"Müssen diese Werte verfolgen"

Löw nimmt seine Weltmeister in die Pflicht

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Bundestrainer Joachim Löw hat seine Nationalspieler in die Pflicht genommen.

Baden-Baden - Wer Weltmeister im Fußball ist, hat auch große Verantwortung. Bundestrainer Joachim Löw hat nun seine Spieler in die Pflicht genommen, für universelle Werte einzutreten.

Die Weltmeister als „Fußball spielende Außenminister“, die Nationalmannschaft als Vorbild für Integration und Gegner von Gewalt und Fremdenfeindlichkeit: Bundestrainer Joachim Löw hat in einer bemerkenswerten Rede die politische und gesellschaftliche Verantwortung seiner Profis herausgestellt. „Wir müssen mit unserer Popularität diese Werte und Ziele verfolgen“, forderte der 54-Jährige, der am Freitag mit dem Deutschen Medienpreis ausgezeichnet wurde.

„Wir können und wollen den Menschen mit unserem Fußball viel Freude bereiten“, sagte Löw in seiner Dankesrede in Baden-Baden, „aber wir sollten das nicht nur auf dem Spielfeld tun. Wir sollten auch mit aller Überzeugung Werte vertreten wie Integration - gegen Rassismus und Antisemitismus, gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit. `

Die Mannschaft sei in ihrer multikulturellen Zusammensetzung ein Vorbild. `Bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt, nicht seine Herkunft“, betonte Löw: „Es gibt tolle Menschen in allen Kulturen und Religionen. Alle können hervorragend miteinander auskommen, wenn sie sich gegenseitig respektieren und die ausgemachten Regeln einhalten.“

Offenbar auch mit Blick auf die Pegida-Demonstrationen und die Diskussionen um eine angebliche Islamisierung fragte Löw: „Wie schön wäre es, wenn Deutschland irgendwann auch Weltmeister des friedlichen und freundlichen Zusammenlebens unterschiedlicher Kulturen und Religionen wäre?“

Der Welttrainer, der die Nationalmannschaft im vergangenen Sommer in Brasilien zum ersten WM-Titel seit 24 Jahren geführt hatte, nannte seine Nationalspieler mit Blick auf ihr Verhalten bei den WM-Turnieren 2010 in Südafrika und 2014 „Fußball spielende Außenminister“. Löw hatte den Preis erhalten, weil er nach Meinung der Jury aus Chefredakteuren führender Zeitungen und Zeitschriften die Nationlelf zu einem „herausragenden Botschafter eines modernen, weltoffenen und sympathischen Deutschlands gemacht“ hat.

SID

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