Absage der Fußball-EM

Heimische Kicker: Es geht nur noch um die Gesundheit

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Ein Jahr länger bleibt Portugal Europameister. Das Foto zeigt die Mannschaft um Cristiano Ronaldo beim Jubel nach dem Finalsieg gegen Frankreich 2016. 

Was sagen heimische Fußballer zur Verschiebung der Europameisterschaft auf das kommende Jahr?

VON SASCHA HERRMANN UND RAINER HENKEL

Hersfeld-Rotenburg – Das Zittern mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im Sommer fällt ebenso aus wie die Partys beim Public Viewing: Der Europäische Fußballverband (Uefa) hat die kontinentalen Titelkämpfe zunächst auf 2021 verschoben. Das soll den Kickern in den nationalen Ligen die Chance geben, ihre Serien möglichst noch zu beenden. Was denken Fußballer in der Region über diese Entscheidung? Wir haben nachgefragt.

„Das ist auf jeden Fall die richtige Entscheidung“, sagt Kreisfußballwart Karl-Heinz Blumhagen. „Was nicht geht, geht eben nicht. Und die Nationalmannschaft hätte ja auch nicht trainieren können.“ Natürlich denkt Blumhagen weiter: „Die Verschiebung gibt uns die Möglichkeit, dass wir – wenn die Pause vielleicht wie vorgesehen endet – unsere Serien zu Ende spielen könnten. Durch Ostern und die Feiertage hätten wir Luft bis Mitte Juni.“ Blumhagen ist froh, dass die Saison nicht wie in anderen Sportarten direkt für beendet erklärt worden ist. Denn dann hätte es keine Auf- und Abstiege gegeben, „das wäre ungerecht gewesen“.

Für Steffen Schneider, Abwehrspieler des Gruppenligisten SG Aulatal, gibt es keinerlei Diskussion, was die EM-Absage anbelangt. „Die Gesundheit muss ganz klar an erster Stelle stehen. Ganz egal, ob es eine EM betrifft oder den Fußball in der Kreisliga“, stellt er unmissverständlich klar. Der Sport stehe in dieser Situation ganz klar hinten an. Geld dürfe keine Rolle spielen. „Ich bin da auch überhaupt nicht kritisch und kann jede Maßnahme zum Schutz unser aller Gesundheit nachvollziehen“, sagt der 35-Jährige.

Eine Fortsetzung der Saison auf Landesebene ist für ihn in weite Ferne gerückt. „Da fehlt mir zurzeit jegliche Fantasie“, sagt der Lehrer der Melanchthonschule Steinatal. Natürlich habe auch die SG Aulatal den Trainingsbetrieb sofort eingestellt.

Zwei Wochen Urlaub hatte sich Andreas Rygula eigens für die EM genommen, wollte Spiele und Analysen sehen. „Aber jetzt ist das egal, jetzt geht es nur darum, dass Menschen gesund bleiben“, stellt der Trainer des Kreisoberligisten ESV Weiterode klar. „Es ist das erste Mal, dass wir mit solch einer Situation leben müssen“, sagt er. „Und es ist egal, um welche Sportart es geht. Die Verschiebung ist richtig.“

Rygula hofft, dass der Fußball irgendwann seinen Betrieb wieder aufnimmt. „Erst die Bundesliga, dann vielleicht auch wir.“

Christian Pfeiffer, Spielertrainer und Torjäger des A-Liga-Spitzenreiters SG Neuenstein, hat die EM-Absage nicht überrascht. „Ich habe damit gerechnet, und das ist für mich auch unumgänglich“, sagt der 34-Jährige. Natürlich hofft er, dass die Saison in Hessen noch zu Ende gespielt werden kann. „Es wäre ja Wahnsinn – auch für uns – wenn wir am Ende einer so erfolgreichen Saison um Meisterschaft und Aufstieg gebracht würden“, findet er. Die SG setzt zunächst für zwei Wochen mit dem Training aus. Ende offen ...

VON SASCHA HERRMANN UND RAINER HENKEL

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