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Welche Erkenntnisse Hansi Flick aus dem 1:1 gegen England ziehen kann: Neuer hält, Musiala zaubert, Schlotterbeck foult

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Von: Maximilian Bülau, Pascal Spindler

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Jamal Musiala.
Einer der besten Deutschen gegen England: Jamal Musiala. © Christian Charisius/dpa

Zweites Spiel, zweiter Punkt: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft spielt in der Nations League 1:1 gegen England. Wie schon beim 1:1 in Italien gelingt dem DFB-Team wieder kein Sieg gegen eine Top-Nation.

Aber: Die Mannschaft von Bundestrainer Hansi Flick zeigte sich stark verbessert. Wir blicken auf Erkenntnisse der Partie.

Neuers Paraden

Sie waren ausschlaggebend dafür, dass Deutschland aus dem Spiel heraus nicht zu überwinden war. Stark, wie Manuel Neuer in der ersten Halbzeit beim Schuss von Englands Bukayo Saka noch rechtzeitig den Arm hochriss (45.+1). Noch stärker: Die Parade in der 76. Minute, als Harry Kane im Fünfer per Grätsche abschloss und der Nationaltorhüter den Ball noch um den Pfosten lenkte. Auch mit 36 Jahren zeigt Neuer ein weiteres Mal: Für alle anderen geht es nur um Platz zwei im DFB-Kasten.

Musialas Technik

Jamal Musiala ist einer der dribbelstärksten Spieler im Nationalkader – und bringt das stets auf den Platz. Dabei geht der 19-Jährige kaum einem Duell aus dem Weg, ganz gleich, wer sein Gegenspieler ist. Dem einen oder anderen Engländer hat er so gehörig Knoten in die Beine gespielt. Musiala machte das deutsche Angriffsspiel variabler, kreierte viele Offensivmomente. Verlor er mal den Ball, setzte er unbekümmert zum nächsten Dribbling an. Vor allem mit Jude Bellingham vom BVB lieferte er sich immer wieder Duelle. Musiala ist einer, der besondere Dinge macht – und deswegen ganz wichtig für Flick.

Flicks Pressing

Eine Partie zwischen Deutschland und England ist keine gewöhnliche, die Rivalität enorm – selbst in einem Nations-League-Spiel. Klar, dass sich beide Mannschaften dort ordentlich präsentieren wollten. Einsatz, Wille, Leidenschaft waren auf beiden Seiten zu erkennen. Vor allem das deutsche Team steigerte sich nach dem dürftigen 1:1-Auftritt in Italien. Über 60 Prozent Ballbesitz, fast jedes zweite Luftduell wurde gegen die kopfballstarken Engländer gewonnen. Besonders gut: das Pressing der Flick-Elf. Deutschland lief an, eroberte Bälle. Sehr erfolgreich war die kurze Druckphase nach der Pause, als Jonas Hofmann zur 1:0-Führung traf (51.).

Schlotterbecks Foul

Drittes Länderspiel, zum zweiten Mal spät einen Elfmeter verursacht. Bitter für Nico Schlotterbeck. Vor allem auch, weil der Neu-Dortmunder neben Antonio Rüdiger sonst ein starkes Spiel machte. Allerdings: Solche Fehler – der 22-Jährige hatte Kane mit etwas Pech und einem etwas zu ungestümen Einsteigen zu Fall gebracht – können bei einem großen Turnier fatale Auswirkungen haben. Es gilt nun zu klären: War das nur unglücklich? Oder liegt es an der Spielweise des Verteidigers?

Kanes Kälte

Den Elfmeter verwandelte Harry Kane zum Ausgleich (88.). Bereits bei der EM im vergangenen Jahr hatte Kane gegen Deutschland getroffen. Es war sein 50. Länderspieltor – nur Wayne Rooney liegt noch vor ihm (53).

Deutschlands Problem

Grundsätzlich hat Deutschland aber ein anderes Problem. Flicks Team machte bis zum gegnerischen Sechzehner ein richtig gutes Länderspiel. Doch vor dem Tor fehlt etwas. Auch Kai Havertz ist eben kein Mittelstürmer. (Maximilian Bülau und Pascal Spindler)

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