Abstiegskandidaten unter der Lupe

Kampf des letzten Dinos: Hamburg muss gegen Schalke gewinnen

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Dirigent im Abstiegskampf: Bruno Labbadia hauchte dem HSV neues Leben ein.

Kassel. Ein Spiel ist noch zu spielen und der Hamburger SV steckt noch mitten drin im Abstiegskampf. Kann der HSV wie im Vorjahr den ersten Abstieg aus der Fußball-Bundesliga in letzter Sekunde abwenden? Wir analysieren die Lage der Hamburger.

• Wie konnte es soweit kommen? 

Mit Dietmar Beiersdorfer kommt der Erfolg, so dachten wohl viele Hamburger vor der Saison. Pustekuchen! Mit Mirko Slomka, Joe Zinnbauer und Peter Knäbel verschliss der Sportchef drei Trainer, die Millionen-Transfers von Nicolai Müller und Lewis Holtby halfen nicht.

Die fehlende Konstanz auf der Trainerbank zeigte sich auch auf dem Platz: Der Mannschaft fehlt eine Spielphilosophie. Oft standen zwar elf Spieler auf dem Platz, jedoch keine Mannschaft. Das lässt sich auch in den Zahlen ablesen: Der HSV-Angriff ist der schwächste der Liga (23 Tore nach 33 Spielen), die Abwehr ist löchrig, trotz großer Namen wie die der Ex-Nationalspieler Heiko Westermann und René Adler (50 Gegentreffer). Unter Trainer Bruno Labbadia ging es zuletzt bergauf: Unter ihm kämpfte der HSV wieder, holte gegen Freiburg, Mainz und Augsburg wichtige Punkte, die den HSV noch hoffen lassen. Doch sein Schicksal hält der Dino trotzdem nicht in der eigenen Hand.

• Was macht Hoffnung? 

Der HSV muss sich an seine Geschichte klammern. Noch läuft die Nichtabstiegs-Uhr, noch lebt der Dino. Hamburg ist noch nie abgestiegen. Und es geht gegen Schalke. Ein Klub, für den es nach der Europa-League-Qualifikation um nichts mehr geht und der zur Zeit mehr mit sich selbst beschäftigt ist als mit dem Geschehen auf dem Rasen.

• Wo lauern die Gefahren? 

Die Angst vor dem Versagen, die Angst davor, die erste Abstiegs-Elf in der Geschichte des großen Hamburger SV zu sein. Das könnte die Beine der Spieler lähmen, den Kopf schwer machen. Zudem ist Hamburg auf Patzer der Konkurrenz angewiesen. Die größte Gefahr könnte allerdings dem HSV-Dino drohen: Droht dem Maskottchen dasselbe Schicksal wie der HSV-Uhr?

• Was sagt der Fan? 

Als HSV-Fan hat man’s nicht leicht: Wer weiß das besser als Uli Brehme, unser Redakteur im Ruhestand. Seit Kindesbeinen HSV-Fan, durchlebt er gerade seinen ganz persönlichen Gefühlssalto: Am Montag noch abgestiegen, entwickelt er heute schon wieder kühne Meisterpläne. „Sag mal, Brehme!“ Aber lesen Sie das lieber selbst.

Wo spielen die Gründungsmitglieder heute?

Der Hamburger SV gehört zu den 16 Gründungsmitgliedern der Bundesliga. Als einziger Verein gehört er seit 1963 immer der obersten Klasse an und ist somit fast 52 Jahre dabei. Wo aber spielen die anderen Gründungsmitglieder heute? Bundesliga: Werder Bremen (insgesamt nun knapp 51 Jahre in der Bundesliga), der VfB Stuttgart (50), Borussia Dortmund (48), Schalke (47), Eintracht Frankfurt (46), 1. FC Köln (44 Jahre), Hertha BSC Berlin (32). Zweite Bundesliga: 1. FC Nürnberg (insgesamt 32 Jahre in der Bundesliga), Eintracht Braunschweig (21), 1. FC Kaiserslautern (44), Karlsruher SC (24), 1860 München (20). Dritte Bundesliga: Preußen Münster (1 Jahr in der Bundesliga), Meidericher SV/MSV Duisburg (28, Aufsteiger in die zweite Liga). Regionalliga Südwest: 1. FC Saarbrücken (5, kann über die Playoffs in die Dritte Liga aufsteigen)

Hamburger Lage im Abstiegskampf

Hamburg ist bei einem Sieg gerettet, wenn Stuttgart nicht gewinnt und Freiburg und Hannover nicht Remis spielen.

Hamburg muss bei einem Sieg in die Relegation, wenn Stuttgart nicht gewinnt und Hannover 96 gegen den SC Freiburg unentschieden spielt.

Hamburg steigt im Falle einer Niederlage oder eines Unentschiedens gegen Schalke 04 ab. Auch bei einem Sieg, wenn Stuttgart gewinnt und Hannover und Freiburg unentschieden spielen. (sid)

Kommentare

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