Zum Rücktritt des BVB-Trainers

Großer Motivator: Weggefährten über Jürgen Klopp

Faire Geste: Dortmunds Jürgen Klopp mit KSV Hessen-Trainer Matthias Mink vor dem Spiel im Auestadion im vergangenen Juli.

Kassel. Jürgen Klopp wird zum Saisonende bei Borussia Dortmund zurücktreten. Weggefährten aus Kassel sprechen über ihre Zeit mit Jürgen Klopp und die jüngste Entwicklung.

Seit 2001 arbeitet der 47-Jährige als Bundesligatrainer, erst beim FSV Mainz 05, dann beim BVB. Bei beiden Vereinen hinterließ er viele Spuren: Mit seiner extrovertierten Art formte und förderte er seine Spieler, auch solche, die in und um Kassel das Fußballspielen lernten oder im Laufe ihrer Profi-Karriere in Nordhessen spielten.

Der Lehrer und sein Schüler: Jürgen Klopp spricht 2007 am Rande des Zweitligaspiels FSV Mainz 05 gegen den FC Augsburg mit Nejmeddin Daghfous.

Nejmeddin Daghfous (28), Offensiv-Allrounder des Fußball-Zweitligisten VfR Aalen, der in der Saison 2007/08 unter Klopp beim FSV Mainz 05 in der zweiten Bundesliga zu 15 Einsätzen kam: „Mit Jürgen Klopp verbinde ich meinen Einstieg in die Bundesliga. Er hat mich bei Mainz aus der zweiten Mannschaft hochgezogen. Klopp brachte mir bei, effektiv Fußball zu spielen. Das bedeutet, schnellstmöglich den Weg zum gegnerischen Tor zu finden und bei Ballverlust sofort ins Pressing zu gehen. Klopp ist ein großer Motivator, nie um einen Spruch verlegen und dabei ein absoluter Kumpeltyp. Er ist authentisch und spielt sich nicht auf. Seine Entscheidung Dortmund zu verlassen, kann ich nachvollziehen. Ich vermute, er konnte die Mannschaft nicht mehr motivieren und hat sie nicht mehr richtig erreicht.“

Weggefährten: Tobias Damm jubelt 2006 mit Jürgen Klopp.

Tobias Damm (31), Stürmer des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel, der 2006 unter Jürgen Klopp beim FSV Mainz zu neun Bundesligaeinsätzen kam und auch ein Tor schoss: „Als Jürgen Klopp am Mittwoch seinen Rücktritt bei Borussia Dortmund bekannt gegeben hat, war ich schon sehr überrascht - wie wahrscheinlich ganz Deutschland. Trotzdem finde ich seinen Schritt nachvollziehbar, wenn er meint, in Dortmund müsse eine Veränderung her. Sieben Jahre derselbe Trainer sind auch sieben Jahre dieselben Sprüche. Sein Rücktritt ehrt ihn. Zu Mainzer Zeiten habe ich ihn als Alphatier erlebt. Er ist ein Kumpeltyp, der knallhart sein kann. Ich denke, sein Weg führt ins Ausland. In Deutschland gäbe es ja nur eine Steigerung, wenn er zu Bayern München ginge. Das wäre aber problematisch - mit Matthias Sammer als Sportdirektor.“

Matthias Mink (47), Trainer des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel, der in der Saisonvorbereitung gegen Klopps Dortmunder spielte und ganz nebenbei nur 45 Tage jünger ist als Klopp: „Wir kennen uns ja noch als Spieler aus der zweiten Liga. Danach haben wir uns aber länger nicht gesehen. Das Wiedersehen war sehr herzlich. Die Situation in Dortmund kann ich aber schwer beurteilen. Ich denke, seine Entscheidung ist gereift und nachvollziehbar.“

Henning Lichte (30), Außenverteidiger beim Fußball-Regionalligisten Berliner AK 07, der in Mainz eine Vorbereitung unter Jürgen Klopp absolvierte; „Klopp wirkte wie der große Motivator, Co-Trainer Zeljko Buvac war der ruhende Pol. Bleibende Eindrücke habe ich aber nicht mehr, ich war nur eine Vorbereitung dabei und das ist schon lange her.“

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