Viele Verlegungen in der Königsklasse

Heimspiel auswärts: Leipzig und Gladbach treten in Budapest an

Julian Nagelsmann.
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Julian Nagelsmann.

Das haben sich die Ungarn sicher anders vorgestellt: Noch nie erreichte ein ungarisches Fußball-Team die K.o.-Runde der Champions League.

Folglich war noch nie eine ungarische Stadt Austragungsort eines Achtelfinals in der Königsklasse. Auch in diesem Jahr schaffte es keine ungarische Mannschaft im wichtigsten Fußball-Vereinswettbewerb Europas über die Gruppenphase hinaus.

Und dennoch wird Ungarns Hauptstadt Budapest Heimat zweier Achtelfinal-Hinspiele sein.

Zu verantworten haben das die Engländer. Nicht alle. Aber die Fußball-Teams aus England, die in den internationalen Wettbewerben die Gruppenphase überstanden haben. Dazu kommt Manchester United: ManU darf als Dritter seiner Königsklassen-Gruppe in der Europa League weiterspielen. Wegen der in Großbritannien aufkommenden Coronavirus-Mutation erhielten diese Mannschaften keine Einreise-Erlaubnis in den jeweiligen Gastgeber-Ländern. Mit einer Ausnahme: Leicester City darf am Donnerstag in Prag gegen Slavia spielen.

Anders sieht das für Manchester City und United, den FC Chelsea, den FC Liverpool, Tottenham Hotspur und Arsenal London aus. Weil bis auf United alle englischen Teams ihre Gruppe für sich entschieden, steht im Hinspiel des Achtelfinals beziehungsweise der Zwischenrunde in der Europa League zunächst ein Auswärtsspiel an. Auch Manchester United tritt zudem in der Fremde gegen Real Sociedad San Sebastian aus Spanien an.

Auswärts bekommt in diesem Fall aber eine andere Bedeutung. Denn durch das Einreiseverbot hat die eigentliche Heimmannschaft kein Spiel im eigenen Stadion. Mehr noch: Die betroffenen Teams waren von der Europäischen Fußball-Union (Uefa) angehalten worden, sich um einen Ausweichspielort zu kümmern. Andernfalls wäre die Partie 0:3 gewertet worden.

Klingt in Zeiten einer weltweiten Pandemie dann schon irgendwie komisch. Weil die Partie im eigentlich vorgesehenen Land ja nur deswegen nicht ausgetragen wird, da die Gäste aus einem Staat kommen, in dem eine gefährliche Virusmutation verbreitet ist. Eine, die die bislang erzielten Erfolge in der Pandemie-Bekämpfung zunichtemachen könnte. Laut Uefa sind aber die gastgebenden Vereine dafür zuständig, dass das Spiel auf jeden Fall stattfinden kann. Gut aus der Affäre gezogen, möchte man da sagen.

Auch zwei deutsche Mannschaften waren so unter Zugzwang. RB Leipzig wird sein Heimspiel gegen den FC Liverpool heute Abend (21 Uhr/Dazn) in der Puskas Arena in Budapest austragen. Ebenso wie Borussia Mönchengladbach in der kommenden Woche in der ungarischen Hauptstadt gegen Manchester City spielt. Zudem wird der Wolfsberger AC dort am Donnerstag gegen Tottenham in der Europa League antreten. Neben den Bundesligisten aus Leipzig und Mönchengladbach ist auch die TSG Hoffenheim von den Spielverlegungen betroffen. Allerdings ist die Partie in der Europa League gegen Molde FK die einzige, die nicht wie geplant stattfinden kann, bei der aber kein englisches Team beteiligt ist.

Vielmehr müssen die Norweger wegen der strengen Coronabestimmungen in ihrem Land ihr Heimspiel am Donnerstag in Villareal austragen. Die Spanier von Atletico Madrid wiederum verlassen ihre Heimat und treten zum Hinspiel gegen den FC Chelsea in Bukarest an. San Sebastian wird gegen Manchester United in Turin spielen, Benfica Lissabon gegen Arsenal in Rom, das Rückspiel dieses Duells wird in Piräus ausgetragen.

Ziemlich viel Wirrwarr also im internationalen Fußball. In Leipzig werden sich vielleicht dennoch zwei Spieler über die Verlegung freuen. Denn mit Torwart Péter Gulácsi und Verteidiger Willi Orban stehen zwei ungarische Nationalspieler im Kader. (Maximilian Bülau)

Eine Übersicht: Diese Spiele müssen verlegt werden.

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