In der ersten Runde des Pokals

Das große Umziehen der Kleinen: Im DFB-Pokal müssen sieben Teams das Stadion wechseln

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Hier wird definitiv kein Spiel der ersten Runde im DFB-Pokal ausgetragen: Aufgrund von Lärmschutzgründen dürfen die Würzburger Kickers ihr Heimspiel gegen Werder Bremen nicht im eigenen Stadion austragen.

Das hat es so auch noch nicht gegeben: In der ersten Runde des DFB-Pokals, die zwischen dem 11. und 14. August ausgetragen wird, müssen gleich sieben Mannschaften umziehen und ihr Heimspiel in einem anderen Stadion austragen.

Im Fall des Regionalligisten Tus Koblenz, Gegner des KSV Hessen Kassel in der Südwest-Gruppe, liegen zwischen dem eigenen Stadion und dem neuen Austragungsort sogar 430 Kilometer. Ein Überblick:

Umziehen in Koblenz

Koblenz gegen Dresden in Zwickau – so wird die Paarung am 11. August lauten. Hintergrund dieser Entscheidung ist, dass das Stadion in Koblenz aufgrund von Renovierungsarbeiten zurzeit nicht bespielbar ist. Außerdem fand sich wegen akuter Sicherheits-Bedenken und des schlechten Rufs der Dresdener Fans kein Ausweich-Spielort in der Nähe von Koblenz, der dieses Erstrunden-Spiel austragen wollte.

„Die Lage war schwierig. Als einzige und letzte Möglichkeit verblieb das Stadion in Zwickau. Für unsere Tus-Fans ist das natürlich wahrlich keine gute Lösung“, sagte der Koblenzer Vizepräsident Hans-Werner van Heesch. Der Regionalligist hatte unter anderem in Mainz, Wiesbaden und Köln nachgefragt. Nordrhein-Westfalen untersagte sogar für das gesamte Bundesland die Austragung dieses Spiels.

Zwickau liegt nur rund 130 Kilometer von Dresden entfernt. Außerdem sind die Anhänger des FSV Zwickau und der SG Dynamo befreundet. „Die besonderen Umstände erfordern Flexibilität aller Beteiligten, um vielleicht auch entgegen mancher Prinzipien des DFB die Austragung des Spiels zu gewährleisten“, sagte DFB-Vizepräsident Peter Frymuth.

Umziehen in Würzburg

Die Würzburger Kickers müssen dagegen aus Lärmschutzgründen die Partie gegen Bundesligist Werder Bremen am 12. August in einem anderen Stadion austragen. Zuvor hatte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) einen Antrag auf Vorverlegung der Erstrundenpartie abgelehnt. In der heimischen Arena wäre ein Spiel nur möglich gewesen, hätte der Anstoß bis 19.30 Uhr erfolgen können. Der DFB hatte die Partie aber auf 20.45 Uhr terminiert und diese Anstoßzeit nach Angaben der Kickers jetzt „final bestätigt“.

Darum müssten die Würzburger „aus Rücksicht auf nachbarschaftliche Belange unter Inkaufnahme erheblicher wirtschaftlicher Einbußen und organisatorischem Aufwand“ ausweichen. „Es ist absolut schade, dass ein paar wenige vielen tausend Menschen ein Fußballfest in der Heimat verwehren. Schon jetzt können wir traurigerweise sicher sagen, dass der Imageschaden für Würzburg groß sein wird und die finanziellen Folgen des Umzugs zu Lasten der Kickers enorme Dimensionen annehmen dürfte“, sagte Daniel Sauer, Vorstandsvorsitzender der Kickers. Eine Entscheidung über den neuen Austragungsort ist noch nicht gefallen.

Umziehen in Lehe

Für den Landespokalsieger Leher TS steht als Höhepunkt die Partie gegen den 1. FC Köln auf dem Programm. Doch die heimische LTS-Arena ist mit gerade einmal 2000 Plätzen zu klein. Also muss für den Oberligisten aus Bremerhaven ein Umzug her. Am 12. August wird das Spiel nun im in die Jahre gekommenen Nordseestadion des Konkurrenten OSC ausgetragen. 

Umziehen in Lüneburg

Der Regionalligist Lüneburger SK Hansa muss ebenfalls ausweichen – aber aus einem anderen Grund. Das Stadion Wilschenbruch wurde nämlich 2014 abgerissen. Seitdem ist der Heinrich-Langeloh-Platz in Bardowick die Heimspielstätte, die allerdings auch zu klein ist. So wird das 4000 Zuschauer fassende Stadion des VfL Lüneburg am Sültenweg die Partie beherbergen.

Umziehen in Rielasingen

Mit Borussia Dortmund hat der 1. FC Rielasingen-Arlen aus dem Landkreis Konstanz das ganz große Los gezogen. Doch die heimische Talwiese hätte den Zuschaueransturm wohl kaum bewältigt. So zieht der Verbandsligist vom Bodensee ins Schwarzwald-Stadion nach Freiburg um, auch die Arena des SC Pfullendorf war im Gespräch. 

Umziehen in Dorfmerkingen

Der Klub aus dem Ostalbkreis in Baden-Württemberg bietet zwar 5000 Zuschauern Platz, doch die Sportanlage Felsenstraße kommt für den Knaller gegen Vizemeister RB Leipzig nicht infrage. So erwischt es auch den Meister der Landesliga Württemberg mit einem Umzug. Gespielt wird in der Heimspielstätte des VfR Aalen, in der gut 13 000 Fans Platz finden.

Umziehen in Eichede

Der Klub aus Schleswig-Holstein hatte erst 2013 sein Ernst-Wagner-Stadion für den Regionalliga-Betrieb umgebaut. Doch die Kapazität von 3000 Zuschauern ist zu wenig für das Pokalspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern. Nun wird die Partie im Stadion Lohmülle, der altehrwürdigen Heimspielstätte des VfB Lübeck ausgetragen.

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