Göttinger Nationalspielerin Pauline Bremer steht im Fokus

Auf dem Weg zum Tor: Pauline Bremer (Mitte) trifft gegen Ungarn. Szabina Talosi kommt zu spät. Foto: dpa

Kassel/Göttingen. Sie ist die Senkrechtstarterin im Dress des Deutschen Fußball-Bundes: die Göttingerin Pauline Bremer.

Beim 12:0-Sieg im EM-Qualifikationsspiel gegen Ungarn am Freitag feierte sie ein Startelf-Debüt der besonderen Art und bejubelte gleich ihre ersten drei Länderspiel-Tore. Logisch, dass die 19-Jährige in den Tagen danach in den Blickpunkt gerückt ist und viel Lob erhalten hat. „Das Interesse ist schon größer. Das freut mich natürlich. Dieses Spiel war etwas ganz besonderes, etwas, das ich so schnell nicht vergessen werde. Aber ich weiß auch, dass noch viel Arbeit auf mich wartet und es nur ein weiterer Schritt in meiner Entwicklung war“, sagt die Stürmerin am Telefon, als wir sie in Zagreb erreichen. Dort steht heute (17.45 Uhr, ARD) das nächste Qualifikationsspiel gegen Kroatien auf dem Programm.

Zeit, um einen auf ihr starkes siebtes Länderspiel auszugeben, blieb noch nicht. „Wir sind nach dem Spiel in Halle gleich weitergeflogen. Aber wenn die Zeit bleibt, spendiere ich der Mannschaft gern noch ein Getränk“, sagt Bremer und lacht.

Sie ist gelöst und locker, von Druck oder gestiegener Erwartungshaltung ist ihr nichts anzumerken. Im Sommer erst hat die ehemalige Schülerin des Göttinger Hainberg-Gymnasiums mit dem Abitur in der Tasche Turbine Potsdam und der Bundesliga den Rücken gekehrt und den Sprung ins Ausland gewagt: Bei Olympique Lyon steht sie nun unter Vertrag und täglich mit Weltklasse-Spielerinnen wie Lotta Schelin, Louisa Nécib und Elodie Thomis auf dem Platz. „Es läuft sehr gut. Ich bin froh, den Schritt gemacht zu haben. Ich lerne viel, merke aber auch, dass ich gut mithalten kann.“ Die Franzosen setzen auf eine andere Spielphilosophie. „Das Kurzpass-Spiel steht im Mittelpunkt. Es ist technischer, mehr auf Ballbesitz ausgerichtet“, erklärt die 19-Jährige. In Potsdam hingegen sei sie viel mehr gelaufen, habe die Pässe direkt in den Lauf bekommen.

Von der höheren und veränderten Trainingsintensität profitiert Bremer jetzt in der Nationalmannschaft. Bundestrainerin Silvia Neid attestierte ihr bereits, dass sie ihre Technik verbessert habe. „Das Tempo ist in Lyon genauso hoch wie im Nationalteam. Ich bin deshalb gut reingekommen“, erklärt Bremer. Ebenso gut reingekommen ist sie auch in ihren Alltag in Frankreich. Sechs Jahre Französischunterricht an der Schule haben den Einstieg erleichtert. „Mittlerwele kenne ich auch die Fußballbegriffe ganz gut. Denn auf dem Platz wird bei uns ausschließlich Französisch gesprochen. Und wenn es doch mal Probleme gibt, übersetzt mir die Schwedin Lotta Schelin die Sätze ins Englische.“ Zeit für Heimweh bleibt keine. Wann immer möglich, sieht sie ihre Familie. Ihre Eltern Mareike und Philipp Bremer waren etwa beim Spiel in Halle im Stadion. „Nach dem Spiel haben wir uns kurz gesehen, bevor wir mit dem Team weitergereist sind“, sagt die Angreiferin. .

Heute fiebern Familie und Freunde in Göttingen vor dem Fernseher mit. Ob Bremer spielt, erfährt sie nach der Teamsitzung am Vormittag. Ihr Wunsch: „Ich hoffe darauf, dass wir drei Punkte holen. Einen Dreierpack nehme ich auch gern nochmal mit, aber das ist zweitrangig.“

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.