HNA-Schnellcheck: Bayern feiern beim 5:1 eine Gala - Mustafi schwach

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Im Zweikampf: Bayerns Robert Lewandowski (links) gegen Shkodran Mustafi vom FC Arsenal.

Kassel. Bayern München hat das Achtelfinal-Hinspiel der Champions League zu Hause gegen den FC Arsenal mit 5:1 gewonnen und dabei über weite Strecken tollen Fußball gezeigt. Die Voraussetzungen für ein Weiterkommen Anfang März sind somit geschaffen. Kapitän Philipp Lahm wird dann gelb-gesperrt sein. Der Schnellcheck zu einem spektakulären Fußballabend.

Wie war die Partie in der Münchner Allianz-Arena?

Sehr unterhaltsam - keine Spur von den Langeweile-Bayern der vergangenen Wochen. Das lag vor allem daran, dass sie spielten, als habe Trainer Carlo Ancelotti die Bremse gelockert und angeordnet, jetzt mal Ernst zu machen. Nur zwischenzeitlich gesellte sich noch ein anderer Grund für die gute Unterhaltung hinzu: Ab der 30. Minute nämlich ließen die Bayern Arsenal für eine Viertelstunde mitspielen.

Das 1:0 durch Arjen Robben aus der 11. Minute glich Alexis Sanchez nach einer halben Stunde im Anschluss an seinen von Manuel Neuer gehaltenen Elfmeter aus. Zuvor hatte Robert Lewandowski bewiesen, dass er im gegnerischen Strafraum irgendwie brauchbarer ist: Er foulte Laurent Koscielny.

Nach der Pause sorgte Lewandowski aber wieder vor dem richtigen Tor für Furore. Das 2:1 in der 53. Minute köpfte er selbst, das 3:1 drei Minuten später durch Thiago bereitete er mit einem Zuckerpässchen vor. Die Bayern boten nun eine solch tolle Gala, dass die Fußball-Welt wirklich annehmen muss, was eh schon vermutet wurde: dass dieser Ancelotti ein Fuchs ist und er den Blick auf die wichtigen Spiele richtet. Thiago erhöhte in der 63. Minute auf 4:1. Arsenal brach regelrecht ein, was auch daran lag, dass Abwehrchef Koscielny verletzt ausgeschieden war. Zum Schluss traf sogar noch Thomas Müller zum 5:1.

Was sind die Erkenntnisse des Abends?

Es gibt drei. Erkenntnis Nummer eins: Es ist immer noch erstaunlich, dass Arjen Robben Arjen-Robben-Tore schießen kann. Nichts gegen seinen traumhaften Treffer zum 1:0. Aber hat denn noch nie ein Spieler von Arsenal davon gehört, dass Robben ganz gern mal von der rechten Seite aus nach innen zieht und dann den Ball ins Tor schlenzt?

Erkenntnis Nummer zwei: Ein Elfmeterheld sollte erst dann gefeiert werden, wenn die Szene auch wirklich abgeschlossen ist. So schien es, als freuten sich die Bayern noch kollektiv über Manuel Neuers Tat, statt die Situation endgültig zu klären. Zu dumm.

Erkenntnis Nummer drei: Die Bayern funktionieren, wenn es darauf ankommt.

Was machte der Nordhesse Shkodran Mustafi?

Für den 24 Jahre alten Innenverteidiger begann es wie für den Rest seiner Elf - nämlich schlecht. Der Mann aus Bebra sah bereits in der 15. Minute nach einem Foul an Thiago die Gelbe Karte. Wirklich toll wurde der Abend für Mustafi auch danach nicht. Beim 2:1 für München sah er hautnah, wie hoch ein Lewandowski beim Kopfball so springen kann.

Und wie lief der Abend für Mesut Özil?

Es schien erst so, als sei es wie so häufig in wichtigen Spielen, in denen es immer mal den Reflex gibt, hinter der Eckfahne zu schauen, ob sich Özil nicht dort versteckt hält. Dann aber blühte der Nationalspieler etwas auf: Sein Freistoß aus der 27. Minute war in gewisser Weise das Startsignal für sein Team, dass in München womöglich doch etwas zu holen ist. Kurz vor der Pause hatte Özil gar die Chance, Arsenal mit 2:1 in Führung zu bringen. Er scheiterte aber an Neuer. Anschließend stand Özil dann wieder unter Eckfahnenverdacht.

Muss es mittlerweile heißen: Spielt Müller jetzt nimmer mehr von Anfang an?

Zumindest baut Bayern-Trainer Ancelotti in den großen Spielen nicht auf ihn. Beim 3:0 gegen Leipzig saß Müller 90 Minuten auf der Bank. Diesmal durfte er auch nur kurz ran. Aber das reichte immerhin für einen Treffer.

Wie war die Übertragung im ZDF?

Sehr anständig. Kommentator Oliver Schmidt schätzte sie kniffligen Situationen richtig ein und erklärte auch gut, wann ein Handspiel strafbar ist. Das wissen ja manchmal selbst die Schiedsrichter nicht. Außerdem erfand er für Müller das Wort Bankminister. Darüber hätte sogar Müller gelacht.

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