Hoffenheim selbstbewusst vor Top-Spiel

„Vielleicht darf Süle gegen Bayern schießen“

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Niklas Süle.

Berlin - Nach dem starken Auftritt beim 3:1 in Berlin geht 1899 Hoffenheim am Dienstag selbstbewusst in die Partie gegen Bayern München.

Die Champions League rückt immer näher, Bayern München kann am Dienstag kommen: Fußball-Bundesligist 1899 Hoffenheim strotzte nach dem 3:1 (1:1) bei Hertha BSC nur so vor Selbstvertrauen. Trainer Julian Nagelsmann konnte sich wieder auf echte Kerle wie Sandro Wagner verlassen, der sich am Spielfeldrand mal eben den Finger einrenken ließ.

"Das wird gegen Bayern ein spannendes Spiel. Wir werden mutig sein", versprach Nagelsmann vor dem Heimspiel gegen den Rekordmeister (20.00 Uhr/Sky). Schon im Hinspiel habe es seine Elf bis zur 60. Minute gut gemacht, "aber", so räumte der 29-Jährige ein, "man muss hoffen, dass die Bayern keinen Sahnetag haben".

Einen Sahnetag erwischten aber seine Hoffenheimer in Berlin und steuern mit acht Punkten Vorsprung auf Platz fünf der Champions League entgegen. "Keiner wird bei uns in Tränen ausbrechen, wenn es so kommt", sagte Nagelsmann über die bevorstehende Premiere in Europa und vergaß dabei den Klub-Mäzen nicht: "Das ist ja auch das große Ziel von Dietmar Hopp."

In der Tat braucht Nagelsmann vor dem Bayern-Spiel nicht in Ehrfurcht zu erstarren. Sein Team gab in Berlin trotz Berlins 1:0-Führung durch Peter Petarik (32.) wieder eine Kostprobe seiner spielerischen Flexibilität. Zudem haben die Spieler Herz - wie Abwehrmann Niklas Süle. Der zukünftige Bayern-Profi traf in seinem 100. Ligaspiel in der Drucksituation beim 1:1 und elf gegen zehn aus 25 Metern (76.). Herthas Maximilian Mittelstädt hatte zuvor Gelb-Rot gesehen (58.). "Wir sind einfach eine geile Truppe", meinte Sebastian Rudy, ab der kommenden Saison ebenfalls bei den Bayern.

Dass Süle und Rudy am Dienstag vielleicht nicht alles geben werden, um ihren zukünftigen Klub nicht zu schädigen, glaubte Nagelsmann nicht. "Ich schätze, dass die beiden zeigen wollen, was sie draufhaben", sagte der Coach, der noch eine Stunde nach Spielschluss in den Stadionkatakomben entspannt über "den tabellarisch wichtigen Sieg" plauderte.

„Vielleicht darf Süle gegen die Bayern einen Freistoß schießen“

"Ich habe mit Hoffenheim in den nächsten Spielen noch viel vor", versprach Süle, der mit seinem Traumtor auch Nagelsmann überraschte. "Im Training übt er immer Freistöße. Da hat er eine Quote von 1:99", erzählte der Coach und kündigte an: "Vielleicht darf er gegen die Bayern einen Freistoß schießen."

Ein besonderes Lob verdiente sich auch Andrej Kramaric. Der Stürmer agierte enorm kaltschnäuzig und steuerte die anderen Treffer bei (39., Handelfmeter und 86.).

Die Tapferkeitsmedaille verdiente sich aber Stürmer Wagner. In der 14. Minute ließ sich der Torjäger mal eben den Finger wieder einrenken spielte bis zum Ende weiter. "Der Finger behindert mich auf dem Weg nach Europa nicht", sagte Wagner nach dem Abpfiff kämpferisch. Die Verletzung wollte der ehemalige Herthaner nicht überbewerten: "Es tat schon ein bisschen weh, es war ein Schock, aber es sah schlimmer aus, als es war."

Nagelsmann fühlte sich gleich an einen Hollywood-Klassiker erinnert. "Er hat wie E.T. seinen Finger hoch gestreckt, aber er hat nicht zum Himmel gezeigt, sondern wieder Richtung Boden. Das sah komisch aus", sagte Nagelsmann.

Der Coach rechnet fest damit, dass sein Stürmer am Dienstag dabei ist: "Im Dartspielen würde er vielleicht fehlen, im Fußball nicht."

sid

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