Fußball-Bundesliga: Dost und Arnold sorgen für Wolfsburgs 3:1-Erfolg in Hannover

Hecking wechselt Sieg ein

Harter Zweikampf: Hannovers Torschütze Joselu (links) wird von Wolfsburgs Luiz Gustavo von den Beinen geholt. Foto: dpa

Hannover. „Alles richtig gemacht.“ So lautete das Fazit für Trainer Dieter Hecking, dessen VfL Wolfsburg endlich den Fluch von zuvor fünf Auswärtsniederlagen bei Hannover 96 mit einem 3:1 (1:1)-Erfolg nunmehr ad acta gelegt hat. Hecking wechselte quasi den Sieg ein. Denn nur zwei Minuten nach seiner Einwechslung erzielte Bas Dost das vorentscheidende 2:1 (69.) und Maximilian Arnold tat es Dost nach, der ebenfalls nach seiner Einwechslung bei seiner ersten Ballberührung das entscheidende 3:1 (85.) markierte.

Dabei waren die Gastgeber keinesfalls schwächer als VfL, der mit diesem Erfolg seinen zweiten Tabellenplatz in der Fußball-Bundesliga festigte. Daher war 96-Trainer Tayfun Korkut auch zu Recht enttäuscht. „Das Team hätte heute mindestens einen Punkt verdient gehabt. Bis zum 1:2 haben wir wenig zugelassen und auch gut nach vorne kombiniert“, meinte Korkut.

Perisic mit drei Assists

Letztlich war es aber auch die Duplizität der Ereignisse. Denn vor dem frühen 0:1 (4.) durch Kevin de Bruyne hatten die Hannoveraner durch Joselu die dicke Chance, in Führung zu gehen. Als sich aber Ceyhun Gülselam und Marcelo im Kopfballspiel gegenseitig behinderten und der Ball von Ivan Perisic per Kopf auf den Belgier verlängert wurde, hatte der keine Mühe, das Leder am machtlosen 96-Torwart Ron-Robert Zieler zum 1:0 einzuschieben. Und auch beim 1:2 durch Dost hatten die 96er durch Lars Stindl die Riesenchance, in Führung zu gehen. Doch ein Reflex von VfL-Keeper Diego Benaglio verhinderte das 2:1 der Gastgeber. „Wenn Stindl seine Chance zum 2:1 genutzt hätte, wäre es für Wolfsburg schwer geworden“, vermutete Korkut hinterher. „So aber war es dann ein anderes Spiel.“

In der Tat, die Wolfsburger spielten ihre individuelle Klasse aus, allen voran Perisic, der sich durch drei Assists hervortat, die allesamt eiskalt von seinen Mitspielern genutzt wurden. Die Vermutung von Hecking, dass dieses Niedersachsen-Derby ein enges Spiel würde, bestätigte sich denn auch. „Das habe ich erwartet. Das frühe Tor tat uns zwar gut, aber danach haben wir das Spiel ein wenig aus der Hand gegeben und sind zu Recht mit dem 1:1 bestraft worden.“ Nach dem Ausgleich durch Joselus viertem Saisontor in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit habe er, Hecking, sein Team in der Pause noch einmal „neu justieren können. Und ab der 60. Minute hatte ich ein gutes Gefühl, dass wir das 2:1 schaffen. Danach haben wir die Räume gut genutzt. Am Ende stand aber ein etwas glücklicher Sieg“, gab Hecking zu.

Dass aber die mitgereisten 2500 Wolfsburger Fans in der mit 41 400 Zuschauern unverständlicherweise nicht ausverkauften HDI-Arena sich lautstärker bemerkbar machten als die heimischen Fans, musste für die 96-Profis ein Schlag ins Gesicht sein. Und als die Zuschauer auch noch hämisch klatschten, als Gülselam ausgewechselt wurde, konnte 96-Innenverteidiger Christian Schulz diese Reaktion nicht verstehen: „Das kann ich überhaupt nicht gutheißen. Häme können wir überhaupt nicht gebrauchen.“ Und 96-Sportdirektor Dirk Dufner ergänzte: „Ich kann es nicht verstehen, wenn man sich einen herauspickt. Ceyhun ist Teil der Mannschaft“. (gsd)

Von Walter Gleitze

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