Kommentar zum Halbfinal-Aus der Fußball-Frauen: Konstanz fehlt

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Der Nationalelf fehlt zum Sprung an die Spitze noch die Konstanz. Dazu ein Kommentar von Sportredakteurin Michaela Streuff.

Es ist müßig, darüber zu spekulieren, wie dieses Halbfinale wohl geendet hätte, wenn Celia Sasic ihren Elfmeter verwandelt hätte. Hätten die Deutschen nicht die erste Halbzeit weitesgehend verschlafen, den gleichen Schwung aufs Spielfeld gebracht wie zu Beginn der zweiten Hälfte - es hätte mehr möglich sein können.

Doch all das fällt in den Bereich der Spekulation. Fest steht, dass das Halbfinal-Aus zwar bitter, aber gerecht ist. Denn es spiegelt das aktuelle Leistungsvermögen der Nationalelf wider. Sie zählt mit Recht zu den besten vier der Welt. Sie hat in der Vorrunde gegen Norwegen, im Achtelfinale gegen Schweden und eine Zeitlang auch gegen die USA bewiesen, zu was sie in der Lage ist: zu schnellem, offensivem Kombinationsfußball. Doch, und das ist das, was dieser Elf zur absoluten Spitze noch fehlt: Sie hat ihre Topleistung nicht über 90 Minuten abgerufen. Gegen Schweden reichte das zwar noch fürs Weiterkommen, doch schon im Elfmeter-Krimi gegen Frankreich im Viertelfinale half eher das Glück.

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An die Zeiten der großen Triumphe mit den WM-Titeln 2003 und 2007 kommt diese Mannschaft derzeit nicht heran - noch nicht. Das hat zwei Gründe. Zum einen hat der Frauenfußball weltweit aufgeholt. Den Vorsprung, den sich die Deutschen um die Jahrtausendwende erarbeitet hatten, haben andere wettgemacht. Zum anderen braucht die junge Mannschaft, die in der Summe fast 1200 Länderspiele weniger absolviert hat als das US-Team, einfach Zeit. Der Verjüngungsprozess, den Silvia Neid angestoßen hat, ist noch nicht abgeschlossen. Die Spielerinnen werden aus der Halbfinal-Niederlage lernen - und vielleicht ja schon bei Olympia 2016 zum Sprung an die Spitze in der Lage sein.

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