Karriere gerät ins Stocken

Kasseler Bundesliga-Profi Stendera kämpft mit vielen Verletzungen

+
Zum Haare raufen: Marc Stendera im November 2015 bei einem seiner 71 Bundesliga-Einsätze für Eintracht Frankfurt. Gegner in Sinsheim war die TSG Hoffenheim.

Kassel/Frankfurt. Lange schien es, als stünde Marc Stendera vor einer großen Karriere. Jetzt droht ihm nach 71 Bundesliga-Einsätzen das Aus bei seinem Club Eintracht Frankfurt.

Wechselte 2010 als 14-Jähriger vom nordhessischen Klub OSC Vellmar zu Eintracht Frankfurt und kam in der Saison 2012/13 zu den ersten Einsätzen in der Fußball-Bundesliga. Nach einigem Auf und Ab scheint nun das – zumindest vorläufige – Aus für Marc Stendera beim Deutschen Pokalsieger gekommen.

Es war absehbar. Schon seit Monaten ließen die Aussagen der Eintracht-Verantwortlichen darauf schließen, dass sie nicht mehr auf den Kasseler bauen. Nachdem schon Trainer Niko Kovac ihn nicht mehr berücksichtigt hatte, legt wohl auch dessen Nachfolger Adi Hütter keinen Wert auf den 22-Jährigen. Und das, obwohl Stendera körperlich topfit wirkt und in den Vorbereitungsspielen einen guten Eindruck hinterließ.

Leicht fällt Stendera, der sich in Frankfurt sehr wohl fühlte, der mögliche Abschied trotz aller Enttäuschung nicht. 71 mal lief er in der Bundesliga auf, verteilt auf sechs Spielzeiten. Am besten lief es zwischen 2014 und 2016, als er es auf je 26 Einsätze brachte.

Warum die Entwicklung eines der größten nordhessischen Talente ins Stocken geriet, liegt auf der Hand. Immer wieder wurde Marc Stendera durch schwere Verletzungen zurückgeworfen. Er erlitt zwei Kreuzbandrisse, einen Riss des Außenmeniskus und musste sich einer schweren Schulteroperation unterziehen. Immer dann, wenn er den Anschluss wieder gefunden hatte, fiel er abermals monatelang aus.

Möglicherweise tat es seiner Entwicklung auch nicht gut, dass er im Frühjahr 2016, als die Eintracht um den Klassenerhalt kämpfte, von seiner Spielweise abrücken musste. Vom Techniker mit feinem Fuß in der Offensive wurde er unter Kovac zeitweise zum bissigen Sechser.

Beim Trainingslager in Südtirol ist Stendera nun erstmal nicht dabei, sondern arbeitet mit weiteren Nichtberücksichtigten in Frankfurt. Die legendäre Hoffenheimer Trainingsgruppe 2 lässt grüßen. Gern würden die Frankfurter den Kasseler ausleihen, um ihn bei positiver Entwicklung zurückzuholen. Sein Vertrag läuft bis 2020.

Stendera selbst war für eine Aussage nicht zu erreichen, bevorzugt aber wohl einen Schlussstrich. Noch so eine Saison der Unsicherheit will er nicht erleben. Gespräche mit anderen Vereinen führt sein Berater Alexander Bürger. Wann eine Entscheidung zu Stenderas Zukunft fällt und wo er den Neuanfang in Angriff nimmt, ist unklar.

Ein anderer Stendera bleibt der Eintracht erhalten. Marcs jüngerer Bruder Nils (17) spielt dort in der U 19.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.