Interesse von Bayern und Bayer

Im Schaufenster: Die Nordhessen Ortega und Friedrich sind in der Fußball-Bundesliga begehrt

Stefan Ortega.
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Stefan Ortega.

Auch ein eher ungewöhnlicher Weg führt manchmal zum Ziel. Die besten Beispiele sind derzeit die beiden nordhessischen Fußballer Stefan Ortega und Marvin Friedrich.

Kassel – Torhüter Ortega aus Calden lief mit 27 Jahren das erste Mal in der Bundesliga auf. Innenverteidiger Friedrich zwar schon mit 18 – anschließend machte er aber auch immer mal einen Schritt zurück, um letztlich weiter nach vorn zu kommen.

Es sind die Karrieren zweier Erstliga-Fußballer, die nicht direkt auf der linken Spur begannen. Sie sind eher zurückhaltend, vorausschauend geplant. Mit dem nötigen Verstand fürs Geschäft. Eigenschaften, die die beiden Spieler ganz gut beschreiben.

Mittlerweile haben sich Ortega und Friedrich selbst ins Schaufenster gespielt. Klubs mit großen Ambitionen bekunden erstes Interesse – aus ganz unterschiedlichen Beweggründen. Wir blicken auf die nordhessischen Aushängeschilder der Bundesliga und wohin ihr Weg führen könnte.

Stefan Ortega

Das Magazin „11 Freunde“ analysierte vor wenigen Tagen Ortegas Torwartspiel und widmete dem Caldener dafür viel Platz. Unter dem Motto „Klein, aber fein“ nahm das Magazin den 28-Jährigen unter die Lupe, verglich ihn mit einem Futsal-Torhüter, da er schnell am Boden sei und viele Schüsse mit dem Körper abwehre. Ortega ist „nur“ 1,85 Meter groß, was für einen Bundesligakeeper eben eher klein ist. Fein sei dagegen sein Spiel mit dem Ball am Fuß. In der Hinrunde bereitete Ortega sogar ein Tor mit einem langen Ball vor. Er hat mit Abstand die meisten Pässe aller Torhüter in der ersten Liga gespielt.

Vom Gesamtpaket, so das Magazin, hebe sich Ortega von den typischen Torhütern von Aufsteigern ab. Der 28-Jährige hatte am vergangenen Wochenende in Leverkusen nicht das erste Mal erheblichen Anteil daran, dass Aufsteiger Bielefeld – von vielen als Absteiger Nummer eins gehandelt – Punkte holte. Und daran, dass die Arminia derzeit nicht auf einem Abstiegsplatz steht.

Ortega, der mit 14 Jahren aus der Jugend des KSV Hessen Kassel nach Bielefeld wechselte, verließ die Ostwestfalen nur einmal. Von 2014 bis 2017 spielte er für 1860 München, wurde aber nicht glücklich und kam zurück. Nun klopft wohl wieder ein Münchner Team an – glaubt man den Gerüchten. Und es ist nicht 1860, sondern der Rekordmeister FC Bayern. Der hat zwar eigentlich kein Torwartproblem – aber irgendwie doch.

Auf der Bank sitzt ein unzufriedener Alexander Nübel, der dem Vernehmen nach im Sommer für zwei Jahre verliehen werden soll, um Spielpraxis zu sammeln. Manuel Neuer ist in Top-Form und möchte noch nicht Platz machen. Auf der Suche nach einem neuen starken zweiten Torhüter sind die Bayern auf Ortega gestoßen. Dessen spielerische Stärke ist auch in München aufgefallen. Bleibt die Frage, ob sich Ortega eine Zukunft als Ersatztorhüter vorstellen kann?

Marvin Friedrich

Auch Bayer Leverkusen soll Interesse an Ortega haben. Und somit könnte es im Sommer auch zu einem nordhessischen Wiedersehen am Rhein kommen. Denn die Werkself, die die Abgänge der Bender-Brüder Lars und Sven kompensieren muss, hat Bedarf in der Defensive. Ein Kandidat: Marvin Friedrich. Der hat noch einen bis 2022 gültigen Vertrag bei Union Berlin – ebenso wie Ortega in Bielefeld. Es ist also womöglich der letzte Zeitpunkt, um eine Ablöse einzustreichen. Ein zusätzlicher Faktor: Friedrichs Schwester Melissa spielt in der Frauen-Bundesliga für Bayer.

Friedrich, mit vier Treffern gemeinsam mit Leipzigs Willi Orban torgefährlichster Verteidiger der Bundesliga, hat laut transfermarkt.de einen Marktwert von neun Millionen Euro und ist damit einer der teuersten Nicht-Nationalspieler. Das „Nicht“ vor dem Nationalspieler könnte bald Geschichte sein, ebenso wie die sportliche Heimat Berlin. (Maximilian Bülau)

Von Maximilian Bülau

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