Ein satirischer Blick nach Katar

Uli Hoeneß fordert Deutsch in der Kabine: Was erlauben diese Bayern?

Muss noch ein bisschen Deutsch lernen: Bayern-Trainer Carlo Ancelotti. Foto: dpa

Seit Uli Hoeneß wieder Präsident des Fußball-Bundesligisten FC Bayern München ist, vergeht kaum ein Tag, an dem er keine Stellung bezieht – oder einen Vorschlag macht.

Nun forderte er: „Es muss wieder Deutsch in der Kabine gesprochen werden.“ Prompt halten sich Spieler und Trainer dran, wie ein – nicht ganz ernst gemeinter – Blick in das Innenleben der Bayern während ihres Trainingslagers in Katar zeigt.

Gleich beginnt der dritte Trainingstag in Katar. Die Spieler sitzen in der Kabine, Trainer Carlo Ancelotti beginnt seine Ansprache. 

Ancelotti: „Ich fühle mich sehr gut, weil ich eine der besten Klubs in der Welt bin.“

Arturo Vidal zu Mats Hummels: „Hä? Ancelotti ist ein Klub?“

Hummels zu Vidal: „Ach, Arturo.“

Philipp Lahm meldet sich: „Trainer, es muss richtig heißen: ,Ich fühle mich sehr gut, weil ich bei einem der besten Klubs auf der Welt bin.“

Ancelotti: „Thank you, Philipp, you are the best captain of the whole world.“

Lahm: „Thank you, Mister Ancelotti.“

Thomas Müller zu Joshua Kimmich: „Der Fips wieder.“

Arjen Robben: „Leute, wir sollten Deutsch sprechen.“

Jerome Boateng: „Ey Arjen, chill mal dein Gesicht.“

Renato Sanchez sitzt in der Ecke und spielt mit Matchboxautos, auf denen seine Initialen mit Diamanten eingearbeitet sind. Plötzlich betritt ein weiser Mann den Raum und ergreift das Wort: „Ich habe auch andere Mannschaften gesehen in Europa nach diese Mittwoch. Ich habe auch zwei Tage die Training. Ein Trainer ist nicht ein Idiot.“ 

Ancelotti: „Giovanni, il mio amico. Come stai?“

Thomas Müller: „Was macht denn Flasche leer hier?“

Kimmich fragt Holger Badstuber: „Wer ist das denn?“

Badstuber: „Ich will weg.“

Lahm meldet sich: „Willkommen, Mister Trapattoni. Schön, Sie zu sehen. Aber es heißt: Ein Trainer ist kein Idiot.“

Vidal: „Schleimer.“

Thomas Müller feixt: „Was erlaube Struuuunz?“

Vidal: „Schnauze.“

Ancelotti bietet Trapattoni ein Kaugummi und zwei Schokoriegel aus seinem Spind an, die beiden vertiefen sich in einen italienischen Dialog, als erneut die Kabinentür aufgeht, ein Koloss von Mann hineingepoltert kommt und in den Raum schreit: „Wir sind die Beste von Deutschland und – vielleicht – Europas.“ 

Lahm meldet sich: „Es muss heißen: ,Wir sind die Besten.’“

Arjen Robben blüht plötzlich auf: „Louis, was machen Sie denn hier, Sie alter Tulpengeneral?“

Louis van Gaal: „Ich habe gesehen: Viele Frauen sind hier.“

Franck Ribéry schaut erstmals auf, van Gaal fährt fort: „So auch viele Mutti. Ein dicke Kuss von der Trainer von der Meister.“

Lahm meldet sich: „Es heißt: ,Muttis’. Und: ,Einen dicken Kuss vom Trainer des Meisters’.“

Franz Beckenbauer ist gerade mit dem Hubschrauber auf dem Kabinendach gelandet und ruft über die Dachluke in die Kabine: „Ich habe in ganz Katar noch keine Frau gesehen.“

Ribéry: „Schade.“

van Gaal: „Ich bin die Beste.“

Lahm meldet sich: „Es heißt: ,der Beste’.“

Es klopft an der Tür, Lahm bittet hinein, zunächst ist hinter Ancelotti und Trappatoni niemand zu sehen, nur eine Stimme ist zu hören: „Mussen immer gewinnen, immer gewinnen, das – äh – sehr, sehr, sehr important.“ 

Ancelotti blickt kurz nach hinten, sagt dann: „Musst only gewinnen Champions League.“

Pep Guardiola verzieht das Gesicht, sagt dann: „Sehr, sehr witzig.“

Thomas Müller fragt erstaunt: „Seit wann kann der denn Deutsch?“

Guardiola: „Ich bin sehr, sehr zufrieden mit Finish in this way.“

Xabi Alonso, Thiago, Juan Bernat und Javi Martinez schauen sich verdutzt an.

Martinez: „Ich verstehe nur Spanisch.“

Thiago: „Ich auch.“

Bernat: „Ich auch.“

Alonso: „Ich auch.“

Vidal: „Wieso krieg ich eigentlich keine Matchboxautos mit Diamanten?“

Robben zu van Gaal: „Sie sind der Beste.“

Hummels zu sich: „Wo bin ich hier bloß gelandet?“

David Alaba: „I waer narrisch.“

Trapattoni ist immer noch im Gespräch mit Ancelotti, nach dem sechsten Schokoriegel fragt ihn Ancelotti, ob er heute Abend mitkommt zum Italiener um die Ecke in Katar. Trapattoni aber winkt ab: „Ich habe fertig.“ Philipp Lahm bekommt das mit und meldet sich: „Es heißt ...“ Und alle im Chor: „Halt endlich mal den Mund, du Sportdirektor.“ 

 

Anmerkung: Die deutschen Aussagen der Trainer sind fast ausschließlich Originalzitate.

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