Jetzt geht’s im Halbfinale gegen Mexiko

HNA-Schnellcheck: Deutschland schlägt Kamerun beim Confed Cup

Gleich ist der Ball im Netz: das 2:0 durch Timo Werner (rechts). Kameruns Adolphe Teikeu schaut zu. Foto:  dpa

Kassel. Confed Cup. In Russland. Letzter Gruppenspieltag. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gegen Kamerun. Und alles war noch möglich.

Nach dem 3:1-Sieg steht aber fest: Deutschland ist Gruppensieger und steht im Halbfinale. Unser Schnellcheck.

Sorgte Bundestrainer Joachim Löw mal wieder für eine Überraschung? 

Er sorgte für Klarheit. Denn wie gegen Chile stand Marc-André ter Stegen im Tor. Die Rotation hat also ein Ende. Auf dem Spielfeld gab es allerdings wieder vier Änderungen. Unter anderem kamen Kerem Demirbay und Marvin Plattenhardt zu ihrem ersten Turniereinsatz. So stand im Endeffekt das jüngste deutsche Team seit der WM 1934 auf dem Platz. Durchschnittsalter: knapp 24 Jahre.

Wie war denn die Partie gegen den Afrikameister? 

Kommentator Béla Rethy kündigte an: „Kein Laufsteg mehr für Talente. Jetzt geht es um Resultate.“ Was in den ersten 45 Minuten folgte, war aber eher ein ausgedehnter Sommerspaziergang. Wenig Tempo. Wenig Bewegung. Es wirkte fast, als seien die Beine nach dem Chile-Spiel noch müde.

Ein Fernschuss von Emre Can (21.), ein Kopfball von Joshua Kimmich (24.) – das waren die Höhepunkte. Zumindest für lange Zeit. Kurz vor der Pause passierte etwas in der zweiten Partie des Tages. Australien ging 1:0 gegen Chile in Führung (42.). Torschütze James Troisi. Stimmt wirklich. Ansonsten aufregend: Der Kameruner Christian Mougang Bassogog ist in der Lage 38,4 Kilometer pro Stunde zu laufen. Der Schnellste in der Bundesliga ist Karim Bellarabi – mit 35 km/h. Auch schön: Timo Werners goldene Schuhe.

Die zweite Hälfte entschuldigte dann aber für viel Langeweile. 48. Minute: Julian Draxler legt traumhaft per Hacke durch die Beine eines Gegenspielers auf Demirbay. Der zieht aus 16 Metern ab. 1:0. Kimmich flankt wunderschön auf Werner, der schont die goldenen Schuhe und nimmt den Kopf. 2:0. Dann verkürzt Vincent Aboubakar. Ter Stegen kommt nicht raus und der Kameruner köpft ein. 2:1. Und schließlich, neben vielen weiteren Möglichkeiten, macht erneut Werner den Deckel drauf (81.). Da war ganz schön was los auf einmal.

Gab es auch einen emotionalen Höhepunkt? 

Aber ja. Und das vor dem Anpfiff. Auf der Videowand wurden Bilder von Marc-Vivien Foé gezeigt. Der Kameruner war fast auf den Tag genau vor 14 Jahren beim Confed Cups wegen Herzversagens auf dem Feld kollabiert und gestorben.

Gab es gegen Kamerun einen Aufreger?

Den gab es – und wieder im Zusammenhang mit dem Videobeweis. Nachdem Ernest Mabouka Can rüde gefoult hatte, sah zunächst sein Teamkollege Sébastian Siani die Gelbe Karte. Fehlentscheidung. Das bekam Schiedsrichter Wilmar Roldan Perez aus Kolumbien wohl mit. Es gab eine Unterbrechung. Videobeweis.

Und auf einmal gab es die Rote Karte für Siani. Kann man Fehlentscheidung noch steigern? Nach einer weiteren Überprüfung blieb es beim Platzverweis – und auch der richtige Spieler musste vom Feld. Kurios. Und die Frage bleibt: Ist das sinnvoll?

Wie war die TV-Übertragung? 

Das ZDF setzt im Studio auf das moderne Trio mit Moderator Jochen Breyer und den Experten Holger Stanislawski sowie Sebastian Kehl. Einen Spruch hob sich Breyer für das Umschalten ins Stadion auf: „Der Weltmeister gegen den Afrikameister – kommentiert vom Altmeister Béla Rethy.“ Der Altmeister machte es gewohnt routiniert und freute sich nach einer Viertelstunde: „Das Stadion hat sich gefüllt. Nach dem Anpfiff kamen ganz, ganz viele Leute.“ Gott sei dank.

Wie geht es nun weiter für die Nationalelf? 

Da Chile gegen Australien nur 1:1 spielte, sicherte sich das DFB-Team den ersten Platz und spielt am Donnerstag im Halbfinale gegen Mexiko. Chile trifft am Mittwoch auf Portugal.

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