Ingolstadts große Aufstiegssause Sause vorerst vertagt

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Ralph Hasenhüttl (l) und Pascal Groß müssen die Aufstiegsfeier noch einmal vertagen. Foto: Armin Weigel

Am kommenden Sonntag soll die Aufstiegsparty des FC Ingolstadt endlich steigen - auch wenn sich öffentlich noch niemand beim designierten Bundesligisten so richtig damit auseinandersetzen will. Dabei sind die Oberbayern praktisch nicht mehr aufzuhalten.

Ingolstadt (dpa) - Ralph Hasenhüttls Augen funkelten beim Thema Fußball-Bundesliga schon - dabei gaben sich die Ingolstädter größte Mühe, bloß nicht in verfrühten Jubel auszubrechen.

Obwohl dem enteilten Zweitliga-Tabellenführer angesichts von sieben Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz der Aufstieg kaum mehr zu nehmen ist, war Party-Stimmung noch nicht angesagt. "Die Truppe leistet in den letzten Wochen Unglaubliches. Jetzt müssen wir halt die letzten Hürden noch nehmen", verkündete Trainer Hasenhüttl nach dem 1:1 gegen den 1. FC Nürnberg am späten Montagabend.

Im drittletzten Saisonspiel am Sonntag beim VfL Bochum können die Oberbayern die letzten mathematischen Zweifel beseitigen und zum 54. Bundesliga-Teilnehmer aufsteigen. "Wir haben die Chance, den Sack zuzumachen", sagte Verteidiger Tobias Levels. Und zwar unabhängig davon, wie die Konkurrenz spielt: Gewinnt Ingolstadt, wäre das der Startschuss für die große Sause beim einstigen Zweitliga-Abstiegskandidaten, aus dem Hasenhüttl in dieser Saison ein Spitzenteam geformt hat.

"Sie werden diesen Aufstieg realisieren, und den haben sie auch mit einer hervorragenden Arbeit verdient", prognostizierte Nürnbergs Coach René Weiler, dessen Franken den Ingolstädtern im Derby ein unerbittliches Duell lieferten. Mit Erfolg. Angesichts der Chancenverteilung wäre sogar ein Sieg des im Tabellenmittelfeld feststeckenden FCN nicht unverdient gewesen. "Jeder ist doppelt motiviert, wenn der Spitzenreiter kommt. Das waren wir in den letzten Jahren auch, als wir hinten drin gesteckt haben. Und jetzt bekommen wir das selber zu spüren", sagte FCI-Torwart Ramazan Özcan.

Nun steigt sogar der Fußball-Enthusiasmus in der Autostadt: Mit 15 000 Zuschauern war die Arena zum zweiten Mal in dieser Saison ausverkauft. Und als die Stadionregie kurz vor dem Anpfiff stimmungsvoll die Vereinshymne "Schanzer Herz" einspielte, kam schon ein wenig Bundesliga-Feeling auf. Die Leistung der Anhänger sei "im Unterschied zu uns diesmal schon erstligatauglich gewesen, wir waren es vielleicht noch nicht", gab Hasenhüttl zu.

Stürmer Lukas Hinterseer, seit dieser Saison im Verein, stellte eine positive Entwicklung fest: "Wenn man die ersten Spiele und heute vergleicht, da ist schon richtige Euphorie da, die Leute gehen gerne ins Stadion. Wenn mehr Platz im Stadion wäre, wären - glaube ich - noch mehr Leute gekommen." Sein österreichischer Landsmann Hasenhüttl bezeichnete es als "ganz anderes Gefühl, in so einem Stadion zu spielen, wenn es mit den eigenen Fans voll ist".

Nürnbergs Joker Danny Blum verhinderte mit seinem Ausgleichstreffer (72. Minute), dass die gute Stimmung auf den Rängen in Ekstase umschlug - bei dann neun Zählern Vorsprung auf Rang drei wäre der Ingolstädter Aufstieg praktisch perfekt gewesen. "Wir sind in einer Luxussituation, dass wir vorne auch mal mit einem Punkt leben können", befand Hasenhüttl, dessen Team durch ein kurioses Eigentor von Javier Pinola (70.) in Führung gegangen war. "Wir wissen, was wir jetzt noch zu investieren haben", sagte Özcan.

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