Von Traumtoren und starken Frauen

Auffälligkeiten aus dem Fußball: In Australien wird es emotional

Rhali Dobson und Matt Stonham.
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Sie sorgten für einen emotionalen Abend: die australische Fußballerin Rhali Dobson und ihr Partner Matt Stonham.

Die Geschichten des Fußballs, sie kamen in den vergangenen Tagen nicht nur aus der WM-Qualifikation. Besonders emotional war auch ein Ereignis in Australien. Unsere Auffälligkeiten:

Die Herzensangelegenheit: Diese Geschichte ereignete sich zwar bereits am vergangenen Donnerstag – allerdings in Australien. Und bis sie zu uns nach Europa schwappte, verging eben ein wenig Zeit. Was sich da aber in Melbourne ereignete, hat es durchaus verdient, auch ein paar Tage später noch erwähnt zu werden. Passiert ist Folgendes: Die 28 Jahre alte Rhali Dobson bestritt ihr letztes Spiel als Fußballerin in der höchsten australischen Liga, der W-League. Mit ihrem Team Melbourne City trat sie gegen Perth Glory an. Dobson ist zwar noch jung, aber ihr Freund Matt Stonham hat Hirnkrebs, sie möchte mehr Zeit haben, um sich um ihn zu kümmern.

Dobson trifft in dieser Partie gegen Perth zum 1:0. Am Ende gewinnt ihr Team 2:1 – der perfekte Abschied. Doch es kommt noch besser. Als sie nach dem Schlusspfiff zu ihrem Freund läuft, um mit ihm zu jubeln, lenkt der ihre Aufmerksamkeit auf etwas anderes, greift in seine Jacke und holt eine Schmuckschachtel heraus. Er geht auf die Knie und macht seiner Freundin einen Heiratsantrag. Dobson bricht in Tränen aus, ihre Mitspielerinnen stehen hinter ihr und freuen sich mit der 28-Jährigen. Viel besser hätte dieser Tag wohl nicht laufen können. Eine Geschichte fürs Herz.

Die Traumtore: Die WM-Qualifikation ist immer auch eine gute Bühne, um etwas Herausragendes zu schaffen. Drei Angreifer nutzten am Wochenende ihre ausgezeichnete Schusstechnik für drei besonders platzierte Abschlüsse. Luke Gambin brachte Malta beim 2:2 in der Slowakei mit einem herrlichen Schlenzer in Führung. Auch Ozan Tufan nahm fast von der Strafraumgrenze Maß und traf für die Türkei sehenswert ins lange Eck zum 3:0-Endstand gegen Norwegen. Der Dritte im Bunde: Steven Berghuis. Der Niederländer zog beim 2:0-Sieg vor 5000 Zuschauern in Amsterdam gegen Lettland von der rechten Seite ins Zentrum und beförderte den Ball mit dem linken Fuß und ganz viel Gefühl ins linke Eck. Sein Landsmann Arjen Robben hätte es wohl nicht besser hinbekommen.

Der Rekordtorschütze: Aleksandar Mitrovic war schon vor seinem Treffer beim 2:2-Unentschieden gegen Portugal der erfolgreichste Angreifer der serbischen Nationalmannschaft. Doch sein 1:2 unmittelbar nach der Pause – es war sein 39. Länderspiel-Treffer – machte den 26-Jährigen nun auch zum alleinigen Rekordtorschützen in der Fifa-Statistik. Dabei werden die Erfolge der serbischen, serbisch-montenegrinischen und jugoslawischen Teams berücksichtigt. Und bislang war der 2010 gestorbene Stjepan Bobek (38) die Nummer eins.

Die Überraschung: Viel Aussagekraft hat die Torschützenliste in der WM-Quali nach zwei Spieltagen natürlich noch nicht. Aber unter den besten Stürmern ist auch Henri Anier vom Klub mit dem schönen Namen Paide Linnameeskond. Trotz seiner drei Treffer verlor Estland aber 2:6 gegen Tschechien und 2:4 gegen Belarus.

Das Debüt: Der Name Stéphanie Frappart ist auch männlichen Fußball-Fans bereits ein Begriff. Die französische Schiedsrichterin war schon in der Champions und Europa League der Männer zum Einsatz gekommen und hatte damit Geschichte geschrieben. Am Samstag leitete sie nun die Partie zwischen der Niederlande und Lettland (2:0) und war damit die erste Frau, die ein Spiel in der WM-Qualifikation pfiff.

Die Super-Bayern: Von einer einzelnen zu einem ganzen Team voller starker Frauen. Die Fußballerinnen des FC Bayern haben gestern 6:0 gegen Duisburg gewonnen und damit den 25. Sieg im 25. Saisonspiel eingefahren. Mittlerweile haben die weiblichen Super-Bayern die männlichen Super-Bayern übertroffen, die von Februar bis September 2020 23 Spiele in Folge gewannen. (Björn Mahr und Maximilian Bülau)

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