Ein überraschender Weltmeister und ein Insel-Klub

Top 5 des Wochenendes: Große Mäuler, große Ehre

Robin Krasniqi
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Boxer Robin Krasniqi jubelt über den WM-Titel.

Der Sport hat mehr zu bieten als nackte Ergebnisse. Er liefert immer wieder schöne, kuriose und besondere Geschichten. Wir haben einige davon in unserer Top fünf des Wochenendes zusammengefasst.

1. Ein neuer König: Eigentlich hätte Robin Krasniqi gar nicht gegen Dominic Bösel geboxt. Eigentlich sollte der Australier Zac Dunn gegen den 30 Jahre alten Bösel antreten, der seit dem vergangenen Jahr Weltmeister im Halbschwergewicht ist. Doch wegen der Corona-Pandemie musste dieser Kampf verschoben werden – und findet nun vielleicht gar nicht mehr statt.

Denn Bösel ist seit Samstagabend nicht mehr Weltmeister. Nachdem er im Vorfeld seiner Titelverteidigung gegen Robin Krasniqi – der im Übrigen nichts mit dem Ex-Boxer Luan Krasniqi zu tun hat – großmäulig dahergekommen war, sahen 2,5 Millionen Zuschauer beim Box-Comeback in der ARD nach sechs Jahren, wie Bösel bereits in der dritten Runde k.o. ging. Der König des Rings ist nun ein anderer: Robin Krasniqi, der sich im dritten Anlauf den WM-Titel erkämpfte.

2. Die alte Königin: In England heißt die Königin weiterhin Queen Elizabeth II. – mittlerweile ist sie 94 Jahre alt. 72 Jahre jünger ist der Fußballer Marcus Rashford, der bei Manchester United unter Vertrag steht. Der setzt sich für arme Kinder ein und hatte so für kostenlose Mahlzeiten in Schulen gesorgt. Dafür erhielt er bereits die Ehrendoktorwürde der Universität Manchester. Nun wurde ihm eine noch größere Ehre zuteil. Die Queen hat ihn für sein Engagement zum „Member of the Order of the British Empire“ ernannt. Das ist die fünfhöchste Ehrung, die die Königin für besondere Leistungen vergeben kann.

3. Den König geschlagen: Darum geht es ja beim Schachspielen – den König des Gegners zu schlagen. Gegen den norwegischen Weltmeister Magnus Carlsen war das lange keinem gelungen. Genauer gesagt seit dem 18. Juli 2018 und insgesamt 125 Partien. Doch nun ist es passiert. Carlsen (29) unterlag bei einem Turnier in seiner Heimat dem Polen Jan-Kzrystof Duda (22). In Stavanger wurde erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie nicht online gespielt. Carlsen hatte in diesem Jahr bereits neun Turniere gewonnen. Und seit 2018 eben 44 Siege sowie 81 Unentschieden eingefahren. Aber jede Serie endet. Und diese ist nun vorbei. Auch wenn Carlsen vorab nicht eine so große Klappe hatte wie Boxer Dominic Bösel.

4. Könige auf Wangerooge: So ein Wochenende mit Länderspiel löst nicht bei allen Fußball-Fans pure Freude aus. Es fehlt etwas am Nachmittag. Die Folge bei Kollege F.: Er vertreibt sich die Zeit auf Amateur-Fußball-Portalen. Und stößt auf etwas, über „das ihr unbedingt berichten müsst“. Nämlich dies: „Irrer Elferkrimi endet 17:16.“ Es geht um ein Spiel des TuS Wangerooge im Kreispokal gegen Middelsfähr-Mariensiel. Die Inselkicker sind in der 4. Kreisklasse aktiv, klarer Außenseiter gegen den zwei Klassen höher spielenden Gast. Nach 90 Minuten steht es 2:2. Ohne Verlängerung geht es ins Elfmeterschießen. Das insgesamt 34 Schützen haben wird. Den Sieg sichert Marco van Koten, der auch noch Vereinspräsident ist. Irre!

Mit einem Haken. Das Spiel der Inselkönige fand bereits im September statt. Am Wochenende spielte Wangerooge gegen den STV Wilhelmshaven IV. Und rang dem Tabellenführer beim 3:3 einen Punkt ab. Auch nicht schlecht.

5. König der Halfpipe: Haben Sie schon mal etwas vom „Switch Alley-Oop Double Rodeo 1080 Indy to Nose“ gehört? Nicht? Wer es sich vorstellen möchte: ein rückwärts angefahrener Doppelsalto mit drei Hangaufwärts-Drehungen um die eigene Achse, darüber hinaus greift die hintere Hand die Mitte des Bretts zwischen beiden Füßen, die vordere die Spitze des Bretts. Klarer?

Egal. Dem Schweizer Jan Scherrer gelang dieser Trick auf einem Snowboard nun als erstem Menschen überhaupt. Er habe ihn seit fünf Jahren im Kopf gehabt, sagte Scherrer. Er habe aber nie gewusst, wie er es angehen soll. Geklappt hat es nun trotzdem. Und Scherrer kann sich König der Halfpipe nennen. (Frank Ziemke und Maximilian Bülau)

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