Gladbach unterliegt Manchester City 0:2 – Bergamo verliert 0:1

Schnellcheck zur Champions League: Kein guter Abend für Premieren

Christoph Kramer (links) und Gabriel Jesus.
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Christoph Kramer (links) und Gabriel Jesus.

Eine Premiere, die ein Heimspiel war, das kein Heimspiel war – es gibt schon verrückte Dinge in der Königsklasse des Fußballs.

Bundesligist Borussia Mönchengladbach traf in der Champions League auf den Topfavoriten Manchester City. Wie es ausging, verrät der Schnellcheck. Und auch, warum es auch eine echte Heimspiel-Premiere gab.

Wie gingen sie denn aus, diese unterschiedlichen Heimspielpremieren?

Bleiben wir zunächst in Gladbach. Und damit in Budapest. Wie schon Leipzig in der Vorwoche musste der Bundesligist gegen ein englisches Team nach Ungarn ausweichen. Die Premiere – seit der Einführung der Champions League stand die Borussia noch nie in der K.o.-Phase – wurde dann erwartet schwer. Manchester City ist wettbewerbsübergreifen in den vergangenen 25 Spielen ungeschlagen geblieben, gewann gar die vergangenen 18 und blieb dabei zwölf Mal ohne Gegentor. Das ist mal ein Wort. An dem auch die Gladbacher nichts ändern konnten. Sie unterlagen 0:2 und stehen nach dem Hinspiel, das kein Heimspiel war schon vor dem Aus. Und damit nach Bergamo.

Welcher Art war die Premiere bei den Italienern?

Atalanta war in der Vorsaison Überraschungs- und Schicksalsteam zugleich. Erstmals für die Königsklasse qualifiziert kam Bergamo bis ins Viertelfinale. Weil das eigene Stadion umgebaut werden musste, fanden die Heimspiele in Mailand statt. Auch das im Achtelfinale gegen Valencia. Heute gilt die Partie in San Siro am 19. Februar 2020 als Superspreading-Event. Die Fans nahmen das Virus mit zurück in ihre Heimat. Gestern kam die Champions League in Form von Real Madrid erstmals in die Stadt. Das wurden mit Feuerwerk und Hupkonzert gefeiert. Der deutsche Schiedsrichter Tobias Stieler sorgte aber früh für den ersten Stimmungsdämpfer. In der 18. Minute deutete er ein Foul von Remo Freuler als Notbremse. Hart! In Unterzahl hielten die Gastgeber lange das 0:0. In der 86. Minute war die Premiere aber endgültig verdorben. Ferland Mendy erzielte das Siegtor für die stark ersatzgeschwächten Madrilenen.

Was dämpfte die Stimmung in Budapest?

Ein Gegentor der Marke „fiel viel zu leicht“. Flanke, Kopfball, Tor. Mit Namen sah das Ganze dann so aus: Flanke Joao Cancelo, Kopfball Bernardo Silva, Tor (29.). Eine portugiesische Co-Produktion in englischen Trikots.

Waren die Gladbacher komplett chancenlos?

Nein. Sie hatten zwar nicht viel Ballbesitz. Aber sie schwammen sich in der zweiten Hälfte ein wenig frei. Und hatte die beste Chance durch Alassane Pléa in der 62. Minute. Der probierte es nach einer Hereingabe von Denis Zakaria artistisch per Hacke, der Schuss ging aber knapp vorbei. Und mitten in die beste Phase der Borussia hinein passierte dann das: Flanke, Kopfball, Tor. Mit Namen: Flanke Cancelo, Kopfball Silva – dieses Mal als Vorlage – und Tor von Gabriel Jesus (65.). In der 84. Minute hätte der Bundesligist dann durchaus einen Elfmeter bekommen können, nachdem Cancelo Jonas Hofmann stoppte. Aber es war einfach nicht der Abend für eine gelungene Premiere.

Wie war die Übertragung der Premieren-Spiele?

Wer Sky schaute, hörte Kai Dittmann und Wolff-Christoph Fuss in der Konferenz. Gladbach komplett gab es bei Dazn mit Jan Platte und Experte Sandro Wagner. Ex-Profi Wagner ist vielleicht nicht jedermanns Sache. Einen gewissen Unterhaltungswert kann man ihm aber nicht absprechen. Zu Manchesters Mittelfeldspieler Rodri sagte er zum Beispiel: „Wenn ich ein Bäcker wäre und mir einen Sechser backen dürfte, dann würde er aus dem Backofen rauskommen. Er hat auch das Trikot in der Hose – so stelle ich mir einen Sechser vor.“ Hätten die Gladbacher Mittelfeldspieler doch alle mal das Trikot in die Hose gesteckt. (Frank Ziemke und Maximilian Bülau)

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