Bayern-Neuzugang vorgestellt

James Rodríguez: "Bin hier, um Geschichte zu schreiben"

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James Rodríguez will mit dem FC Bayern Titel holen.

James Rodríguez kommt mit großen Erwartungen zum FC Bayern. Der WM-Star von 2014 verschärft den Konkurrenzkampf beim Rekordmeister weiter.

München - Ein schöneres Geburtstagsgeschenk hätte James Rodríguez kaum bekommen können. Am Mittwoch wurde der Star der Fußball-WM 2014 in Brasilien 26 Jahre alt, am Nachmittag unterschrieb er einen Vertrag, der ihm nach zwei tristen Jahren bei Real Madrid einen Neustart beim FC Bayern ermöglicht - zur Feier des Tages gab es bei der großen Vorstellung in der Arena gleich einmal eine Geburtstagstorte. Er beginne, sagte der elegant gekleidete James mit einem Lächeln, "ein neues Leben", er habe darauf "große Lust", er habe "große Träume" und hoffe, "hier Erfolge feiern und Geschichte schreiben zu können".

Auf große Erfolge hofft nicht nur er. Mit der zunächst auf zwei Jahre angelegten Verpflichtung des Kolumbianers setzen sich die Bayern, setzt sich vor allem Trainer Carlo Ancelotti unter immensen Druck. Rodríguez, genannt James, gesprochen "Chames", ist schließlich, das bekräftigte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge, ein "Wunschspieler" des Trainers. Trainer und Spieler kennen sich aus der gemeinsamen Saison 2014/2015 bei Real Madrid.

Rodríguez zu "finanziell akzeptablen Summen" geholt

Ancelotti sei bereits "vor ein paar Monaten" mit der Idee um die Ecke gekommen, dass James einer wäre für die Bayern, berichtete Rummenigge, "aber wir haben in Ruhe abgewartet". Zu "finanziell akzeptablen Summen", ergänzte er, habe man jetzt einen Spieler bekommen, der dem Klub noch gefehlt habe: "Wir sind überzeugt, dass er uns die Qualität gibt, die der Kader noch braucht", betont Rummenigge. Zugleich schloss er weitere Transfers nicht aus.

Ancelotti nannte die Verpflichtung von James, der die "11" von Douglas Costa übernehmen wird, "einen speziellen Moment für mich". Leichter wird sein Job allerdings nicht: Er muss nun eine Mannschaft bauen, die mehr gewinnt als die sechste Meisterschaft nacheinander, er sollte sie möglichst ins Endspiel der Champions League führen - und zudem hat er die Aufgabe zu bewältigen, das Überangebot im Mittelfeld zu moderieren.

James Rodríguez trägt beim FC Bayern die Rückennummer 11.

Größerer Konkurrenzkampf im Bayern-Mittelfeld

Der Konkurrenzkampf stört Ancelotti freilich nicht im Geringsten, "Konkurrenzkampf ist der Treibstoff des Teams", sagte er, "ich habe damit kein Problem. Der adrette James, vom Auftreten ein Typ aus der Kategorie Schwiegermutter-Traum, wird sich mit Thiago, Arturo Vidal, Arjen Robben, Franck Ribéry, Thomas Müller, Kingsley Coman und Sebastian Rudy um Einsatzzeiten balgen müssen. "Man muss sich den Stammplatz erkämpfen", stellte er fest.

Wenn er der Spieler ist, den der FC Bayern noch gebraucht hat und den der Trainer unbedingt wollte, wird er wohl nicht allzu sehr um einen Platz in der Mannschaft kämpfen müssen. "Es kann schon sein", sagte Ancelotti gleich mal auf die Frage, ob James schon am Samstag beim Telekom-Cup in Mönchengladbach dabei sein werde. "Er wird seine Position finden", ergänzte der Trainer, und er betonte: "Wir werden in diesem Jahr besser sein."

Zweijahres-Leihvertrag mit Kaufoption

Zwei Jahre wird James zunächst beim FC Bayern spielen, für eine kolportierte Leihgebühr von 10 Millionen Euro. Dann, bestätigte Rummenigge, habe der deutsche Rekordmeister die Option, einen Dreijahresvertrag mit dem Kolumbianer folgen zu lassen - für eine Ablöse an Real Madrid von mutmaßlich knapp 40 Millionen Euro. Geld, das nicht zuletzt aus Sicht der Marketing-Abteilung des FC Bayern gut angelegt sein könnte.

Rummenigge berichtete jedenfalls, dass der FC Bayern noch in der Nacht nach der Bekanntgabe des Wechsels von James Zuwächse in den sozialen Medien im sechsstelligen Bereich verzeichnete - die "Gefällt mir"-Klicks kamen vor allem aus Spanien und Südamerika. Der neue Mann, sagte Rummenigge mit einem glücklichen Lächeln, steht uns "auch international extrem gut zu Gesicht". Übersetzt heißt das: Er eröffnet ein neues Kundenpotenzial.

Rummenigge sagte, dass der FC Bayern trotz der Verpflichtungen von Corentin Tolisso (41,5 Millionen Euro) oder James bis zum Ende dieser Transferperiode am 31. August weiter nach Verstärkungen Ausschau halte, "auch wenn aktuell nichts geplant ist". Aktuell ist James glücklich, ist Ancelotti glücklich, ist Rummenigge glücklich. Fehlt nur noch der Gewinn der Champions League.

Die offizielle Präsentation von James Rodríguez können Sie im Ticker bei tz.de* nachlesen.

*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

SID

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