DFB-Elf siegt in Estland

Gündogan bricht das Eis von Tallinn

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Stolzer Jubel: Ilkay Gündogan traf in Estland doppelt und bereitete das 3:0 vor. 

Ein rauschendes Fußballfest war es nicht. Die deutsche Nationalmannschaft gewinnt 3:0 (0:0) in Estland. Historisches Rot für Can.

Eine zähe Angelegenheit war das, aber: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat in der EM-Qualifikation einen am Ende ungefährdeten 3:0 (0:0)-Sieg in Estland gefeiert. Dabei musste die DFB-Elf früh mit einem Mann weniger auskommen.

Unser Schnellcheck:

Eine ungewöhnliche Frage zum Einstieg: Gab es einen Aufreger?

Sagen wir es so: Es gab ein Ärgernis aus deutscher Sicht. In der 14. Minute sah Emre Can die Rote Karte. Weil Niklas Süle einen schlampigen Pass spielt, weil sich Can gegen Frank Liivak lang machen muss und das Bein des Esten trifft – und weil Schiedsrichter Georgi Kabakov aus Bulgarien auf Notbremse entscheidet. Vertretbar. Und „ganz, ganz bitter“ für die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw, wie es RTL-Experte Steffen Freund formulierte. Nebenbei: Es ist der früheste Platzverweis in der DFB-Geschichte.

Wie war denn das Länderspiel in Tallinn?

Natürlich war das Spiel geprägt vom frühen Platzverweis. In Überzahl gestalteten die Esten die Partie lange Zeit auf Augenhöhe. Das wäre vor dem Anpfiff undenkbar gewesen. Schließlich gewann Deutschland das Hinspiel 8:0, führte nach 25 Minuten schon 4:0. Das war diesmal anders. Ganz anders. In Tallinn gab es kein deutsches Offensivfeuerwerk, dafür vielmehr Spannung.

Wie verlief die Partie?

Zunächst spielten nur die Deutschen, allerdings lediglich bis zur Roten Karte. Die machte den Esten Mut. Plötzlich mischte der krasse Außenseiter munter mit, bekam immer mehr Selbstbewusstsein. Und hatte zwei richtig gute Chancen: Aber erst verzog Karol Mets nach einer Ecke aus guter Position (18. Minute). Dann wurde der Schuss von Konstantin Vassilijev abgeblockt (30.). Und die Nationalelf? Die war nach dem Platzverweis verunsichert. Es fehlte die Genauigkeit. Es fehlte das Tempo. Und es fehlte die Durchschlagskraft. Da passte es ins Bild, dass es die beste Chance nach einem ruhenden Ball gab. Der Freistoß von Marco Reus ans Lattenkreuz hatte es allerdings in sich (40.). Dennoch stand es zur Pause 0:0 – ein Erfolg für Estland.

Nach dem Seitenwechsel hatten die Deutschen das nötige Glück. Und Ilkay Gündogan. Mit seinem Doppelpack (51., 57.) erlöste er sein Team. Danach versuchten die Esten noch einmal alles. Aber der satte Schuss von Timo Werner zum 3:0 (71.) – nach tollem Zuspiel von Gündogan – sorgte für die Entscheidung.

Wer verdiente sich den Titel Mann des Abends?

Da müssen wir nicht lange überlegen. Mit den Treffern zum 1:0 und 2:0 brach Ilkay Gündogan zum einen das Eis in der Le Coq Arena von Tallinn. Zum anderen erzielte der Profi von Manchester City seinen ersten Doppelpack im DFB-Dress. Kurios: Die Tore wirkten wie eine Dublette. Vor dem 1:0 hält Gündogan aus 17 Metern mit dem rechten Außenrist drauf, der Ball wird von Reus unhaltbar abgefälscht. Beim zweiten Tor legt Reus wunderbar auf, erneut zieht Gündogan mit rechts ab, dieses Mal gibt der Este Karol Mets dem Ball die entscheidende Richtung und lässt seinem Keeper Sergei Lepmets keine Chance.

Geht das Ergebnis denn in Ordnung?

Okay, die Deutschen taten sich schwerer als vorher gedacht. Aber mit 76 Minuten in Unterzahl machten sie sich die Aufgabe auch schwerer als gedacht. Aufgrund der zweiten Halbzeit ist der Sieg verdient.

Wie war die Live-Übertragung bei RTL?

Experte Steffen Freund lieferte im Verlauf der ersten Hälfte Ratschläge aus der Kategorie: Wie knacke ich einen kompakt stehenden Gegner? Aufgepasst: „Du musst die Zweikämpfe annehmen.“ Und: „Du musst es aus der zweiten Reihe probieren.“ Außerdem gab es diesen Tipp: „Du musst hinter die Kette kommen.“ Fußball kann so einfach sein.

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