Erste Zweitliga-Einsätze

Kasseler Fußballer Ogechika Heil mit dem Hamburger SV auf dem Weg nach oben

Nur nicht in Schräglage geraten: Ogechika Heil, aus Kassel stammendes Talent des Hamburger SV, sieht sich im Zweikampf dem Braunschweiger Oumar Diakhite gegenüber.
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Nur nicht in Schräglage geraten: Ogechika Heil, aus Kassel stammendes Talent des Hamburger SV, sieht sich im Zweikampf dem Braunschweiger Oumar Diakhite gegenüber.

Beim Wiederaufstieg des Hamburger SV in die Fußball-Bundesliga soll ein Kasseler Talent mithelfen. Ogechika Heil kam schon zu seinen ersten Einsätzen in der 2. Liga.

Die dritte Zweitligasaison soll die letzte sein. Und es sieht gut aus für die Fußballer des Hamburger SV. Denn nach dem erstmaligen Abstieg aus der Bundesliga im Jahr 2018 führen sie vor den punktgleichen Mannschaften von Holstein Kiel und VfL Bochum die Tabelle an. Ogechika Heil wurde in den vorigen Spielen bereits zweimal eingewechselt und hofft in den verbleibenden 13 Partien auf weitere Einsätze.

Heil, der 2016 vom KSV Hessen Kassel zu den Hanseaten wechselte, spielte für diese drei Jahre lang in den Nachwuchs-Bundesligen. Seit 2019 gehört er dem Kader der in der Regionalliga Nord antretenden U21 des ehemaligen Bundesliga-Dinos an. Wo er sich für höhere Aufgaben empfahl und in den Blick von Daniel Thioune, dem Trainer der ersten Mannschaft, geriet. Seit November trainiert Heil mit der Zweitligamannschaft und kam dort am 3. Januar gegen Jahn Regensburg zum ersten Mal auf den Platz.

„Momentan läuft es ganz gut für mich. Ich bin glücklich und stolz, dass ich meine ersten Einsätze bekommen habe und öfter im Kader stand“, sagt der 20-Jährige. Unbedingt erwartet hatte er dies nicht: „Ich war schon etwas überrascht und hätte nicht gedacht, dass es so schnell gehen würde. Aber umso größer war die Freude.“

Die Entscheidung von 2016, das Angebot des Hamburger SV anzunehmen, erachtet Heil als absolut richtig. „Das war eine gute Wahl. Die Jugendförderung ist klasse und die Trainer haben mir viel beigebracht“, betont er. Und auch Hamburg selbst hat es ihm angetan: „Mir gefällt die Stadt sehr, sie ist vielleicht sogar die schönste in Deutschland.“

Nach den ersten Jahren in einer ihm zuvor bereits bekannten, auch aus Kassel stammenden Gastfamilie, einer Zeit im HSV-Internat und einem Intermezzo in einer WG mit einem Teamkollegen wohnt Heil jetzt allein in einer Wohnung. „Nicht weit weg vom Stadion“, wie er betont. Weil er zunächst nicht nur auf den Fußball setzen wollte, legte der frühere Kasseler Goethe-Schüler in der neuen Heimat das Fachabitur ab. Seither verfolgt er sein Ziel vom Profifußball noch intensiver. Wie er seine Chancen einschätzt? „Da mache ich mir überhaupt keinen Kopf. Ich gebe Gas, glaube an mich und versuche, meine Leistung zu bringen. Nur so kommt man weiter.“

Heil, der als gelernter Angreifer in der Regionalliga-Mannschaft unter Trainer Pit Reimers zuletzt als Außenverteidiger auflief, kann nun also auch über seine Vielseitigkeit punkten. „Die Trainer fordern von mir, dass ich in der Offensive zielstrebiger werde, noch entschlossener zum Tor gehe. Bei meinen Aktionen soll noch mehr rauskommen“, erklärt der 20-Jährige.

Für Besuche in der Heimat bleibt kaum mehr Zeit. „Wenn ich doch mal einen Tag frei habe, will ich nicht noch nach Kassel reisen. Dann steige ich lieber mal komplett aus und entspanne“, sagt Heil, der meist nur „Ogi“ genannt wird. So dünnen die Kontakte zu früheren Mitspielern und Kumpels aus. Andere treten an deren Stelle. „Ich habe hier Freunde aus der Schule, und auch mit Mitspielern wie Josha Vagnoman und Jonas David bin ich gut befreundet“, erklärt er. Können sie als sportliche Konkurrenten Freunde sein? „Ja, man muss den Fußball vom Privaten trennen. Das ist vielleicht nicht immer leicht. Aber je älter man wird, desto besser geht es.“ (Wolfgang Bauscher)

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