FCB-Präsident bei Business-Meeting

Zu Unrecht verurteilt? Hoeneß verharmlost sein Fehlverhalten

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Uli Hoeneß sieht sich zu Unrecht verurteilt. 

München - Bei „meet the president“ in Vaduz spricht Bayern-Präsident Uli Hoeneß sehr auskundsfreudig über seine Strafe wegen Steuerhinterziehung, den angeblich überalteten Kader des FC Bayern, die hohen Spielergehälter und den Markt in China.

Bei „meet the president“ in der Hofkellerei des Fürsten von Lichtenstein redet Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß Klartext. Hoeneß zeigt kein Verständnis bei der Bewertung der Öffentlichkeit in Bezug auf die aktuelle Mannschaft. "Die Medien machen ein Theater, wie wenn wir ein Altersheim hätten. Jedes Mal, wenn der Ribéry nach 70 Minuten raus muss, ruft er mich am Abend an und sagt: ‚Jetzt habe ich genug, ich gehe!‘ Wir haben eine Mannschaft, die ein bisschen in die Jahre gekommen ist, aber für mich gibts keine alten oder jungen Mannschaften, sondern nur gute und schlechte. ", sagte er. In der Abwehr von Juventus Turin sei auch "keiner unter 33. Und die werden wahrscheinlich Champions-League-Sieger dieses Jahr, die werden Real schlagen".

Den Bayern müsse allerdings im Schatten von Spielern wie Arjen Robben (33) oder Ribéry (34) gelingen, "Junge heranwachsen zu lassen, die rechtzeitig die Chance kriegen und an dem Tag da sind, wenn die anderen aufhören. Das ist die Kunst."

Hoeneß: "Freispruch wäre völlig normal gewesen"

Hoeneß sieht sich außerdem nach wie vor offenbar zu Unrecht verurteilt. "Ich bin der einzige Deutsche, der Selbstanzeige gemacht hat und trotzdem im Gefängnis war. Ein Freispruch wäre völlig normal gewesen. Aber in diesem Spiel habe ich klar gegen die Medien verloren", sagte der 65-Jährige in Vaduz/Liechtenstein bei einem Galadiner mit dem Motto "meet the president".

"Mein wirtschaftliches Ergebnis bei der Bank Vontobel von 2001 bis 2010 war minus drei Millionen Euro. Ich habe über 40 Millionen Strafe gezahlt. Trotzdem entschied ich mich, ins Gefängnis zu gehen", führte Hoeneß laut der Schweizer Zeitung Blick weiter aus. Man hätte ja "Revision am Bundesgerichtshof machen können: Aber ich habe dies meiner Familie nicht mehr zumuten wollen."

Sorgen macht sich der Präsident über die Entwicklung der Spielergehälter: „Das ist teilweise alarmierend. Die Gehaltskurven zeigen extrem nach oben. Wir werden dieses Jahr wieder ein Rekord-Jahr machen, sowohl vom Umsatz auch vom Gewinn her, aber wenn das so weitergeht, werden andere Vereine, die nicht so strukturiert sind wie wir, Verluste machen. Du kannst natürlich sagen, bei uns darf niemand mehr als 5 Millionen verdienen, aber damit kannst du heute keine Champions League gewinnen, 5 Millionen verdient der Messi in einem Monat.“

Große Erwartungen hat Hoeneß an den chinesischen Markt. "Wir haben drei, vier Fußballschulen in China aufgebaut. Meine Idee ist: Irgendwann wird ein chinesischer Spieler beim FC Bayern spielen. Und wenn dieser Chinese bei uns spielt, wird der eine irre Nachfrage erzielen. Wenn wir am Samstag dann wahrscheinlich um zwei Uhr spielen, damit in Shanghai oder Peking in Primetime live übertragen werden kann, dann drücken 300 Millionen Chinesen auf ihr iPhone und zahlen je einen Euro, dann können sie sich etwa vorstellen, wo es hingeht", sagte er.

SID

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