bruder verschuldet. Im Block der Belgrano-Fans wiedererkannt, soll Gomez absichtlich Balbo als Talleres-Anhänger denunziert haben, worauf auf dem Oberrang des Estadio Mario Alberto Kempes eine tödliche Treibjagd gegen den angeblichen Eindringling begann.

Cordoba eigentlich ein friedliches Stadion

Obwohl die Gewalt in Argentiniens Stadien immer wieder für grausige Bilder sorgt, gilt die Arena, die mit der 2:3-Niederlage bei der WM 1978 gegen Österreich als "Schmach von Cordoba" ihren Platz in der deutschen Fußballgeschichte einnimmt, als eher friedlicher Schauplatz. Am Samstag trugen die beiden Stadtrivalen erstmals nach 15 Jahren wieder ein Erstliga-Duell aus.

Der argentinische Fußball-Verband AFA hat den Vorfall in einer Mitteilung schwer verurteilt und "jede mögliche Zusammenarbeit" mit den Sicherheitsbehörden zugesagt, "damit solche Ereignisse in keinem argentinischen Stadion mehr vorkommen".

SID

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