Fußball-Bundesliga

Köln gegen Bremen - Kellerduell der Sieglosen und Schicksalsspiel

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Verzweifelt: Für Kölns Trainer Peter Stöger könnte es nach einer erneuten Niederlage ungemütlich werden. 

Manche Fans des 1. FC Köln und des SV Werder Bremen scheuen derzeit den Anblick der Bundesliga-Tabelle, wie der Teufel das Weihwasser. In der Partie zwischen dem 1. FC Köln und Werder Bremen geht es auch um die Zukunft der Trainer.

Die Partie, die am Sonntag um 13.30 Uhr in Köln angepfiffen wird, verdient jedenfalls die Bezeichnung „Kellerduell“, denn das Schlusslicht trifft auf den Vorletzten. Dabei haben beide Klubs schon sehr viel bessere Zeiten erlebt. Wissenswertes rund um das Duell der Sieglosen.

DIE TRAINER

Peter Stöger und der 1. FC Köln: Noch vor wenigen Wochen hatte es den Anschein, als wäre dies ein Bund fürs Leben. Der 51-jährige Österreicher - so glaubten die schnell euphorischen FC-Fans - würde es bei ihrem Klub vielleicht so lange aushalten wie einst Otto Rehhagel und Thomas Schaaf bei Werder Bremen. Aber - manchmal kommt man wirklich nicht an einer Phrase vorbei - Fußball ist ein Ergebnissport, und die Kölner Resultate sind sowohl in der Bundesliga als auch in der Europa League katastrophal.

Tabelle, Ergebnisse, Statistiken - so ist die Situation in der Bundesliga

Und so wird den lustigen Wiener das ungeschriebene Gesetz der Branche bald mit aller Härte treffen. Wegen guter Arbeit in der Vergangenheit hat noch nie ein Trainer seinen Job behalten.

Skeptisch: Auch Bremens Coach Alexander Nouri steht in der Kritik. Sein Stuhl wackelt bedenklich.

Aber wahrscheinlich wird Alexander Nouri noch vor seinem Kölner Kollegen entlassen. Werders Trainer genießt in Bremen bei weitem nicht das hohe Ansehen, das sich Stöger in Köln erarbeitet hat. Gegen den 38-Jährigen spricht auch, dass er vor dem so wichtigen Spiel in Köln völlig ratlos wirkt. Dieser Satz hat es schon zum Phrasenschweinrekordsatz geschafft: „Wir wollen liefern, wir müssen liefern, und wir werden liefern.“ 

DIE STÜRMER

Dass die Kölner ihren nach China abgewanderten Torjäger Anthony Modeste vermissen würden, war klar, denn 25 Tore pro Saison erzielen normalerweise nur Robert Lewandowski sowie Pierre-Emerick Aubameyang, und die spielen für Spitzenklubs. Dass ihr FC aber nun gar keinen Spieler mehr haben würde, der manchmal das Tor trifft, überforderte die Vorstellungskraft rheinischer Frohnaturen. Warum, so fragen jetzt Kritiker, hat der FC die für Modeste aus China geflossenen 35 Millionen nicht einfach in einen Torjäger investiert

Wenn in Bremen lamentiert wird, greift wenigstens noch eine plausible Begründung für die Misere, denn Max Kruse kann nichts dafür, dass er derzeit keine Tore schießt. Werders bester Stürmer leidet seit vier Wochen an einem Schlüsselbeinbruch und wird vermutlich auch am Sonntag in Köln noch nicht fit genug sein, um seiner Mannschaft zu helfen. Mit dem Team trainiert hat er allerdings schon. 

DER ALTSTAR

Dreimal (1999 bis 2001, 2008 bis 2012 und 2015 bis 2017) ging Claudio Pizarro für Werder Bremen auf Torejagd. Dann fiel Trainer Alexander Nouri und Manager Frank Baumann auf, dass der Peruaner schon 39 ist. Sie beschlossen, dass dies zu alt ist für einen Fußballprofi und setzten ihn vor die Tür.

Vorfreude: Der Neu-Kölner und Ex-Bremer Claudio Pizarro.

Jetzt spielt Pizarro für den 1. FC Köln und könnte am Sonntag eine bemerkenswerte Geschichte schreiben. Vielleicht schießt er das entscheidende Tor und trägt damit zu der dann wahrscheinlichen Entlassung seines Intimfeindes Nouri bei.

DIE HISTORIE

Sowohl in Köln als auch in Bremen haben die Fans schon bessere Zeiten erlebt. Gleich nach der Gründung der Bundesliga waren beide Klubs dominant, denn der 1. FC Köln feierte 1964 die Meisterschaft, während Werder Bremen ein Jahr später triumphierte. Insgesamt lag Köln dreimal vorn (1962, 1964 und 1978). Bremen holte den Titel 1965, 1988, 1993 und 2004.

Spitzenspiel: Am 22. Februar 1964 standen sich in Bremen der SV Werder und der 1. FC Köln gegenüber. Das Spiel endete 1:1. In dieser Szene wehrt Kölns Torwart Toni Schumacher - er heißt wirklich so - einen Bremer Angriff ab. 

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