Kommentar zu Portugals Sieg: Ein Europameister mit System

Portugal hat sich den EM-Titel gesichert. Das Team hat zur heißen Phase des Turniers den nötigen Halt gefunden, findet unser Redakteur Björn Mahr.

Man stelle sich vor, die Nationalmannschaft Portugals holt ihren ersten großen Titel - und Cristiano Ronaldo war irgendwie gar nicht beteiligt. Doch genau das ist passiert: Der Superstar musste im Endspiel früh verletzt raus, und die Teamkollegen stürzten auch ohne ihren Kapitän den EM-Gastgeber und Turnier-Mitfavoriten in Depression. Sie feiern einen 1:0-Finaltriumph, der vor ein paar Tagen praktisch undenkbar schien. Die Portugiesen schauten allein in der Vorrunde mehr als einmal in Richtung Abgrund.

Doch als es um viel ging, fanden die Mannen von Trainer Fernando Santos zum nötigen Halt. In der Deckung präsentierten sie sich so stabil, dass selbst spielstarke Profis kaum zur Geltung kamen.

Es mag vielen Zuschauern nicht gefallen haben, was Portugal teilweise bei dieser Euro gezeigt hat. Aber eines war bei dieser Mannschaft augenscheinlich: Sie hatte ein klares Konzept, die Torverhinderung war oberstes Gebot. Die Auftritte passten durchaus ins Bild, weil bei dieser EM die tollen Verteidiger mit ihren großartigen Rettungstaten in Erinnerung bleiben werden.

Ganz besonders waren natürlich die Eindrücke von Cristiano Ronaldo aus dem Endspiel: Erst die Tränen der Enttäuschung, weil er nicht mehr richtig laufen konnte, dann die Tränen der Freude, weil er nach unzähligen Erfolgen im Verein endlich auch mit der Auswahl triumphierte.

Womit ganz nebenbei das Trauma von der Niederlage 2004 im Endspiel gegen Griechenland endlich vergessen ist.

Lesen Sie hier unseren Schnellcheck des EM-Finales.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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