Kein Fußball in Klaksvik

Was war denn da los? Spieler machen sich warm, Gegner kommt nicht

Blick auf Klaksvik.
+
Blick auf Klaksvik: der bedeutendste Fischereihafen der Färöer.

Während am Sonntagabend erst der Sieger der aktuellen Champions-League-Saison gekürt wurde, finden in den Fußball-Randgebieten Europas bereits die Qualifikationsspiele für die kommende Spielzeit statt.

Corona macht’s möglich. Und sorgt schon jetzt für zwei kuriose Geschichten. In Klaksvik auf den Färöern wartet das Heimteam vergeblich auf den Gegner. Ähnliches geschah auf Gibraltar. Wir fragen: Was war denn da los?

Klaksvik

Ziemlich durcheinander das Ganze im Norden Europas. Wir versuchen mal, etwas Ordnung im Absagen-Dschungel zu schaffen. Also: Eigentlich sollte das Quali-Duell zwischen Klaksvik (Färöer) und Slovan Bratislava (Slowakei) – jeweils die Meister ihrer Länder – bereits am vergangenen Mittwoch stattfinden. Bratislavas Vladimir Weiss sowie ein Physiotherapeut werden vorab positiv auf Corona getestet, bleiben zuhause. Die Mannschaft fliegt ohne sie. Dort wird das gesamte Team erneut getestet, ein Mitglied des Betreuerstabs ist positiv.

Doch Spieler und Trainer bekommen davon nichts mit, verlassen ihr Hotel. Die Skandinavier monieren anschließend, dass sich die Slowaken nicht an das Uefa-Protokoll gehalten hätten, fordern Quarantäne oder Rückreise für Bratislava und wollen kampflos in die nächste Runde einziehen. Die Uefa verschiebt die Partie dagegen auf Freitag, gibt den Gästen die Chance, den Kader zu ergänzen – denn der Rest der Mannschaft befindet sich nun in Quarantäne.

Die Slowaken machen das. 18 Akteure aus der Reserve und dem Nachwuchs reisen an. Am Freitag stehen die Profis von Klaksvik schon auf dem Feld, machen sich warm. Doch von den Gästen aus der Slowakei keine Spur. Die Uefa hat die Partie nun doch wieder abgesagt. Eine Entscheidung steht nun noch aus. Der Sieger aus diesem Duell trifft in der nächsten Runde auf die Young Boys Bern aus der Schweiz.

Gibraltar

Was im Norden geht, das klappt im Süden auch. Auf Gibraltar ging es nicht um die Qualifikation zur Champions, sondern zur Europa League. Die Kandidaten: Lincoln Red Imps FC (Gibraltar) und der FC Prishtina (Kosovo). Der erste Versuch zur Austragung dieser Partie am vergangenen Dienstag war gescheitert, weil acht Spieler des Teams aus dem Kosovo positiv auf Corona getestet wurden.

Weil Prishtina für eine Neuansetzung kurzerhand mehrere Akteure von einem Ligarivalen ausleiht, entgeht es einer Niederlage am Grünen Tisch. Das Duell soll nun am Samstag stattfinden. An diesem Tag kommen die Spieler der Red Imps und auch einige Uefa-Offizielle ins Stadion – doch vom FC Prishtina ist nichts zu sehen. Dann wird es undurchsichtig.

Die Red Imps behaupten, die Partie sei von der Uefa abgesagt worden. Prishtina widerspricht und meint, die Behörden Gibraltars hätten das Spiel abgesetzt. Der Fall wird an die Kontroll-, Ethik- und Disziplinarkammer der Uefa übergeben. Die Regierung Gibraltars begründet die Absage mit Sicherheitsbedenken, die sie der Uefa mitgeteilt hätten.

Wie das Ganze nun ausgeht? Gute Frage. Die Uefa muss eine Entscheidung treffen. Gespielt wird wohl nicht mehr. Gereist wurde schon. Einfach ein Wahnsinn, diese Qualifikation. (Maximilian Bülau)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.