Kommentar zum Paderborner Eklat: Abkehr vom Idyll

Fußball-Zweitligist SC Paderborn sorgt derzeit für negative Schlagzeilen. AM Montag entschied der Verein: Trainer Stefan Effenberg darf bleiben, Spieler Nick Proschwitz, der sich vor einer Frau entblößt haben soll, muss gehen. Ein Kommentar von Florian Hagemann.

Fußball-Zweitligist SC Paderborn hat gestern eine bemerkenswerte Entscheidung getroffen, indem die Verantwortlichen an Trainer Stefan Effenberg festgehalten haben. Schließlich trägt der 47-Jährige als Führungsfigur keine geringe Verantwortung an einem Trainingslager, an dessen Ende nicht über Leistungsdaten diskutiert wird, sondern über Entgleisungen einiger Spieler. Die bringen bundesweite Schlagzeilen, aber keine Punkte im Abstiegskampf.

Es hätte also gute Gründe gegeben, Effenberg zu entlassen und damit eine generelle Fehlentwicklung zu stoppen. Dass mit Effenberg die sportliche Talfahrt nicht beendet wurde, ist dabei nicht das Entscheidende. Das Entscheidende ist, dass sich der Verein mit Effenbergs Verpflichtung gelöst hat von dem, was er eigentlich ist: ein sympathischer Provinzverein, der sich mit bescheidenen Mitteln und Leidenschaft im Profifußball zu behaupten versucht.

Mit dem schillernden Ex-Nationalspieler Effenberg hat der Klub eine Bedeutung bekommen, die nicht nur ablenkt von den Werten des Vereins, sondern der dieser Verein auch nicht gewachsen zu sein scheint. So kommt es, dass Fußball-Deutschland über Paderborn den Kopf schüttelt. Das zerstört viel vom Idyll. Und es ist nicht zu erwarten, dass Ruhe einkehrt, solange Effenberg Trainer ist.

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