Nach den deutlichen Worten im Dezember

Klopp rügt Scholl für Trainer-Kritik: „Ist natürlich nicht die Wahrheit“

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Jürgen Klopp (l.) rügt Mehmet Scholl für dessen Kritik an der neuen Trainer-Generation.

Mehmet Scholl hatte die neue, junge Trainer-Generation heftig kritisiert, doch dafür kassiert er jetzt selbst eine Rüge - in Person von Jürgen Klopp.

Jürgen Klopp hat eine Lanze für die junge Trainergeneration gebrochen und den früheren Nationalspieler Mehmet Scholl für dessen Kritik am Schalker Coach Domenico Tedesco und dessen Altersgenossen gerügt. "Es steckt ja immer ein bisschen Wahrheit drin in Dingen, die Mehmet Scholl sagt. Nur: Es ist natürlich nicht die Wahrheit", sagte der Teammanager des FC Liverpool in einem Beitrag für das Aktuelle Sportstudio des ZDF. Studiogast war am Samstagabend der Stuttgarter Trainer Hannes Wolf (36).

Scholl hatte den vielen jungen Trainern im Dezember im Bayerischen Rundfunk ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. "Die Tedescos, die Wolfs, sie sprießen aus dem Boden, und der deutsche Fußball wird sein blaues Wunder erleben. Oben kommt eine weichgespülte Masse an, die erfolgreich sein wird, aber niemals das Große gewinnen wird", hatte der ehemalige Coach von Bayern Münchens zweiter Mannschaft gemutmaßt.

„Die sind nicht über Nacht irgendwie in den Job gekommen“

Klopp, der als Trainer mit Borussia Dortmund zweimal Meister und einmal DFB-Pokalsieger wurde, hält diese Kritik für völlig überzogen. "Die ganzen jungen Trainer, die heute hochkommen, die haben alle ein Top-Ausbildung genossen. Im Gegensatz zu früher haben die - etwa Hannes Wolf - bevor er in die Bundesliga kam schon sieben Jahre eine Fußball-Mannschaft trainiert, nicht irgendjemanden, sondern auf Top-Niveau, nur halt im Jugendbereich. Domenico Tedesco hat das Gleiche gemacht. Julian Nagelsmann hat das Gleiche gemacht, die sind nicht über Nacht irgendwie in den Job gekommen", sagte der 50-Jährige. Tedesco hatte sich selbst schon gegen Scholl zur Wehr gesetzt.

„Wenn diese Ex-Profis bereit wären, diesen Weg auch zu gehen ...“

Für Klopp wollen dagegen viele Ex-Profis zu schnell ins Trainergeschäft auf höchster Ebene wechseln. "Wenn diese Ex-Profis heute bereit wären, diesen Weg auch zu gehen und nicht von vornherein die großen Spieler sagen würden, 'Ich muss auf einem gewissen Niveau trainieren', 'Ich muss jetzt schon Bundesliga als ersten Verein haben'. Wenn die bereit wären, auf einem gesunden Niveau anzufangen, um den Job zu lernen, denn man muss ihn lernen. Er hat mit dem Job Fußball-Profi nichts zu tun. Man muss eine Mannschaft leiten und nicht in einer Mannschaft spielen, und das ist ein Riesen-Unterschied", so der frühere Mainzer Profi und Trainer.

SID

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