Trainer des Jahres

Julian Nagelsmann: Erst Flugschein, dann Europacup-Finale

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Julian Nagelsmann ist der jüngste Cheftrainer in der Bundesliga.

Gravenbruch - Julian Nagelsmann ist vom Deutschen Fußball-Bund zum Trainer des Jahres gekürt worden. Der Hoffenheimer Coach nahm die Auszeichnung auch zum Anlass, von großen Zielen zu träumen.

Als Julian Nagelsmann die gläserne Trophäe für sein Traumjahr in den Händen hielt, gab er offenherzig seine beiden größten Ziele preis. "Mein Wunsch ist es, dass ich in ein europäisches Finale komme und das auch gewinne", sagte der Coach des Bundesligisten 1899 Hoffenheim, der vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) am Montag zum Trainer des Jahres gekürt worden war. "Und außerdem", fuhr Nagelsmann fort, "mache ich noch meinen Flugschein."

Nagelsmann will hoch hinaus - privat also vielleicht noch einen Tick mehr als beruflich. Dass er im Fußballgeschäft mit gerade einmal 29 Jahren ohnehin schon weit oben angekommen ist und nun in einer Reihe mit Routiniers wie Horst Hrubesch oder Hermann Gerland steht, ergriff den Ehrgeizling ziemlich. "Das macht mich sprachlos, und das bin ich selten", sagte Nagelsmann. 

Der jüngste Chefcoach der Bundesliga

Die Auszeichnung anlässlich der Abschlussveranstaltung des 63. Fußballlehrer-Lehrgangs, die Nagelsmann bei Facebook augenzwinkernd als den "ersten Titel mit der TSG" bezeichnete, fiel nicht zufällig auf den Bayer. Als jüngster Chefcoach der Bundesliga-Historie hatte Nagelsmann die Kraichgauer in der Vorsaison erst vor dem Abstieg bewahrt und dann eine Hinrunde ohne Niederlage hingelegt. 

Mittlerweile wurde Hoffenheim in dieser Spielzeit zwar zweimal besiegt, als Tabellenvierter deuten die Anzeichen aber stark auf die erste Europacup-Teilnahme der Vereinsgeschichte hin. "Europa League fände ich echt gut", sagte Nagelsmann kürzlich, "aber sehr gut wäre etwas anderes." Und zwar die Königsklasse. 

Nagelsmann bleibt in Hoffenheim

Bei einigen (ausländischen) Vereinen, die in der Champions League spielen, war Nagelsmann bereits im Gespräch gewesen. Dass die TSG ihren Erfolgstrainer vor dem Vertragsende (30. Juni 2019) jedoch abgibt, darf ausgeschlossen werden. "Natürlich hätten wir ihn gerne lebenslänglich. Zumindest aber ein bisschen über die Vertragslaufzeit hinaus", sagte Hoffenheims Mehrheitseigner Dietmar Hopp am Montagabend in einer Videobotschaft. 

Der Milliardär wird es daher mit Wohlwollen vernommen haben, dass für Nagelsmann ein Wechsel ins Ausland aktuell "kein zwingendes Ziel" sei. Das gewünschte große Finale sei freilich auch als Trainer von Hoffenheim möglich, "wenngleich man die Zukunft schwer vorhersagen kann." 

Die Vergangenheit war es indes, die Nagelsmann dorthin brachte, wo er jetzt ist. Mit exzellenten Leistungen führte er die U19 der Kraichgauer als jüngster Meistertrainer in der Saison 2013/14 zum Bundesligatitel - sein Weg in das Profigeschäft war auch wegen der zwischenmenschlichen Qualitäten vorgezeichnet. 

"Die Art und Weise, wie er rüberkommt und mit den Spielern umgeht, ist einfach gut", sagte Hrubesch. Für DFB-Präsident Reinhard Grindel sammelte Nagelsmann eben im Jugendbereich "die Erfahrung und die Sicherheit, mit der sein Erfolg nachhaltig sein wird." 

Auch deshalb will Nagelsmann auch künftig den Fokus auf den Umgang mit seinen Schützlingen richten. "Die Arbeit mit dem Menschen ist immer das Bedeutendste"", sagte er: "Man muss es immer schaffen, dass die Spieler auch für den Trainer rennen." Bislang gelingt ihm das sehr gut. 

SID

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