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„Hühnerhaufen“: Nagelsmann schon seit Stuttgart-Spiel unzufrieden

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Von: Antonio José Riether

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Der FC Bayern steckt in einer Krise, intern hagelt es Kritik an Julian Nagelsmann. Dieser hadert wiederum schon seit länger mit seiner Mannschaft.

München – Die Länderspielpause bietet den Profis des FC Bayern München die Möglichkeit, der schlechten Stimmung im Verein zumindest für ein paar Tage zu entkommen. Julian Nagelsmann steht mit der Vorbereitung des nächsten Heimspiels am 30. September somit bis kommenden Mittwoch fast alleine dar. Gegen Leverkusen muss der Hebel umgelegt werden, sonst könnte es eng werden für Nagelsmann, der intern bereits in der Kritik stehen soll.

Drei Unentschieden und eine Niederlage, das waren die Ausbeute der letzten vier Bundesligaspiele. Nach Angaben der Sport Bild hat Nagelsmann bereits am Sonntag den Mannschaftsrat einberufen, um die aktuellen Probleme zu besprechen. Dem Bericht zufolge missfällt einigen Bayern-Stars der Stil, mit dem Nagelsmann die negativen Ergebnisse erklärt. Nach den vielen vergebenen Chancen bei der 0:1-Niederlage in Augsburg zum Beispiel sagte der Trainer, dies sei „eine Frage der Technik“. Außerdem riet er Leroy Sané, der die beste Chance des Spiels vergab, im Live-Fernsehen, seinen Abschluss eher hoch als tief vor dem gegnerischen Torwart zu platzieren.

Krise beim FC Bayern München – viel Kritik durch Nagelsmann nach außen und innen

Dies kam bei dem 26-Jährigen und dem Rest der Mannschaft nicht gut an, was bei der Sitzung mit dem Mannschaftsrat ebenso thematisiert wurde. Dem Bericht zufolge würden sich die Profis mehr Selbstkritik vom Trainer wünschen, der in der Regel eher pedantisch über seine Mannschaft spricht, statt sich schützend vor diese zu stellen. Auch im Verein gibt es Stimmen, die die langen, eloquenten Ausführungen des Trainers weniger gutheißen; manch ein Vorgänger hätte ähnliche Situationen moderiert, ohne ins Detail zu gehen.

Julian Nagelsmann hat mit dem FC Bayern zuletzt in der Liag drei Spiele in Folge nicht gewonnen.
Steht in der Kritik: Julian Nagelsmann © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON

Nagelsmann wird aber auch deutlich, wenn er sich direkt an die Mannschaft wendet. Laut Sport Bild soll der 35-Jährige bei der Analyse des 2:2-Unentschiedens gegen den VfB Stuttgart seine Mannschaft dafür gescholten haben, dass sie in der Schlussphase des Spiels „wie ein Hühnerhaufen“ gespielt habe. Nagelsmann selbst hatte für das Südderby sechs Änderungen in der Startelf vorgenommen und taktisch umgestellt. Der Ausgleichstreffer der Schwaben in der letzten Spielminute führte zum bis dato dritten sieglosen Spiel in Folge.

FC Bayern München: sportliche und zwischenmenschliche Forderungen an den Trainer

Nach der Niederlage in Augsburg wird Nagelsmann auch für Nebensächlichkeiten kritisiert, etwa für seine auffälligen Outfits, die oftmals für den ein oder anderen Spruch sorgen. Dabei hält er sich an den Leitfaden des Klubs und trägt ausschließlich Kleidungsstücke der Ausrüster Adidas und Hugo Boss. Der Vorwurf lautet laut Sport Bild konkret: Nagelsmann muss verstehen, dass „Fußball kein Showgeschäft“ ist.

Doch was müsste Nagelsmann ändern, um in den nächsten beiden Spielen gegen Leverkusen und Dortmund wieder in die Spur zu kommen? Zum einen muss die Chancenverwertung besser werden, und dazu müssen die Bayern-Angreifer vor dem gegnerischen Tor wieder cooler werden. Auch die einfachen Ballverluste, die gegen Augsburg häufiger vorkamen, müssen minimiert werden.

FC Bayern München: Auch Nagelsmanns Vertrag kennt Worst-Case-Szenarien

Neben den sportlichen Aspekten muss sich jedoch auch die Stimmung im Team verbessern, Nagelsmann kann die Atmosphäre nur mit guten Ergebnissen auf dem Platz beruhigen. Zu viel Zeit sollte er sich allerdings nicht lassen, nach nur einem Titel in seiner Premierensaison in München ist sein Kredit bei den Verantwortlichen nicht unendlich.

Seine Vertragslaufzeit bis 2026 gibt ihm zwar noch Sicherheit, allerdings sollen auch hier verschiedene Klauseln für den Worst Case eingebaut sein. Gegen Leverkusen muss seine Mannschaft ein anderes Gesicht zeigen, noch hat der Cheftrainer die Rückendeckung seiner Vorgesetzten.

Zur Behebung der aktuellen Offensiv-Probleme wird zudem immer wieder die Verpflichtung eines positionsgetreuen Ersatzes für Robert Lewandowski diskutiert. (ajr)

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