Runder Tisch beim DFB

Kein Pardon für Schwalben und Zeitschinden

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Ein Spieler stolpert im Zweikampf scheinbar über seine eigene Beine. Foto: Lukas Schulze

Trainer, Spieler, Manager und Schiedsrichter haben sich zum Runden Tisch in Frankfurt getroffen, um Probleme des Umgangs zu diskutieren. Einig sind sie sich, dass das Simulieren und Zeitschinden bestraft werden muss und dass der Videoassistent eine gute Sache ist.

Frankfurt/Main (dpa) - Schwalben, simulierte Verletzungen oder Zeitschinden sollen in der kommenden Saison in den Fußball-Bundesligen härter bestraft werden. Darüber waren sich Trainer, Manager, Spieler und Schiedsrichtern bei ihrem jährlichen Runden Tisch einig.

"Wir sind alle dafür, dass diese Vergehen konsequent geahndet werden sollen", sagte Jens Todt, Sportdirektor des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV, nach dem Treffen in der DFB-Zentrale in Frankfurt am Main.

Um das Zeitschinden durch das Simulieren von Blessuren zu unterbinden, brauchen die Spieler in der kommenden Saison den Ball auch nicht mehr automatisch ins Aus spielen. "Das wird nicht mehr verlangt. Dies werden wir schon machen - oder das Spiel im Zweifel weiterlaufen lassen", sagte FIFA-Schiedsrichter Felix Brych. "Instinktiv haben wir es immer so gemacht, nun brauchen wir kein schlechtes Gewissen mehr haben", sagte Profi Marc Schnatterer vom Zweitligisten 1. FC Heidenheim.

Trotz der nicht nur guten Kritik an dem Videoassistenten beim Confed Cup in Russland wird die Einführung dieser Technologie in der kommenden Bundesligaspielzeit einhellig begrüßt. "Es wird besser laufen und hundertprozentig funktionieren, aber es wird weiter Fehler geben", sagte Peter Stöger, Chefcoach des Bundesligisten 1. FC Köln.

Für den Münchner Brych ist die Einführung des Videoassistenten bei dem "immer komplexer werdenden Fußballspiel" eine wichtige Unterstützung: "Wir können jede Hilfe gebrauchen, sind optimistisch und haben ein gutes Gefühl, dass es gut klappt."

Zugleich forderte er in dieser Gesprächsrunde mit Vertretern aus dem Profibereich einen faireren Umgang mit den Unparteiischen. "Wir haben als Schiedsrichter den Wunsch geäußert, nicht alles in die Öffentlichkeit zu tragen, sondern dass man sich nach dem Spiel in der Schiedsrichterkabine lieber austauscht", Referee Brych. "Wir wollen als Sportler angesehen werden und nicht, dass man uns in der Öffentlichkeit zerreißt."

Dieser zur Institution gewordene Runde Tisch habe schon viel zum gegenseitigen Verständnis beigetragen. "Der Kontakt über Jahre bringt schon etwas. Wenn man Menschen besser kennenlernt, wächst die Hemmschwelle der Kritik", erklärte Brych. "Kommunikation ist sehr wichtig."

Auch Stöger beurteilte die Diskussion positiv. "Dadurch wird den Schiedsrichtern manches leichter fallen, Spieler und Trainern wird einiges schlüssiger vorkommen, was entschieden wird", sagte er. "Ich finde das richtig gut. Seit man sich so zusammensetzt, ist es einfacher geworden."

Ob dies auch zukünftig im Umgang mit dem vierten Offiziellen am Spielfeldrand gelten wird, der oft dem Zorn der Trainer ausgeliefert ist, muss abgewartet werden. "Wenn das Spiel emotional ist, sollte man dennoch versuchen, dem vierten Offiziellen, der einen undankbaren Job hat, viel Verständnis entgegenzubringen. Auch wenn es schwer ist", sagte Stöger. In Köln habe man vorsorglich den Trainerstuhl weit entfernt vom vierten Offiziellen aufgestellt, "damit wir mehr Distanz haben und der Vierte nicht alles mitbekommt".

Dass es an Respekt gegenüber Bibiana Steinhaus, die als erste Frau in der nächsten Saison in der Bundesliga pfeift, mangeln wird, erwartet er nicht. "Sie hat außergewöhnlich gute Leistungen gebracht", sagte Stöger. "Es ist nicht mehr die Zeit zu urteilen, ob Mann oder Frau pfeift, sondern wer Qualität hat - und die hat sie."

DFB-Schiedsrichter der Bundesliga

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