Ex-Profi blickt sorgenvoll ins neue Jahr

Ivan Klasnic: Das Warten auf die dritte Spenderniere

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Ivan Klasnic.

Hamburg - Mit großen Sorgen blickt der einstige Bundesliga-Torjäger Ivan Klasnic auf das neue Jahr. Der 36-Jährige braucht dringend eine Spenderniere - nun schon zum dritten Mal.

Selbst an den Weihnachtsfeiertagen gab es für Ivan Klasnic kein Entrinnen, die fünfstündige Blutwäsche im Hamburger Universitätskrankenhaus Eppendorf war lebenswichtig. Denn seit September wartet der einstige Bundesliga-Torjäger auf eine Spenderniere - bereits zum dritten Mal binnen elf Jahren.

"Das trifft einen schon knallhart bis ins Mark. Aber ich bin mental sehr stark und will das Leben trotzdem genießen", sagte der 36-Jährige in einem Gespräch mit NDR.de. Im Januar 2007 erhielt der Kroate von seiner Mutter Sima eine Spenderniere, die abgestoßen wurde. Zwei Monate später nahm sein Körper die Niere seines Vaters Ivan an, immerhin neun Jahre lang.

Nun aber gehört die regelmäßige Dialyse wieder zum Pflichtprogramm Klasnics, bis zu einer erneuten Transplantation kann es Jahre dauern. Der Ex-Stürmer, 2004 mit Werder Bremen Double-Gewinner, erwägt daher sogar eine Rückkehr in die Heimat seiner Eltern: "In Kroatien geht es vielleicht schneller, weil dort mehr Organe gespendet werden."

Bis dahin versucht der gebürtige Hamburger Normalität zu leben. Seine Profikarriere ist seit einem wenig beachteten einjährigen Intermezzo beim FSV Mainz 05 in der Saison 2012/2013 beendet, aktuell tummelt sich Klasnic bei Seniorenturnieren im Team der Traditionsmannschaft des SV Werder: "Ich brauche einfach den Sport."

Dabei schied der Angreifer 2008 nach sieben Jahren an der Weser keineswegs im Frieden von den Hanseaten. Denn ein Rechtsstreit zwischen Klasnic und der damaligen medizinischen Abteilung der Norddeutschen ist immer noch nicht beendet, ein Urteil des Bremer Landgerichts wird für Februar 2017 erwartet.

Es geht dabei um mögliche Schadenersatzforderungen des ehemaligen Profis. Ein Bremer Mediziner hatte seinerzeit öffentlich erklärt, dass die Vereinsärzte die nachlassende Nierentätigkeit Klasnics bei den üblichen sportärztlichen Untersuchungen über Jahre hinweg nicht erkannt hätten. Anderenfalls wäre möglicherweise nie eine Transplantation erforderlich gewesen.

Immerhin: Nach seiner Zeit bei den Grün-Weißen hatte Klasnic noch vier gute Profi-Jahre beim FC Nantes und den Bolton Wanderers. Und schon 2008 schrieb er Fußball-Geschichte, als er als erster Akteur mit einer Nierentransplantation für Kroatien bei der EM-Endrunde 2008 in Österreich und der Schweiz zum Einsatz kam und zwei Tore erzielte.

sid

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