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Adi Hütters letzte Chance: Gladbachs Trainer darf vorerst bleiben

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Von: Maximilian Bülau

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Adi Hütter.
Steht arg unter Druck: Mönchengladbachs Trainer Adi Hütter. © Bernd Thissen/dpa

Beim Blick auf die Talfahrt des Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach unter dem im vergangenen Sommer gekommenen Trainer Adi Hütter stellt sich immer wieder eine Frage: Warum eigentlich?

Warum löste 2021 eigentlich jemand ein Ticket für das Karussell, das Marco Rose von Gladbach nach Dortmund verfrachtete. Hütter von Frankfurt nach Gladbach.

Oliver Glasner von Wolfsburg nach Frankfurt. Mark van Bommel aus der Arbeitslosigkeit nach Wolfsburg und wieder in die Arbeitslosigkeit. So richtig glücklich ist keiner der Klubs durch diese Wechselei geworden. Bei den Gladbachern spitzt sich die Situation nach dem Pokal-Aus in der vergangenen Woche gegen Hannover 96 (0:3) und der jüngsten Liga-Niederlage gegen Union Berlin (1:2) besonders zu.

Gestern kam nun die Nachricht: Adi Hütter bekommt noch einmal eine Gnadenfrist. Er darf die kommende Pause nutzen, um ein letztes Mal zu versuchen, das Team auf Vordermann zu bringen. Das spricht natürlich einerseits für den selten hektisch agierenden Gladbacher Manager Max Eberl. Das ist vielleicht auch eine Folge der Leistungssteigerung, die die Fohlen gegen Union zeigten – im Vergleich zum unterirdischen Auftritt am Mittwoch in Niedersachsen. Sollte der Österreicher Hütter aber auch gegen Bielefeld und Augsburg, die beiden kommenden Gegner, nicht für einen Umschwung sorgen, dann wird die Zeit des 51-Jährigen am Niederrhein nur eine kurze gewesen sein. Bielefeld und Augsburg sind zwei der wenigen Teams, die in der Tabelle tatsächlich noch hinter der Borussia stehen.

Für Gladbachs nordhessischen Neuzugang Marvin Friedrich hätte die Zeit am neuen Arbeitsplatz wohl kaum schlechter beginnen können. Beim 2:1-Sieg zum Jahresauftakt gegen die coronageschwächten Bayern steckte er noch im Trikot von Union Berlin, in den folgenden drei Partien dann im Trikot der Gladbacher. Und er fühlt sich vielleicht schon so, als würde er in diesem feststecken. 1:2 gegen Leverkusen, 0:3 gegen Hannover – und jetzt auch noch das 1:2 gegen den Ex-Klub. Schön ist definitiv anders.

Auf der anderen Seite war es mit Max Kruse dann ausgerechnet auch noch ein Ex-Gladbacher, der für die Berliner doppelt traf und somit dafür sorgte, dass die Eisernen erstmals in ihrer Geschichte auch nach einem Spieltag auf einem Champions-League-Platz stehen. Es sagt auch viel über die derzeitige Situation der Borussia aus, dass es Manu Koné war, der defensive Mittelfeldspieler, der ja eigentlich Balljäger sein soll, der für den zwischenzeitlichen Ausgleich sorgte. Es sagt viel aus, weil die Angreifer eben nicht mehr treffen und das andere übernehmen müssen.

In diesem Jahr war noch kein Offensivspieler für die Gladbacher erfolgreich. Bester Torschütze ist derzeit Jonas Hofmann mit sieben Treffern. Es folgt Florian Neuhaus mit vier, der unter Hütter immer wieder zwischen Bank und Startelf pendelt. Das vielversprechende Trio um Alassane Pléa, Marcus Thuram und Breel Embolo kommt überhaupt nicht in Fahrt. Kapitän Lars Stindl fehlt nun auch noch lange verletzt.

Ein schwächelnder Angriff und die drittschwächste Defensive der Liga bedeuten dann eben Abstiegskampf. Und für Hütter: Mission fehlgeschlagen. Vorerst. Eberl steht schon am Ticketschalter für eine Karussellfahrt. (Maximilian Bülau)

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